Studenten protestieren gegen AfD-Vorlesung.
Studenten protestieren gegen AfD-Vorlesung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK . Stephan Schulz

Vortrag zu "Geschlechterforschung" Proteste gegen AfD-Vorlesung an Uni Magdeburg

Studenten protestieren gegen AfD-Vorlesung.
Studenten protestieren gegen AfD-Vorlesung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK . Stephan Schulz

Bei einer geplanten Veranstaltung der AfD an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Donnerstagabend hat es im Hörsaal lautstarke Proteste gegeben. Organsiert hatte die Vorlesung die "Campus Alternative" – eine AfD-nahe Hochschulgruppe. Dabei sollte es um das Thema "Geschlechterforschung" gehen. Bei der Veranstaltung hatte auch AfD-Landeschef André Poggenburg sprechen sollen.

Lautstarker Protest

Nach einer vorherigen Veranstaltung blieben 200 bis 300 Studenten im Hörsaal sitzen und erwarteten bunt gekleidet die AfD-Abordnung. Als sie eintraf, entbrannte lautstarker Protest. Die AfD-Männer wurden ausgebuht und beschimpft. Später kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Dabei flog auch ein Böller. Poggenburg und seine Mitstreiter flohen in einen kleinen Raum hinter der Bühne, berichtet MDR SACHSEN-ANHALT-Reporter Stephan Schulz. Später wurde die Abordnung mit Polizeischutz aus dem Gebäude geleitet.

Poggenburg: "Politische Alternative entgegenstellen"

Studenten protestieren gegen AfD-Vorlesung
AfD-Chef André Poggenburg (re.) und seine Begleiter verlassen unter Protest den Hörsaal. Bildrechte: MDR/S. Schulz

AfD-Chef Poggenburg sagte dem MDR, die Universitäten in Deutschland würden zum großen Teil von der Antifa regiert. Das habe die Veranstaltung in Magdeburg gezeigt. "Es ist ganz wichtig, dass wir dem endlich eine politische Alternative entgegenstellen. Das ist die AfD", so Poggenburg weiter.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt erklärte: "Wir werden jetzt erst recht Einsatz zeigen, um die Verhältnisse zu ändern. Wir müssen wiederkommen und wir werden uns auch durchsetzen."

"Darauf angelegt, Aufruhr zu erzeugen"

Prof. Michael Dick, Dekan der Fakultät für Humanwissenschaft, erklärte dagegen: "Die Unmutsäußerungen der Studierenden und Besucher waren so eindeutig, dass ich glaube, vernünftige Veranstalter hätten sich zurückgezogen und hätten es dabei belassen." Die Organisatoren der Vorlesung hätten es offenbar darauf angelegt, einen gewissen Aufruhr zu erzeugen, so Dick. Dahinter stecke "natürlich kein inhaltliches, sondern ein politisches Motiv". Die Uni selbst erklärte, "die 'Campus Alternative' hat als eine der AfD nahestehende Studierendengruppierung dieselben Rechte und Pflichten wie andere an der Uni aktiven politischen Studierendengruppen auch." Die Universität verstehe sich als Raum des öffentlichen, allen Regeln von Demokratie und Rechtstaatlichkeit folgenden Diskurses.

Anzeige wegen Körperverletzung

Der Einsatzleiter der Polizei erklärte vor Ort, es habe eine Anzeige wegen Körperverletzung gegeben. Er schloss nicht aus, dass es weitere Anzeigen geben könnte. Der Studierendenrat der Guericke-Universität kritisierte das Geschehen. Sprecher Alexander Hönsch sagte dem MDR, der Einsatz von Polizei und Feuerwehr wäre nicht nötig gewesen, wenn die "Campus Alternative" vernünftig und verantwortungsvoll gehandelt hätte. "Zum anderen kann man sagen, dass unsere Universität die Vielfalt lebt und für Menschenfreundlichkeit und Akzeptanz einsteht", so Hönsch weiter.

Nach Studentenprotesten "Campus Alternative" muss Vorlesung absagen

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Dieses Thema im Programm: • MDR AKTUELL | 12.01.2017 | 21:45 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13.01.2017 | Nachrichten | ab 05:00 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13.01.2017 | Regional Magdeburg| ab 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2017, 20:40 Uhr

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498 Kommentare

15.01.2017 18:12 Frauke Garstig 498

@492 Die AFD Darmstadt spricht davon, den Frauen das Wahlrecht zu entziehen! Solchen Individien brauchen keine Plattform sondern Nachhilfe!

15.01.2017 17:26 Wo geht es hin? 497

@Mediator - Zitat von Ihnen:"Jetzt bringen Sie doch einmal etwas Transferleistung auf. Das sollte doch nicht so schwer sein. Ich habe mit keinem Wort erwähnt, dass das Veranstaltungsthema Homosexualität als Thema hatte. Von daher werte ich die Anmerkung des MDR auch nicht als Korrektur meiner Aussage, sondern als eine Information." Zitat Ende. Lol, also lesen können Sie auch nicht richtig? Benennen Sie sich lieber von "Mediator" zu "Pippi Langstrumpf" um, das würde passen! Und KONKRETE Antworten auf meine 2 KONKRETEN Fragen habe ich immer noch nicht von Ihnen, wieder nur Geschwurbel! PS: Was verstehen Sie unter "ich soll Transferleistung aufbringen"? Ups, schon wieder eine konkrete Frage...hoffentlich überfordert Sie Ihr eigener Unsinn nicht schon wieder...

14.01.2017 00:47 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 496

@ 490:

Insgesamt finde ich Deinen Kommentar nicht nur erwähnenswert, sondern auch unterstützbar.

Besonders unterstützbar fand ich Dein

"- Minderwertig hingegen ist die zT. auch hier sichtbarwerdende Niedrig-Intellektualität und das geschwätzige Bedprfniss zu Diffamieren."

Klar... ick fall' sofort in Dein Feindbild, aber...

wenn Du schon von 'Intellektualität' sprichst, dann unterlaß' doch bitte die orthographischen Schwächen! Sonst ist solch ein Auftritt nur peinlich!

14.01.2017 23:44 Kritischer Bürger 495

@Wo geht es hin? 480: VERGEBLICHE MÜH, eine Antwort bekommen Sie nur wenn Sie die Überzeugung des Mediator haben wie auch viele Andere hier. Ich warte seit Tagen auf eine Antwort von Mediator und gehe ich noch weiter zurück kommen gar Monate zusammen. Es zeigt mir also man mag sich als Mediator darstellen wollen aber ist bei weiten nur Ausrichter einer bestimmten Meinung. Wer diese nicht hat bekommt auch keine Antwort! Kenne ich aus der näheren Vergangenheit von politischer Bühne schon und es wird sich auch nicht ändern. Sie und ich wie viele Andere werden vergeblich auf Antworten warten, denn anscheint hat man keine die der eigenen Überzeugung entsprechen kann.

14.01.2017 23:34 Mediator an Wo geht es hin (480) 494

Jetzt bringen Sie doch einmal etwas Transferleistung auf. Das sollte doch nicht so schwer sein. Ich habe mit keinem Wort erwähnt, dass das Veranstaltungsthema Homosexualität als Thema hatte. Von daher werte ich die Anmerkung des MDR auch nicht als Korrektur meiner Aussage, sondern als eine Information.

Dass Die AfD eine recht klare Vorstellung davon hat, wie die deutsche Familie auszusehen hat und was dann eben umgekehrt als nicht der Norm entsprechend gilt, das ist bekannt.

Da die AfD jedoch die Norm nicht über reine Statistik definiert sondern da Wertungen wie richtig/falsch bzw. normal/krank mitschwingen, kann man durchaus behaupten, dass hier alternative Lebensentwürfe diskriminiert werden. Aus Diskrimminierung ergibt sich eben auch fast zwangsläufig Gewalt.

Vor diesem Hintergrund ist eine Veranstaltung mit dem Titel: "„Gender Mainstreaming – der gesellige Zeitvertreib für Leute ohne Probleme“ doch durchaus als Provokation zu verstehen.

14.01.2017 20:17 Stephan Fleischhauer 493

Zitat Kommentar 482:

>>ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Ja, unser Kamerateam ist bei der Veranstaltung gewesen. Beide Seiten haben Pressemitteilungen verschickt. Auch wir haben diese bekommen und sind "den Einladungen gefolgt".<<

Dazu eine Nachfrage: Von wem genau kamen die Pressemitteilungen? (Und sind diese öffentlich?)

14.01.2017 19:58 Bert Stählter 492

Frau @Frauke Garstig 486, -
von wegen "weniger wert zu sein", vermutlich als Frau, ist eine bösartige oder dumme Unterstellung.
Solche kommt klassischerweise oft nicht von marxistischen, aber von vielen Gleichmacher-Linken, die A n d e rsartigkeit nur als erniedrigend, ob psychologisch oder ideologisch verstehen könne oder wollen.
-- Daß männliche & weibliche Gehirne deutlich unterschiedlich funktionieren -- undzwar z.T. durchaus zum Vorteil der Frauen - ist ein jahrzehntelang erforschtes und publiziertes Phänomen.
- Minderwertig hingegen ist die zT. auch hier sichtbarwerdende Niedrig-Intellektualität und das geschwätzige Bedprfniss zu Diffamieren.

"...Herrn Poggenburg als Autokühlerverkäufer zu „Gender Mainstreaming - “ zu referieren? Warum hat AfD Problem ... dass Frau und Mann heutzutage gleichberechtigt sein sollten? ... mir anhören zu müssen, weniger wert zu sein als solche kleinen verzogenden wohlstandsverwöhnten rechten Lümmel ohne Studienabschluß!

14.01.2017 19:36 Stephan Fleischhauer 491

Die Tatsache, dass der MDR Stephan Schulz und ein zweiköpfiges Kamerateam geschickt hat, lässt darauf schließen, dass der MDR mit Tumulten gerechnet hat.

Was wusste der MDR bereits im Vorfeld? Wurde der MDR über die geplanten Störungen (Saalbesetzung, Pfeifen, Sprechchöre) im Vorfeld informiert?

Wird der MDR sein Videomaterial zur Aufklärung von Gewalttätigkeiten zur Verfügung stellen?

14.01.2017 19:30 ralf meier 490

@ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT zu14.01.2017 17:21 ralf meier Nr. 489: Hallo Moderation, Herzlichen Dank für den Hinweis. Ich hätte nicht den Suchbegriff 'Interview' mit nutzen sollen. Nun habe ich den von Ihnen genannten Artikel gelesen und muß Ihnen recht geben. Dort wurde explizit diese Aussage gemacht , auch wenn sie kurz danach mit der Erläuterung '"Unter Männern gibt es mehr Idioten, aber eben auch mehr Genies." relativiert wurde. Wie auch immer . Darüber hätte man trefflich diskutieren können, wenn die Störer das zugelassen hätten. Es ist schon so, wie Ihr Reporter Stephan Schulz gesagt hat. Die Studenten haben Werbung für die AFD gemacht. MfG. ralf meier

14.01.2017 17:21 ralf meier 489

@@ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT zu14.01.2017 14:42 ralf meier : hallo Moderation. ich habe nun länger nach Interviews mit Herrn Wolf gesucht und bin dabei lediglich auf ein Interview gestoßen, daß Herr Wolf am 09.10.2016 unter dem Titel 'Warum Frauen anders ticken als Männer' mit der Sachsen-Anhaltener Volksstimme geführt hat. Er schreibt dort u.a.: 'Der Durchschnitt der Intelligenzquotienten (IQ) von Frauen und Männern ist fast identisch. Doch verläuft die Verteilungskurve der IQ in der männlichen Bevölkerung etwas flacher. Das heißt, es gibt unter Männern mehr Unterbegabte, aber ebenso auch mehr Hochbegabte.' Das klingt doch schon deutlich differenzierter und vor allem statistisch belegter als die mit Verlaub
'pauschal diffamierende Aussage' die Sie aus einer mir unbekannten Quelle zitiert haben . Möchten Sie mir nicht wenigstens eine Quelle nennen, die Ihr Zitat belegt ?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Sie können das z.B. bei den Kollegen der Thüringer Allgemeinen nachlesen.