Mehrere Bürger und Kommunalpolitiker unterhalten sich vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt mit Abgeordneten
Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Dritte von rechts) bei der Übergabe der Unterschriftenliste an den Petitionsausschuss des Landtages Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Protest gegen Kiesabbau im Harz Bürgerinitiative übergibt mehr als 2.000 Unterschriften

Mehrere Bürger und Kommunalpolitiker unterhalten sich vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt mit Abgeordneten
Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Dritte von rechts) bei der Übergabe der Unterschriftenliste an den Petitionsausschuss des Landtages Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Bürgerinitiative aus Bühne im Harz hat am Donnerstag mehr als 2.300 Unterschriften an den Petitionsausschuss des Landtags übergeben. Mit der Liste sprechen sich die Unterzeichner gegen einen geplanten Abbau von Kies im Ilsetal aus. Ein Investor will zwischen Bühne und Stötterlingen jährlich 200.000 Tonnen Sand und Kies fördern – obwohl die dafür vorhergesehenen 50 Hektar Fläche nach Angaben der Initiative gar nicht in Besitz des Investors sind. Die Bürger fürchten deshalb, enteignet zu werden.

Nahaufnahme einer Unterschriftenliste, die dem Petitionsausschuss des Landtages von Sachsen-Anhalt überreicht wurde
Die Mitglieder einer Bürgerinitiative haben mehr als 2.300 Unterschriften gegen den geplanten Kiesabbau im Harz gesammelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ingeborg Wagenführ, parteilose Bürgermeisterin von Osterwieck, sagte bei der Übergabe der Liste, viele Menschen vor Ort sorgten sich um die Auswirkungen des Abbaus. Um die geplante Fördermenge von 200.000 Tonnen Kies abzutransportieren, müssen nach Angaben von Joachim Moshake von der Bürgerinitiative täglich 27 Lkw durch Stötterlingen und Bühne rollen – über schmale Kreisstraßen. Seiner Meinung nach würde die Umsetzung der Pläne neben einer Beeinträchtigung des Hochwasserschutzes auch eine erhöhte Verkehrsbelastung zur Folge haben. Auch fürchten die Bürger, das Projekt könne den Hochwasserschutz beeinträchtigen.

"Echte Betroffenheit" wegen befürchteter Auswirkungen

Die Bürgerinitiative wollte deshalb erreichen, dass Experten des Landtags sich vor Ort über die Gegebenheiten und Auswirkungen des Vorhabens informieren. Dieser Termin soll am 29. Juni stattfinden.

Wie Bürgermeisterin Wagenführ weiter sagte, gibt es in der Gegend eine "echte Betroffenheit". Die Menschen würden sich auf selbst gestalteten Plakaten gegen das Vorhaben aussprechen. Der Petitionsausschuss hat sich am Donnerstag während seiner Sitzung mit dem Thema befasst, jedoch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefällt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15.06.2017 | Studio Magdeburg | 07:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2017, 16:30 Uhr

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