Besucher stehen in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) mit Luftballons auf der 9. "Meile der Demokratie" .
Zum Auftakt der "Meile der Demokratie" am Alten Markt kamen auch Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bürgermeister Lutz Trümper. Bildrechte: dpa

Meile der Demokratie 8.000 Besucher setzen buntes Zeichen für Toleranz

In Magdeburg hat am Sonnabend die neunte Meile der Demokratie stattgefunden. Zahlreiche Verbände und Vereine beteiligten sich an dem bunten Fest in der Innenstadt. Bis zum Abend gab es Musik, Aktionen und Lesungen. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 8.000 Menschen das Stadtfest. Es wird jedes Jahr gefeiert, um ein Zeichen gegen rechts zu setzen.

Besucher stehen in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) mit Luftballons auf der 9. "Meile der Demokratie" .
Zum Auftakt der "Meile der Demokratie" am Alten Markt kamen auch Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bürgermeister Lutz Trümper. Bildrechte: dpa

Im Zentrum von Magdeburg hat am Sonnabend die neunte Meile der Demokratie stattgefunden. Den Veranstaltern zufolge kamen rund 8.000 Besucher zu dem Fest. Insgesamt beteiligten sich rund 100 Vereine, Verbände, Unternehmen und Kirchengemeinden am Programm. Sie alle wollten ein Zeichen gegen Intoleranz, Hass und Gewalt setzen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte bei der Eröffnung, Demokratie sei keine Veranstaltung, bei der man nur zuschauen könne. "Demokratie lebt vom Mitgestalten", sagte Haseloff. Es gebe vielfältige Gelegenheiten, sich zu engagieren. Haseloff sagte in diesem Zusammenhang, die Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945 sei eine bleibende Mahnung, alles dafür zu tun, dass das Zusammenleben in der Gesellschaft gelinge.

"Einander mit Respekt begegnen"

Die Meile der Demokratie fand, wie in den vergangenen Jahren üblich, rund um den Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs statt. Die heutige Landeshauptstadt war im Zweiten Weltkrieg von britischen Alliierten weitgehend zerstört worden. In der Vergangenheit war immer wieder der Versuch unternommen worden, die Opfer der Luftangriffe für rechtsextremistische Zwecke zu missbrauchen. Oft hatten am Jahrestag Aufmärsche stattgefunden. Die Meile der Demokratie versteht sich als eine Antwort darauf und versucht, solchen Aufmärschen den Raum zu nehmen.

Menschen haben sich vor einer Bühne versammelt.
Die Meile der Demokratie wurde am Alten Markt eröffnet. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Die Veranstaltung war am Vormittag eröffnet worden. Neben Haseloff waren auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos), Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) und Landesbischöfin Ilse Junkermann gekommen. Junkermann rief dazu auf, trotz unterschiedlicher Interessen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Eine Stadt lebe davon, dass Menschen einander mit Respekt begegneten. Trümper erinnerte daran, dass ein Leben in Freiheit und Demokratie nicht überall möglich sei. Man habe das Glück gehabt, 70 Jahre lang in Frieden leben zu dürfen. Das müsse man aber täglich neu erkämpfen.

Junkermann überreichte dem Förderverein "Neue Synagoge Magdeburg" während der Eröffnung eine Spende über 30.000 Euro. Sie ist bestimmt für den geplanten Neubau einer Synagoge. "Magdeburg braucht eine Synagoge", sagte Junkermann. Das aktuelle Gebäude der jüdischen Gemeinde sei zu klein und der Zustand mangelhaft. "Eine neue Synagoge wäre nicht nur ein religiöser Ort für die Gemeinde, sondern auch ein Begegnungszentrum für Juden und Menschen anderer oder ohne Religion", begründete die Landesbischöfin.

Lesungen, Musik, Tanz

Kurz nach der Eröffnung hatte es eine Luftballon-Aktion für Frieden in Syrien gegeben. Auf der Hauptbühne am Alten Markt traten anschließend unter anderem eine Breakdance-Gruppe mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen auf. Es gab Lesungen, außerdem musikalische Auftritte. Auch Schulen beteiligten sich an dem Programm. Die Stände der Teilnehmer säumten bis zum Abend den Breiten Weg, luden zum Gespräch und zu Aktionen ein. Auch in den Stadtteilen gab es verschiedene Meilensteine, etwa am Nicolaiplatz in der Neuen Neustadt oder im Roncalli-Haus.

Meile der Demokratie Magdeburg setzt sich für Toleranz und Weltoffenheit ein

Rund 8.000 Besucher, viele fröhliche Geschichter und mahnende Worte: In Magdeburg hat am Sonnabend die neunte Meile der Demokratie stattgefunden. Eindrücke vom bunten Treiben in der Innenstadt.

Besucher auf dem Breiten Weg
In Magdeburg hat am Sonnabend die neunte Meile der Demokratie stattgefunden. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung
Besucher auf dem Breiten Weg
In Magdeburg hat am Sonnabend die neunte Meile der Demokratie stattgefunden. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung
Ein Peace-Zeichen
Zu der Veranstaltung kamen laut Angaben vom frühen Abend rund 8.000 Menschen. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung
Besucher auf der Meile der Demokratie
Rund 100 Verbände, Unternehmen, Vereine und Kirchenvertreter machten deutlich, dass sie für ein buntes und weltoffenes Magdeburg einstehen. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Besucher auf der Meile der Demokratie
Auf Transparenten wie diesem wurde gefordert, Hass und Ausgrenzung keine Bühne zu bieten. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Besucher auf der Meile der Demokratie
Auch die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalts beteiligte sich an dem Programm. Sie bot Besuchern einen Bilderrahmen als Fotomotiv an. Darauf zu sehen: ein Bekenntnis zur Demokratie. Bildrechte: MDR/Sören Thümler
Stand auf der Meile der Demokratie
Auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) war mit von der Partie – auf diesem Bild kostet er Falafel. Bildrechte: MDR/SörenThümler
Stand auf der Meile der Demokratie
Vertreten war auch der 1. FC Magdeburg. Das Bild zeigt Behindertenvertreter Gerald Altmann. Bildrechte: MDR/SörenThümler
Musikalisches Programm zur Meile der Demokratie
Zur Meile der Demokratie gab es eine ganze Reihe musikalischer Auftritte.

Dieses Thema im Programm:
• MDR SACHSEN-ANHALT | 21.01.2017 | Regional Magdeburg | 8:30 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.01.2017 | Mittags- und Tagesreport | 12 Uhr, 17 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.01.2017 | 19 Uhr
Bildrechte: MDR/SörenThümler
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• MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.01.2017 | Mittags- und Tagesreport | 12 Uhr, 17 Uhr
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Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2017, 20:08 Uhr

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61 Kommentare

23.01.2017 17:06 Biene 61

22.01.2017 17:13 jochen
Sie scheinen in einem anderen Land zu leben.. Multi-Kulti wird es unter den Genossen und den Grünen geben.

23.01.2017 16:17 Jenny Schröder 60

22.01.2017 19:18 Eulenspiegel
Zumal sicher wieder jeder der nur vorbeigegangen ist um einzukaufen mitgezählt wurde.

22.01.2017 19:35 D. 59

22.01.2017 17:13 jochen
Dann aber nicht unter Rot/Rot/Grün erschrecken.

22.01.2017 19:18 Eulenspiegel 58

„8.000 Besucher setzen buntes Zeichen für Toleranz“
Das ist ein Erfolg!
Ich weiß das passt den ganzen Rassisten nicht.
Ein Erfolg ist es aber trotzdem.
Zur Demokratie gehört nun mal das man solch ein Erfolg anerkennt auch wenn man anderer Meinung ist. Zumal dieses Fest sich gegen nichts und Niemanden richtet sondern ausschließlich für etwas ist.

22.01.2017 18:55 fritze-voppel 57

mit luftballons gegen terrorismus!!! geniale idee!!

22.01.2017 17:31 Atze 56

@Barbara, was meinen Sie damit, das die Kirchen aufpassen sollen, das sie nicht Mitglieder verlieren?In Ostdeutschland sind die Kirchen eh nicht voll, machen Sie sich keine Sorgen. Gruss an die Magdeburger!

22.01.2017 17:13 jochen 55

52# Träumen Sie ruhig weiter, aber glauben Sie mir- Merkels Multikulti ist zum Glück endgültig gescheitert. Die politische Wende kommt ganz sicher spätestens nach Merkel.

22.01.2017 16:26 Axel Stiller 54

Die Veranstaltung abschätzig zu beurteilen, weil es "nur" 8000 Teilnehmer waren, ist völlig neben der Spur. Wer gestern dabei war, konnte einen guten Eindruck vom vielfältigen und phantasievollen Einsatz der vielen Initiativen gewinnen. So geht demokratisches Engagement. Dagegen disqualifizieren sich die einschlägigen hämischen Kommentare vom PC im warmen heimischen Sessel selbst. Stellt doch selbst mal etwas Sinnvolles auf die Füße !

22.01.2017 15:36 Privat Person @Dämon 53

@ DÄMON
> Wo haben wir denn hier in Deutschland eine Demokratie?

Sofern Ihnen Ihr Land nicht gefällt und Sie ernsthaft die unbegründete Behauptung vertreten, Ihre Stimme fände bei den Bundestagswahlen in Sachsen-Anhalt kein Gehör, können Sie jederzeit gehen!

Um Ihre subversiven Ressentiments gegenüber einer menschenwürdigen Politik einer nachhaltigen Selbstreflexion zu unterziehen, empfehle ich Ihnen Südafrika. Warum? Kein anderes Land bietet Ihnen gleichzeitig mehr Sonnenstunden und Demokratie! Vielleicht ändert das ja Ihre Einstellung?

Sie werden im Übrigen feststellen, dass die Menschen dort nicht ausschließlich von Besitzstandsdenken getrieben ihr Leben gestalten, sondern zum Teil ebenso erkennen, dass auch im friedlichen Miteinander ein Wert steckt, der langfristig über Geld und Macht hinausgeht.

Sie brauchen auch keine unverhältnismäßige Angst vor den dortigen Menschen zu haben. Denn in den letzten Jahren ist die Anzahl der versuchten Morde erheblich zurückgegangen.

22.01.2017 15:29 Peer 52

Ein schönes und wichtiges Zeichen aller Teilnehmer gegen Rassisten, rechte Hetzer und Menschenfeinde.
Herzlichen Dank an die Organisatoren und Teilnehmer.