Region Magdeburg

360 Stellen in Gefahr : Tauziehen um Jobs bei Ameos auf Januar vertagt

Die rund 360 von Kündigung bedrohten Beschäftigten der Ameos-Kliniken im Salzlandkreis müssen weiter auf Antwort warten. Das Gespräch zwischen Betriebsrat und Klinikleitung war am Sonnabend ergebnislos geblieben. Ameos-Betriebsrat Olaf Haberecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT, im Januar solle weiterverhandelt werden. Der Betriebsrat war mit dem Vorschlag in das Treffen gegangen, die Arbeitszeit in den Kliniken Aschersleben, Bernburg und Schönebeck um fünf auf 35 Stunden pro Woche zu reduzieren. Dafür sollte auch auf einen Teil des Lohnes verzichtet werden.

Der arbeitspolitische Sprecher der SPD im Landtag, Andreas Steppuhn, hatte vorab erklärt, die Arbeitsplätze müssten unbedingt erhalten bleiben. Beide Partner seien in der Pflicht, eine tragfähige Lösung zu finden.

Gescheiterte Verhandlungen mit ver.di

Klinikum Bernburg
Wie es für die Beschäftigten in Bernburg weitergeht, ist noch unklar.

Der Schweizer Ameos-Konzern hatte Anfang der vergangenen Woche angekündigt, in den drei Kliniken im Salzlandkreis insgesamt 360 Stellen zu streichen. Als Grund wurden Millionenverluste im laufenden Jahr und die gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di angegeben. Ameos hatte die Kliniken im Frühjahr vom Salzlandkreis übernommen und zugesagt, bis Jahresende alle 1.800 Mitarbeiter zu behalten - unter der Bedingung, rentabel zu wirtschaften. Um dies zu gewährleisten, hatte der Konzern gefordert, die wöchentliche Arbeitszeit bis Ende des Jahres von 40 auf 35 Stunden zu kürzen. Die Gewerkschaft hatte sich jedoch lange dagegen gewehrt. Erst als im November ein Gutachten die schlechte Finanzlage und den Personalüberhang bestätigte, hatte sie sich verhandlungsbereit erklärt, allerdings erst ab Mitte Januar.

Ameos-Regionalgeschäftsführer, Kai Swoboda, hatte zu den Entlassungsplänen erklärt, es gebe keine andere Möglichkeit, als den jetzt gewählten Weg. Man werde aber Vorschläge des Betriebsrats entgegennehmen. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich von dem geplanten Stellenabbau völlig überrascht und kritisierte ihn. Mit der angekündigten Stellenstreichung habe Ameos zielführende Tarifverhandlungen torpediert, sagte Gewerkschaftssekretär Jens Berek in der vergangenen Woche.

Privatisierung nach Millionen-Verlusten

Verluste in Höhe von 50 Millionen Euro waren im vergangenen Jahr der Hauptgrund, warum der Kreistag des Salzlandkreises sich zu einer Privatisierung der kommunalen Kliniken entschlossen hatte. In einem langwierigen Bieterwettstreit hatte sich Ameos dabei gegen den Mitbewerber Helios durchgesetzt. Der Schweizer Konzern hat in Sachsen-Anhalt insgesamt sieben Standorte. Neben Aschersleben, Bernburg und Schönebeck sind das Stassfurt, Halberstadt, Oschersleben und Haldensleben.

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2012, 15:09 Uhr

3. qui von boni (Privatmann Beruf: reich):
N. Udel: Genau, so ist es! Politiker sind nicht mehr für die Interessen des Volkes, sondern für die Interessen einer Vielzahlnicht wählbarer privater Interessengruppen da,.... Armes Grundgesetz, blühende Unkrautlandschaften und deren Wachstumsbeschleunigung der Unbelehrbarkeiten(in anderen Ländern auch Korruption genannt! Geld kann man nicht essen! Alles unterm C!
30.12.2012
11:34 Uhr
2. Ein Wolfner:
@N.Udel - Ich geb Ihnen vollkommen Recht, aber eins sollte dabei noch beachtet werden. Bitte beachten; Nicht den MP Herrn H........ mitverhandeln lassen, denn dann können die dort tätigen Leute gleich noch beim Amt Zuschüsse beantragen, weil der hat die Realität zum wahren Leben vollkommen verloren. Armes SA, was soll aus dir noch werden.
29.12.2012
19:32 Uhr
1. N. Udel:
Ja, so läuft das heutzutage, Krankenhäuser werden privatisiert und müssen Gewinne erwirtschaften. Der Krankenbetreuung tut das gar nicht gut, weil Ärzte und Pflegepersonal immer gestresster sind. Man kann auch die ganzen Politiker privatisieren, die sich den Nonsens an's Rewer heften dürfen. Dafür haben wir jetzt die B6n, auf das der Transit durch dieses wunderwunderschöne Land noch schneller vonstatten gehen mege.
29.12.2012
11:11 Uhr

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