Zwei Panzerfaustköpfe im Kofferraum eines Autos.
Bildrechte: Polizeiamt Sachsen-Anhalt

Nach Aufräumaktion im Kleingarten Panzerfaustköpfe durch Quedlinburg kutschiert

Zwei Panzerfaustköpfe transportiert im Kofferraum: Es scheint ein Glück zu sein, dass nichts passiert ist, als ein 72-Jähriger in Quedlinburg entschied, alte Munition persönlich zur Polizei zu bringen.

Zwei Panzerfaustköpfe im Kofferraum eines Autos.
Bildrechte: Polizeiamt Sachsen-Anhalt

Das hätte ganz anders ausgehen können: Ein 72-Jähriger hat im Kofferraum seines Wagens seelenruhig zwei alte Panzerfaustköpfe zur Polizei in Quedlinburg transportiert. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst übernahm den Wagen, untersuchte die angerostete Munition und konnte schließlich Entwarnung geben. Demnach handelte es sich um Übungsmunition.

Der Weg bis zu dieser erleichternden Meldung war nach Angaben der Polizei abenteuerlich: Der 72-Jährige ist Mitglied eines Kleingartenvereins. Bei einer Aufräumaktion in der Gartenanlage war ein Container für Metallschrott aufgestellt worden. Als dieser voll war, wurde der Container vom Schrotthändler abgeholt. Der Schrotthändler entdeckte die Panzerfaustköpfe, rief den Verantwortlichen des Kleingartenvereins an und forderte ihn auf, die Panzerfaustköpfe abzuholen.

Der fuhr zum Schrotthändler, legte die Panzerfaustköpfe in den Kofferraum und gab sie bei der Polizei ab. Wie genau die Munition in den Container kam, ließ sich laut Polizei jedoch nicht ermitteln.

Polizei: Bei Munitions- und Bombenfunden 110 anrufen

Die Polizei macht darauf aufmerksem, dass bei Verdacht eines Kampfmittelfundes stets die 110 zu wählen ist. "Der Kampfmittelbeseitigungsdienst steht an jedem Wochentag rund um die Uhr bereit, um auf Fundmeldungen zu reagieren", so Polizeisprecher Axel Vösterling. Die Experten hätten in dem konkreten Fall festgestellt, dass es sich um Panzerfaustköpfe sowjetischer Bauart mit einem hochsensiblen Zündsystem handelt. Einstufung: "Nicht transportsicher" und "vor Ort zu sprengen".

"Die Menge des Sprengstoffs war ausreichend, um das Fahrzeug zu sprengen", schätzt Vösterling. Nur weil es sich um Übungsmunition gehandelt habe, sei nichts Schlimmes passiert. Schon der "nicht fachgerechte Umgang beim Ablegen im Container und auf dem Betriebsgelände des Schrotthändlers hätte schnell tödliche Folgen haben können."

Quelle: MDR/mg

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2017, 18:05 Uhr

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3 Kommentare

18.05.2017 01:12 Renate 3

Immerhin auch eine Story eines "Einzelfalls" wert.

18.05.2017 11:11 Friedenstaube 2

Mal raten....Gegen Oppa und die Kleingärtner wird jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Handeltreiben mit Kriegswaffen und der Bildung einer terroristischen Vereinigung eröffnet. Die Tatverdächtigen gehören halt nicht einer Großfamilie an. Da kann man dann zeigen, was der starke Rechtsstaat so drauf hat. Im Übrigen war das Vorgehen des Opas zwar riskant aber aus Kostengründen wohl echt schlau. Jetzt haftet er nicht für die Kampfmittel-Räumung in seinem Kleingarten. Dafür hätte man wahrscheinlich im Umkreis von 20 Kilometer evakuieren müssen. Dar Glück ist mit den Anpackenden.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Das von Ihnen geschilderte Szenario ist eher unwahrscheinlich.

17.05.2017 22:50 part 1

Gipskopf- Geschosse für ein RPG 7, bei der richtigen Munition hätte man dagegen ordendlich auf die Spitze draufhauen müssen um das piezo- elektrische Zündelent auszulösen, richtig gefährlich ist die Treibladung, die hat die meisten Unfälle verursacht durch unsachgemäße Handhabung.