Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper bei einer Veranstaltung in der Staatskanzlei in Magdeburg, 2016.
Neben dem Hasselbachplatz bereitet nun der Stadtteil Neue Neustadt Lutz Trümper Probleme. Bildrechte: IMAGO

Problembezirk in der Landeshauptstadt Trümper kündigt Maßnahmen in Neuer Neustadt an

In den vergangenen Wochen haben sich im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt Beschwerden gehäuft. Es geht unter anderem um Lärm und Müll. Oberbürgermeister Lutz Trümper reagiert nun und hat angekündigt, bereits ab 1. August Maßnahmen gegen die Probleme zu ergreifen. Eine Arbeitsgruppe soll gegründet und Kontrollen durchgeführt werden.

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper bei einer Veranstaltung in der Staatskanzlei in Magdeburg, 2016.
Neben dem Hasselbachplatz bereitet nun der Stadtteil Neue Neustadt Lutz Trümper Probleme. Bildrechte: IMAGO

Der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat Problemen in der Neuen Neustadt den Kampf angesagt. Laut Trümper ärgern sich langjährige Anwohner über zumeist rumänische Bewohner, die nicht oder schlecht Deutsch sprechen. In den letzten zwei Jahren sind 1.200 Roma in der Neuen Neustadt eingezogen. Die Bewohner beschweren sich unter anderem über Lärm und Müll.

Arbeitsgruppen sollen helfen

Der SPD-Politiker kündigte bei MDR SACHSEN-ANHALT an, eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Sie werde am 1. August ihre Arbeit aufnehmen. Trümper berichtete von einem Gespräch mit dem Innenminister. Zu der Arbeitsgruppe werden unter anderem Vertreter des Magdeburger Ordnungsamtes und der Feuerwehr gehören. Auch habe man verabredet, dass die Polizei in die Arbeitsgruppe entsandt werde. Das Problem müsse jedoch von allen Bereichen aufgearbeitet werden.

Die Normen, wie die Nachtruhe, werden nicht eingehalten. Das können wir so nicht lassen.

Lutz Trümper, Magdeburgs Oberbürgermeister

Nach den Worten Trümpers geht es darum, dass in der Neuen Neustadt wieder die Regeln des Zusammenlebens eingehalten werden: "Das dreht sich vor allen Dingen darum, dass man in den Wohneingängen – in manchen jedenfalls – 80 Prozent rumänische Bürger hat und die Normen, die wir haben in Deutschland, dass man ab 22 Uhr Nachtruhe hat, absolut nicht eingehalten werden. Das können wir so nicht lassen."

Parallele zum Hasselbachplatz

Trümper sagte, allein während seines Sommerurlaubs habe es vier bis fünf Beschwerden von Anwohnern gegeben. Menschen hätten Angst, zur Polizei zu gehen. Außerdem gebe es bei der Frage, wer eine Nachtruhe durchzusetzen habe, Streit unter den Behörden. Die Polizei verweise auf das Ordnungsamt. Das sei jedoch machtlos, wenn auf der Straße 20 Leute stünden. Trümper verwies auf Parallelen zum Magdeburger Hasselbachplatz. Dort gab es in der Vergangenheit starke Lärmbelästigung und Ausschreitungen durch betrunkene Jugendliche. 

Analysen und Kontrollen sollen helfen

Kinder und Hochhäuser im Stadtteil Neue Neustadt in Magdeburg.
Plattenbauten wie diese bestimmen das Bild des Landeshauptstadtteils Neue Neustadt. Bildrechte: MDR/ Sören Thümler

Der Oberbürgermeister kündigte an, das Problemviertel in der Neuen Neustadt genau zu analysieren. Dazu werde man prüfen, wer wo wohne. Es gebe Hinweise, dass sich in dem Stadtteil Rumänen aufhielten, die bei den Behörden nicht gemeldet seien. Allerdings seien sie beim Jobcenter gemeldet. Trümper berichtete von Tricks, mit denen trotz fehlender Deutsch-Kenntnisse eine Gewerbeerlaubnis eingeholt werde: "Da wird von interessierter Stelle geholfen und die Gewerbeanmeldung auf den Weg gebracht. Wenn man hinkommt, steht ein Schreibtisch in der Wohnung und sonst nichts. Und damit wird sozusagen der Weg freigemacht, dass man Hartz IV beantragen kann."

In diesem Zusammenhang kündigte Trümper an, die Zollbehörde einzuschalten. Die Bedingungen für eine Selbstständigkeit, also Aufträge zu akquirieren, seien nicht gegeben: "Wer zum Arbeiten nach Deutschland kommt, muss die deutsche Sprache können." Der SPD-Politiker wies darauf hin, dass es sich bei den Rumänen nicht um Flüchtlinge handele, und zeigte sich besorgt:

Wenn ich 70 Prozent Rumänen habe, die da wohnen, ist der Punkt schon überschritten, wo ich Integrationsmaßnahmen vernünftig steuern kann.

Bei der Magdeburger Stadtverwaltung sind in den letzten Monaten vermehrt Beschwerden eingegangen. Die Anwohner beklagen neben Dreck und Lärm zunehmende Kriminalität. Laut Polizeisprecher Marc Becher habe sich die Zahl der Einsätze in der Neuen Neustadt erhöht. Verschiedene soziale Projekte kümmern sich bereits um die Situation vor Ort. Sozialarbeiter berichten von zum Teil unzumutbaren Zuständen ganzer Häuserzeilen.

Rumänien gehört seit 2007 zur Europäischen Union. Seit 2014 gilt für die Bürger des Landes auch die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit. Damit dürfen sie ihren Wohnsitz innerhalb der EU frei wählen, wenn sie einen Job haben.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT RADIO | 22.07.2017 | ab 07:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22.07.2017 | ab 19:00 Uhr

Quelle: MDR/pat

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2017, 20:22 Uhr

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53 Kommentare

24.07.2017 16:37 Dada 53

@48 richtig wenn sie einen Job haben und haben sie denn einen? Können sie nicht dann macht man auch nicht die Nacht zum Tag. Also werden doch unsere Steuergelder dafür missbraucht.

24.07.2017 16:27 M. 52

Es wird sich erst was ändern, wenn die Menschen Versorgungsengpässe verspüren, vorher wird alles schöngeredet!!!

24.07.2017 16:19 bunter Rheinländer 51

Wieso werden Sinti und Roma eigentlich immer als "Rumänen" in den Medien bezeichnet?
Solche Leute werden doch durch die üppige Sozialhilfe nach Deutschland gelockt, das um ein Vielfaches über dem heimischen Gehalts-Niveau iiegt.
Für DIE LINKE ist der Anreiz immer noch zu niedrig und soll durch Steuererhöhugen weiter ausebaut werden. Wir schaffen das!

24.07.2017 15:20 jochen 50

Die besagten schrecklichen Zustände sind unbestritten ein Verdienst der regierenden Parteien in Sachsen Anhalt.
Ein Verdienst von CDU - SPD und- den Grünen.
Vielen herzlichen Dank. Ich denke, die Menschen in Sachsen Anhalt werden sich bei der kommenden Wahl dafür bestens bedanken. So darf man mit den Bürgern nicht umgehen, liebe Politiker.

24.07.2017 14:27 Steiner 49

Demokrat - einfach super! Solche Beiträge wünsche ich mir häufiger anstatt jene der von eigener Beschränktheit überquelllenden rechtsradikalen Sprüche-Klopfern. Doch ob eine - nun auch von faschistischen Rumänen unterwanderte AfD die Wahrheit schluckt, ist zu bezweifeln. Meistens haut einer ihrer für keine Dummheit verlegenen Polemik-"Künstler" zur Verschleierung der eigenen Unzulänglichkeiten weitere Publikums-Verblödungssätze raus.

24.07.2017 14:19 psteffen 48

@ MDR 20

Zitat „Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:
Da Rumänien zur EU gehört, gilt für Rumänen die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit. Damit dürfen sie ihren Wohnsitz innerhalb der EU frei wählen, wenn sie einen Job haben. Somit kann ein Politiker, egal welcher Partei, keinem Rumänen vorschreiben, wo er zu wohnen hat.“

Es sind genau diese Aussagen die für Wahlergebnisse wie von Marine L. Geerd W . und AfD sorgen. Brexit inklusive .

Da kann man(konnte) nichts machen,das ist eben so ,findet euch damit ab !!!

24.07.2017 13:32 Wolfis 47

Deutschland ist bunt. Nun lasst es auch bunt werden. Oder sollen alle unseren Regeln folgen?

24.07.2017 12:58 M. 46

@ Demokrat
Es ist schon traurig wenn man nur diese eine Ecke als Verteidigungslinie hat was? Immer alles in die braune Ecke schieben. Sehr erniedrigend muss das für Sie sein. Leider wohnen Sie wohl nicht in unmittelbarer Umgebung unserer rumänischen Mitbürger, das sollte sich ändern!!!

24.07.2017 12:20 Hor Es Te 45

Mich wpürde ja interessieren wie ,was und auf welcher Basis bestreiten diese "Rumänen " ihren lebensunterhalt als Bewohner eines EU Mitgliedslandes.Ja und an Demokrat ( 43 ) ne klietzkleine Frage `: Woher soviel Hass,Hetze,Pauschalisierung gegen andere Parteimitglieder/Partei der AfD?Zu viele linke Zirkel besucht und sich dort als Roter zuviel reingezogen ?Nur mal so als Gegenfrage.

24.07.2017 11:45 Mago 44

@ 40 und 41
Der MDR hat es schon absolut richtig formuliert -
noch kann man Magdeburg jederzeit besuchen .
Nutzen Sie bitte die verbleibende Zeit .