Region Magdeburg

Salzlandkliniken : Ultimatum an Ameos-Mitarbeiter

Im Streit um die geplanten Entlassungen bei den Ameos-Salzlandkliniken hat die Geschäftsleitung ein Ultimatum gestellt. Die 1.600 Mitarbeiter an den Standorten Schönebeck, Aschersleben und Bernburg wurden aufgefordert, bis Ende der Woche Änderungen in ihren Arbeitsverträgen zu unterzeichnen.

Betreiber droht mit Entlassungen

Schild mit der Aufschrift "Ameos - Ameos Klinikum Aschersleben"
In den Kliniken könnten 360 Stellen wegfallen.

Der Regionaldirektor der Ameos-Kliniken, Kai Swoboda, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Änderungen müssten noch in diesem Monat wirksam werden. Je mehr Mitarbeiter sich auf das Angebot einließen, desto weniger würden entlassen. Die Beschäftigten sollen die Arbeitszeit reduzieren und auf einen Teil des Gehalts verzichten. Ameos will im Gegenzug auf den Abbau von 360 Stellen verzichten. Dies ist auch in einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat der Kliniken festgelegt.

Die Gewerkschaft ver.di, die an der Ausarbeitung der Vereinbarung nicht beteiligt war, bezeichnete das Vorhaben als rechtswidrig. Gewerkschaftssekretär Jens Berek kritisierte, dass der Ameos-Betriebsrat über die Köpfe der Beschäftigten hinweg entschieden hätte. Zudem sei unklar, wie rechtssicher der Verzicht auf Entlassungen sei. Berek wies zudem daraufhin, dass Ärzte und leitende Angestellte von den Kürzungen ausgenommen würden, obwohl diese eine größere Last tragen könnten.

Betriebsrat widerspricht ver.di

Der Chef des Betriebsrats der Ameos-Kliniken im Salzlandkreis, Olaf Haberecht, hat die Kritik von ver.di zurückgewiesen. Laut Haberecht geht es bei dem Kompromiss mit der Klinik-Geschäftsführung um individualrechtliche Lösungen. Anders als von ver.di behauptet, sei die Einigung weder rechtswidrig, noch sei der dabei ausgehandelte Kündigungsschutz nicht rechtssicher. Haberechts zufolge soll der Kompromiss bis zum Jahr 2017 gelten.

Ameos macht Verluste

Der private Klinikbetreiber Ameos aus der Schweiz hatte Mitte Dezember vergangenen Jahres angekündigt, wegen akuter Finanznot 360 Stellen streichen zu wollen. Als Grund wurden Verluste im vergangenen Jahr und das Scheitern der Tarifverhandlungen mit ver.di angegeben. Ameos hatte die Kliniken im März 2012 vom Salzlandkreis übernommen und zugesagt, bis Ende des Jahres alle Mitarbeiter zu behalten.

Ameos Salzlandkliniken
MDR SACHSEN-ANHALT

Ultimatum in den Ameos-Kliniken

Im Streit bei den Salzlandkliniken gibt es ein Ultimatum: Bis zum Freitag sollen rund 1.600 Mitarbeiter einen geänderten Arbeitsvertrag unterzeichnen. Kerstin Kinszorra berichtet.

14.01.2013, 17:00 Uhr | 01:22 min

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 17:38 Uhr

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Ameos

Ameos ist ein Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen mit Sitz in Zürich. Die Gruppe betreibt insgesamt 48 Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Österreich und Deutschland. Schwerpunkte sind der norddeutsche Raum und Baden-Württemberg.

Das 2002 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 6.900 Mitarbeiter und hat Einrichtungen mit zusammen 5.300 Betten. Der Jahresumsatz wurde mit 374 Millionen Euro beziffert. Kapitalgeber von Ameos sind Pensionskassen und Rentenversicherungen. Die Gewinne fließen allein den Gesellschaftern zu.

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