Ein Mann sitzt in einem Trabant, der zu einem Rennwagen umgebaut und mit bunter Werbung beklebt ist.
Bildrechte: MDR/Marila Zielke

Rennfahrer aus Magdeburg Mit dem Trabi in die Wüste

Ein Leben ohne Trabi ist für Michael Kahlfuss aus Magdeburg nicht möglich. Schon als Kind saß er im Fahrzeug seines Opas. Und später hat er mit seinem Trabant an internationalen Rallys teilgenommen.

von Marila Zielke, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Mann sitzt in einem Trabant, der zu einem Rennwagen umgebaut und mit bunter Werbung beklebt ist.
Bildrechte: MDR/Marila Zielke

Ein Leben ohne einen Trabi ist für den 54-jährigen Motorsportrennfahrer Michael Kahlfuss nicht möglich. Schon als 6-Jähriger saß er auf dem Schoß des Opas im Trabi. Mit zehn Jahren folgten dann die ersten Fahrversuche. Michael Kahlfuss lebt den Motorsport.

"Das Besondere an einem Trabi ist, dass das Ding unverwüstlich ist und, dass er so einfach zu fahren ist. Überschaubare Technik, einfach zu händeln. Ja und 30 Jahre dasselbe Auto. Man kann da nicht viel verkehrt machen."

Dank Fahrschule zum Rennsport

Schon seit 1981 ist Michael Kahlfuss aktiv in der Rennsportszene dabei. Durch seine Fahrschule in Magdeburg ist der Fahrlehrer zum Motorsport gekommen "Mein Fahrlehrer war auch begeisterter Rennfahrer. Das hat mich einfach fasziniert. Er sagte zu mir, Mensch, du hast Talent, mach das." Gesagt getan.

Rallys fährt er seit 1983. Zu DDR-Zeiten fuhr er bei der Meisterschaft auf LADA und TRABANT. 1990 wurde er sogar mit dem Trabant (Gruppe A) DDR-Vizemeister

Nach der Wende ging es für den begeisterten Motorsportfan quer durch die Welt. Er hat mit seinem Trabi an internationalen Rallys teilgenommen. Es ging 2005 nach Mexiko, 2007 nach Japan, 2008 nach Jordanien und 2009 nach Australien. Das sind nur einige Rallys, an denen er teilgenommen hat. Als besonderes Highlight erinnert sich Michael Kahlfuss aber an die Safari Rallye 1994. Dort war er mit Trabi "Fritzi" dabei.

Niemals Letzter

Auch in England gab es  eine ganz besondere Erfahrung. "1992 war mein erster WM-Lauf. Das Auto ist niemals als Letzter ins Ziel gekommen, obwohl man mit 50 PS, 2-Zylinder-Motor immer hoffnungslos untermotorisiert war. Kurz vor dem Ziel wurden wir dann von vier bis fünf Autos raus gezogen. Wir dachten, wir werden disqualifiziert. Aber nein. Unser Trabi wurde gewaschen und vor dem Start führte man uns durch eine drei Kilometer lange Fußgängerzone, und dort feierten uns 30.000 bis 40.000 Menschen wie die Helden in England. Damit hätten wir nie gerechnet."

Auch wenn der Trabi vor 26 Jahren zum letzten Mal vom Band gegangen ist, wird er nicht aussterben, meint Kahlfuss. Heutzutage muss man Geld haben, um Ersatzteile zu beschaffen. Früher brauchte man eher Kontakte oder handwerkliches Geschick, um einen Trabi fahren zu können.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Ihr Morgen | 07. November 2017 | 05:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2017, 20:47 Uhr

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