Silhouette und Schatten eines Radfahrers auf Kopfsteinpflaster.
Auf dem Fahrrad hat sich der Täter seinen Opfer genähert (Symbolfoto). Bildrechte: imago/imagebroker

Belästigungen in Magdeburg Spritz-Attacken: Verdächtiger gefasst

Die Polizei hat in Magdeburg einen Mann gefasst, der Frauen mit einer spermahaltigen Flüssigkeit bespritzt hat. Die Taten wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Die Polizei prüft, ob er weitere Taten verübt hat.

Silhouette und Schatten eines Radfahrers auf Kopfsteinpflaster.
Auf dem Fahrrad hat sich der Täter seinen Opfer genähert (Symbolfoto). Bildrechte: imago/imagebroker

Die Magdeburger Polizei hat einen Mann gefasst, der Frauen belästigt und mit Sperma bespritzt haben soll. Wie Sprecher Frank Küssner MDR SACHSEN-ANHALT sagte, handelt es sich um einen 33 Jahre alten Magdeburger. Küssner beschreibt: "In den meisten Fällen handelte der unbekannte Täter so, dass er sich den Damen von hinten mit dem Fahrrad genähert hat und sie dann im Vorbeifahren mit der zunächst unbekannten Flüssigkeit besprüht hat."

In einem Teil der Fälle habe die Polizei auf den Kleidungsstücken Spuren sichern können. Diese Spuren seien dann im Landeskriminalamt analysiert worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass in den meisten Fällen eine spermahaltige Substanz verwendet worden sei. Hinweise hätten die Ermittler später zu dem 33-Jährigen geführt, von dem dann eine Vergleichs-DNA-Spur genommen worden sei. Danach stand fest, dass der Mann für acht Taten verdächtig ist.

Beteiligung an weiteren Übergriffen wird geprüft

Die Polizei prüft jetzt, ob er auch noch für weitere Taten verantwortlich ist. In einigen Fällen habe jedoch auch eine andere Flüssigkeit eine Rolle gespielt: "Wir hatten im Magdeburger Stadtpark auch den einen oder anderen Fall, wo Joggerinnen mit einer Flüssigkeit besprüht worden sind. Dabei handelt es sich allerdings um benzinhaltige Substanzen." Ob auch diese Taten mit dem 33-Jährigen in Verbindung gebracht werden können, müsse noch geklärt werden.

Wie Küssner weiter sagte, handelt es sich im rechtlichen Sinne um Beleidigungsdelikte. In diesen Fällen sehe das Strafgesetzbuch Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr vor. Da der Verdächtige noch nicht vernommen worden sei, wisse man noch nichts über ein mögliches Tatmotiv. 

Polizei vermutet weitere Straftaten

Der Polizeisprecher hält es auch für möglich, dass es noch weitere Straftaten der Art gegeben hat. Küssner sprach von einer "neuen Art und Weise". Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die angezeigten Straftaten nur die Spitze des Eisbergs seien: "Ich glaube schon, dass nicht jede Frau, die mit irgendeiner fremden Flüssigkeit bespritzt wird, das auch gleich zur Anzeige bringt. Insofern kann man auch hier von einer gewissen Dunkelziffer ausgehen."

Quelle: MDR/sp/rj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. September 2017 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017, 18:19 Uhr

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4 Kommentare

29.09.2017 15:10 böse-zunge 4

zu #2) Auf zdf-info gibt es einen Mehrteiler zur Geschichte von Polizei und Kriminalpolizei in Deutschland von der Kaiserzeit bis heute.
Ein netter Abriß von Kindsmördern über Mordbrenner bis zu Serientätern.
Danach ärgert bis empört man sich immer noch über solche Täter - aber zumindest ahnt man zumindest ... es gibt das und man selbst ist immer gefordert damit umzugehen.

29.09.2017 14:59 Nordharzer 3

Für solche Leute wäre der mittelalerliche Pranger meine bevorzugte Variante.

29.09.2017 14:47 Pattel 2

Mit was für "kranken" Menschen muss ich in meinem Land zusammen leben?

29.09.2017 14:05 Andreas 1

Mega Assi!

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