Region Magdeburg

Geplanter Stellenabbau abgewendet Vereinbarung zur Arbeitszeitreduktion getroffen : Kompromiss bei Ameos-Kliniken?

Gescheiterte Verhandlungen mit ver.di

Klinikum Bernburg
Nehmen sie den neuen Tarifvertrag an, können die Beschäftigten in Bernburg aufatmen.

Der Schweizer Ameos-Konzern hatte Mitte Dezember angekündigt, in den drei Kliniken im Salzlandkreis insgesamt 360 Stellen zu streichen. Als Grund wurden Millionenverluste im laufenden Jahr und die gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di angegeben. Ameos hatte die Kliniken im Frühjahr 2012 vom Salzlandkreis übernommen und zugesagt, bis Jahresende alle 1.800 Mitarbeiter zu behalten - unter der Bedingung, rentabel zu wirtschaften. Um dies zu gewährleisten, hatte der Konzern gefordert, die wöchentliche Arbeitszeit bis Ende des Jahres von 40 auf 35 Stunden zu kürzen. Die Gewerkschaft hatte sich jedoch lange dagegen gewehrt. Erst als im November ein Gutachten die schlechte Finanzlage und den Personalüberhang bestätigte, hatte sie sich verhandlungsbereit erklärt, allerdings erst ab Mitte Januar.

Ameos-Regionalgeschäftsführer, Kai Swoboda, hatte zu den Entlassungsplänen erklärt, es gebe keine andere Möglichkeit, als den jetzt gewählten Weg. Man werde aber Vorschläge des Betriebsrats entgegennehmen. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich von dem geplanten Stellenabbau völlig überrascht und kritisierte ihn. Mit der angekündigten Stellenstreichung habe Ameos zielführende Tarifverhandlungen torpediert, sagte Gewerkschaftssekretär Jens Berek.

Privatisierung nach Millionen-Verlusten

Verluste in Höhe von 50 Millionen Euro im Jahr 2011 waren der Hauptgrund, warum der Kreistag des Salzlandkreises sich zu einer Privatisierung der kommunalen Kliniken entschlossen hatte. In einem langwierigen Bieterwettstreit hatte sich Ameos dabei gegen den Mitbewerber Helios durchgesetzt. Der Schweizer Konzern hat in Sachsen-Anhalt insgesamt sieben Standorte. Neben Aschersleben, Bernburg und Schönebeck sind das Stassfurt, Halberstadt, Oschersleben und Haldensleben.

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2012, 15:09 Uhr

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