Gallert spricht von "Terror" : Anschläge auf Linke-Büros in Sachsen-Anhalt
Nach erneuten Anschlägen auf Parteibüros der sachsen-anhaltischen Linken am Wochenende hat der Chef der Landtagsfraktion, Wulf Gallert, von "Terror" gesprochen. Gallert sagte dem MDR-Landesmagazin SACHSEN-ANHALT HEUTE, Ziel der Täter sei es offenbar, die Linke und ihre gewählten Abgeordneten einzuschüchtern und zu vertreiben.
Einschüchtern lassen will sich die Partei durch die Aktionen aber nicht. Gallert sagte, man dürfe "den Nazis keinen Fußbreit überlassen", sonst wäre das ein Verlust für die Demokratie insgesamt. Nach einem Gespräch mit dem Vermieter des Magdeburger Wahlkreisbüros sei die Kündigung des Büros vom Tisch. Die Polizei habe versichert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das Wahlkreisbüro zu sichern. Nach Angaben der Linken hatte der Vermieter zunächst mündlich erklärt, den Mietvertrag wegen der wiederholten Anschläge aufzulösen.
Wiederholte Angriffe auf Magdeburger Büros
Am Wochenende waren die Wahlkreisbüros von Gallert und der Linken-Abgeordneten im Landtag, Eva von Angern, bereits zum sechsten Mal angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, schlugen Unbekannte mit einem Verkehrsschild eine Fensterscheibe, die Verglasung der Eingangstür und ein Oberlicht ein. Außerdem klebten die Täter verfassungswidrige Symbole und Parolen an. Zugang zu den Büros konnten sie sich nicht verschaffen. Als durch den Lärm herbeigerufene Anwohner erschienen, flüchteten sie. Die Zeugen sprachen von vier bis fünf dunkel gekleideten Personen. Trotz des Einsatzes eines Spürhundes verlor die Polizei die Fährte. Zuletzt war das Wahlkreisbüro der Linken im Stadtteil Magdeburg Reform in der Silvesternacht schwer beschädigt worden.
Gullydeckel in die Eingangstür
Auch in Schönebeck griffen Unbekannte ein Büro der Linken an. Dort warfen die vermummten Täter in der Nacht zum Sonntag einen Gullydeckel und einen Stein in die Eingangstür. Wie die Polizei mitteilte, verhinderte lediglich die Doppelverglasung, dass die Täter Zugang zum Büro bekamen.
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