Region Magdeburg

Buntes Straßenfest : "Meile der Demokratie" setzt Zeichen gegen Rechts

Eigentlich sollte das Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs im Mittelpunkt stehen. Doch ein alljährlicher Aufmarsch von Neonazis ist der Grund, dass die Stadt mit einem bunten Straßenfest ihre demokratische Gesinnung feiert. 10.000 Menschen kamen zur mittlerweile vierten "Meile der Demokratie", unter ihnen auch viel Polit-Prominenz. 2.000 Polizisten sorgten dafür, dass größere Ausschreitungen ausblieben. Bei der Auflösung dreier Sitzblockaden aber kam es zu Rangeleien zwischen linken Demonstranten und der Polizei. Auch am Sonnabendabend wurden Auseinandersetzungen gemeldet.

In einer Menschenkette steht der SPD-Bundesvorsitzender Sigmar Gabriel in Magdeburg.

Mit einer Menschenkette, Mahnwachen, Informationsständen und einem bunten Programm haben am Sonnabend Tausende Menschen in Magdeburg gegen Rechtsextremismus protestiert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich bis zum Nachmittag rund 10.000 Personen an der mittlerweile vierten "Meile der Demokratie". Die Stadt Magdeburg und rund 170 Vereine hatten dazu aufgerufen.

Stahlknecht: Protest erste Bürgerpflicht

Innenminister Holger Stahlknecht bezeichnete den Protest gegen Rechtsextremismus als erste Bürgerpflicht. Der zweite Weltkrieg, in dem Magdeburg zu großen Teilen zerstört wurde, habe der Stadt großes Leid gebracht. Für Demokratie und gegen Rechtsextremismus müsse daher jeden Tag gekämpft werden, mahnte der CDU-Politiker. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (beide SPD) betonten in ihren Eröffnungsreden, dass die Stadt und mehr als 150 Initiativen mit der Aktion ein kraftvolles Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass setzen wollten.

Zur "Meile der Demokratie" war auch Prominenz aus der Bundespolitik gekommen. SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Bundeschefin Claudia Roth und die Chefin der Linken, Gesine Lötzsch, forderten in ihren Ansprachen erneut ein Verbot der NPD und würdigten das Engagement der Magdeburger im Kampf gegen Rechts. "Die große Resonanz dieser Veranstaltung zeigt, dass die Magdeburger ihre Stadt nicht preisgeben und für Demokratie kämpfen", sagte Gabriel.

Vierte "Meile der Demokratie"

In einer Menschenkette steht der SPD-Bundesvorsitzender Sigmar Gabriel in Magdeburg. Meile der Demokratie Losungen Meile der Demokratie Losungen

Hier finden Sie Bilder der vierten "Meile der Demokratie" in Magdeburg. [Bilder]


Mehr als 2.000 Polizisten im Einsatz

Anlass für die Aktion war der traditionelle Aufmarsch von Rechtsextremen zum Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945, zu dem die NPD alljährlich aufruft. Insgesamt waren mehr als 2.000 Beamte aus Sachsen-Anhalt und sieben weiteren Bundesländern im Einsatz, um größere Ausschreitungen zu verhindern. Nach Polizeiangaben nahmen in diesem Jahr rund 1.200 Neonazis aus ganz Deutschland daran teil. Mit drei Sitzblockaden versuchten Gegendemonstranten, den rechten Aufmarsch zu stoppen. Die Polizei nahm zehn Anhänger aus dem linken Spektrum in Gewahrsam. Sie hätten sich Auflagen widersetzt. Die Polizei, die ein Aufeinandertreffen von rechten und linken Demonstrationszügen verhindern wollte, musste nach eigenen Angaben auch Pfefferspray einsetzen.

Linksextreme greifen Polizisten an

Auch am Sonnabendabend wurden Auseinandersetzungen gemeldet. Polizeiangaben zufolge hat sich ein Gruppe linksextremistischer Demonstranten in einem Wohnhaus im Stadtteil Stadtfeld verschanzt. Sie hätten versucht, einen Beamten mit einer Betonplatte anzugreifen. Die etwa 40 Zentimeter große Platte sei aus dem ersten Stock des Hauses geworfen worden. Der Beamte sei unverletzt geblieben, stünde aber unter Schock. Ein Polizeisprecher sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT sollten sich die Angreifer nicht freiwillig stellen, würde in der Nacht das Haus gestürmt.

Gedenken an Bombenangriff

Stadt und Kirchen gedenken am Montag offiziell der Bombenangriffe auf Magdeburg. Auf dem Westfriedhof findet ein Schweigemarsch und eine Kranzniederlegung statt. Magdeburg war 1944 und 1945 mehrfach Ziel von alliierten Luftangriffen. Beim schwersten Bombardement am 16. Januar 1945 wurde auch der Breite Weg in der Innenstadt fast komplett zerstört. Er galt bis dahin mit seinen Gebäuden aus der Barockzeit als eine der prachtvollsten Straßen Europas.

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2012, 22:53 Uhr

3. Zildjian:
@Familienvater: Wer soll denn bitte Autonome bezahlen....es gibt auch Menschen, die aus Überzeugung handeln und nicht wegen des Geldes!!! Ich weiß, dass Gewalt keine Lösung ist, aber es gab auch eine breite Masse, die sich friedlich gegen diese braune Brut wehren! Es ist einfach nicht clever gegen Polizisten vorzugehen, aber das scheinen viele leider nicht zu verstehen... Wichtig ist nur, dass es Menschen gibt, die was tun und nicht einfach abwarten und zuschauen bis es wieder zu spät ist!!!
16.01.2012
09:06 Uhr
2. Familienvater:
Was ist bitte mit den Linksextremen Autonomen die ständig bei demokratischen Veranstaltungen Gewalt bereit gegen den Staatsschutz vorgehen. Wer bezahlt eigentlich diese Leute und wer sind deren Rechtsanwälte,die diese vor der Strafverfolgung retten. Mein Sohn ist auch bei der Bundespolizei der für den Staat seinen Kopf hinhält und dann kommen solche Linksextreme und machen Randale. Siehe Castortransporte, Berlin- und Hamburg (Schanzenviertel), wo sind hier bitte die Partei Bündnis/90 die Grünen,Kirchen und SPD-Vertreter. Schauen die alle nur dazu zu, was diese mit dem Rechtsstaat machen. Müssten die auch nicht verfolgt und verboten werden oder haben diese vielleicht Narrenfreiheit!
15.01.2012
14:44 Uhr
1. Knorke:
Wann hoert das in Deutschland auf, diese neonazi's. Schlimmer als die finanzkrise. Hier in Holland sagt man: in der Hoelle spricht man Deutsch.
15.01.2012
11:49 Uhr

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