Blick in die Fertigungshalle der MCE Aschersleben
Die großen Rohrleitungen und Industrie-Anlagen der MCE Aschersleben GmbH werden weltweit vermarktet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Finanzproblemen Traditionsbetrieb im Salzlandkreis gerettet

Nach mehr als zwei Jahren bangen Wartens steht fest: Die MCE Aschersleben GmbH, die ursprünglich zum Großkonzern Bilfinger gehörte, ist gerettet. Ein Privatmann hat den Spezialisten für große Rohrleitungen und Industrie-Anlagen gekauft und damit viele Jobs erhalten.

Blick in die Fertigungshalle der MCE Aschersleben
Die großen Rohrleitungen und Industrie-Anlagen der MCE Aschersleben GmbH werden weltweit vermarktet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Aschersleben im Salzlandkreis ist ein 120 Jahre altes Traditionsunternehmen mit 70 Arbeitsplätzen gerettet worden. Es handelt sich um die Firma MCE Aschersleben, die bislang zum Bilfinger-Konzern gehörte. Dieser war Ende 2014 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Anfang des Monats hat nun der früher angestellte Geschäftsführer Matthias Schröder das Unternehmen aufgekauft. Die Summe wurde nicht bekanntgegeben.

Matthias Schröder hat die Firma MCE Aschersleben aufgekauft
Matthias Schröder hat die Firma vor der Pleite gerettet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schröder sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Fördermittel seien nicht geflossen. Das Land habe ihn aber mit Kredit-Vermittlungen unterstützt. Schröder ergänzte, er wolle den Betrieb künftig breiter aufstellen, um ihn wirtschaftlicher zu machen. Die 70 Angestellten sollen ihre Jobs behalten. "Es wäre schade um das gut ausgebildete Personal gewesen, wenn der Betrieb hätte eingestellt werden müssen."

Gewerkschaft hat Unternehmen unterstützt

Die Gewerkschaft IG Metall hat sich über die Rettung der MCE Aschersleben GmbH erfreut gezeigt. Axel Weber von der IG Metall Magdeburg-Schönebeck sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das eigene Ziel, Partner für den Traditionsbetrieb zu finden, sei erreicht. Diese habe man in der Landespolitik gefunden. Vom Landtagsabgeordneten Detlef Gürth (CDU) über das Wirtschaftsministerium bis zum Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) hätten sich nach dem drohenden Aus 2015 Politiker für den Erhalt eingesetzt. Der Standort und die Arbeitsplätze seien nun gesichert und der Großteil der ursprünglich etwa 80 Kollegen noch da.

IG Metall: Bilfinger hat die Energiewende verschlafen

Weber sagte weiter, Geschäftsführer Schröder werde vor einer schwierigen Aufgabe stehen. Er müsse mit den rund 70 Mitarbeitern eine Nische für Produkte finden, die man nicht in gleicher Qualität oder billiger in Osteuropa fertigen kann. "Das wird eine herausragende Aufgabe für ihn sei, den Standort zu sichern. Wir sind der Auffassung, dass es eine reale Chance gibt." Der Bilfinger Konzern habe an Kraftwerksanlagen festgehalten und die Energiewende verschlafen. Andernfalls wäre eine Übernahme durch einen anderen Investor leichter gewesen, sagte Weber.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es bis Ende des Jahres laut IG Metall nicht geben. Das habe der Geschäftsführer der Gewerkschaft zugesagt. Im nächsten Jahr sind demnach Verhandlungen zwischen IG Metall und dem Betrieb über einen Hausvertrag geplant.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 16:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 22:17 Uhr

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1 Kommentar

20.03.2017 20:08 Carsten Klatt 1

Wenn die Gewerkschaften immer alles Besser wissen, warum gehen dann Firmen in die Insolvenz? Richtig, es gibt noch deren Lohnforderungen...