Bienen sitzen auf einem künstlichen Bienenstock
Nur noch wenige Bienen leben in den Bienenstöcken von Familie Graf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Egeln bei Magdeburg Jugendliche töten tausende Bienen

Die Sonnenstrahlen wärmen schon. Am Mittwoch ist meteorologischer Frühlingsanfang. Und sobald die Natur erwacht und die ersten Frühblüher da sind, werden auch sie wieder aktiv: die Bienen. Nur bei Züchter Peter Graf in Egeln bei Magdeburg wird es in diesem Jahr ziemlich trostlos aussehen. Vandalen haben seine Bienenstöcke zerstört.

Bienen sitzen auf einem künstlichen Bienenstock
Nur noch wenige Bienen leben in den Bienenstöcken von Familie Graf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30.000 bis 50.000 Bienen sind in Egeln bei Magdeburg durch Vandalismus getötet worden. Züchter Peter Graf war schockiert, als er vor einigen Tagen an den Ort des Geschehens kam: "Die Bienen waren alle zerstört, die Völker, der Wagen war umgekippt. Es wurden Betonteile genommen, alles kaputtgeschlagen, es sah aus als wäre hier eine Bombe reingegangen."

Getötet hat die Tiere letztlich der Regen in den vergangenen Tagen. Graf erklärt: "Die Biene hat keine Chance, wenn sie  nass wird und sie keine Möglichkeit hat, sich zu wärmen."

Persönlicher Verlust größer als der monetäre

Peter Graf
Züchter Peter Graf hat der Verlust seiner Bienen stark mitgenommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Täter sind bekannt: Es waren Jugendliche aus einer nahegelegenen Schule. Graf und seine Frau haben die Täter zur Rede gestellt. Eine Erklärung haben sie jedoch nicht wirklich bekommen, so Gabriele Graf: "Ich weiß zwar nicht, was in den Köpfen vorgeht von den Jugendlichen, dass die das überhaupt machen. Die begreifen gar nicht, was für einen großen Schaden sie anrichten." Der genaue Schaden beläuft sich auf 10.000 Euro. Das ist der Wert des zerstörten Schleuderwagens und der Bienenvölker selbst.

Noch viel schwerer wiegt der persönliche Verlust der Bienen: "Ich habe an dem Tag wirklich geheult wie ein Schlosshund, weil da ein Leben dran hängt", sagte Peter Graf. Jedes Volk werde individuell gepflegt.

Die Grafs wollen nicht aufgeben. Doch es wird wohl Jahre dauern, bis die Population wieder komplett hergestellt ist.

Zerstörte Holzbienenstöcke
Ein Bild der Verwüstung: So fand Peter Graf seine zerstörten Bienenstöcke vor. Bildrechte: Peter Graf

Diese Thema im Programm: MDR | MDR UM ZWEI | 28.02.2017 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2017, 19:47 Uhr

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35 Kommentare

02.03.2017 13:17 Nicky 35

Es ist doch beängstigend wie die Jugend mit fremden Eigentum umgeht!
Die Bienen müssten gleich gestochen haben.damit sie so etwas nie wieder machen!
Aber hier kann ja jeder machen was er will und geht noch straffrei da von!

01.03.2017 20:54 Uwe Peter Willemsen 34

Sachlich ist eine Ursachenforschung und Bewertung kaum möglich. Aber da einer Verrohung kaum entgegen zu wirken ist, hilft vermutlich nur eine entsprechende juristische Härte. Der angerichtet Schaden ist nicht zu bemessen, auch ohne tierlieb zu sein. Wäre es juristisch möglich würde ich die Täter wegen Fahrlässiger Tötung, alternativ wegen Körperverletzung mit Todesfolge in 50.000 Fällen,zu entsprechenden Haftstrafen verurteilen. Selbst nach Jugendstrafrecht kämen die nie wieder in Freiheit.

01.03.2017 20:05 Timo M 33

Jugendliche die nichts mit sich anfangen können Langeweile, Spaß am Zerrstören Kaputtschlagen kein Respekt vor dem Eigentum von anderen, Vor der Natur und der Tierwelt an sich
einfach nur Traurig

01.03.2017 18:03 Karin Verbeek 32

Da hat die Erziehung versagt! Dummheit führt zur Tierquälerei! Ich wünschte dieser Haufen Egoisten bekäme eine harte Strafe !

01.03.2017 16:48 Jutta Weckmüller 31

Es ist kaum noch auszuhalten mit der Jugend heutzutage. Und die deutsche Kuscheljustiz unterstützt solches Verhalten! Auf den Marktplatz, öffentlich durchprügeln und eine Woche lang, bei Wind und Wetter dort angebunden ausharren lassen. Und wer will, kann sie bespucken!! Das wäre mal eine Strafe!!

01.03.2017 15:55 Patricia Lahn 30

Was sind das für dumme, absolut hirnlose Jugendliche. Zu doof um zu wissen, dass es ohne Bienen irgendwann nichts mehr geben wird. Was haben die nur für Eltern. Schade, dass die Bienen nicht mehr zustechen konnten, das hätte ich diesem Pack von Herzen gegönnt. Meine Kinder hätten niemals Tiere getötet oder gequält. Es ist einfach nur schrecklich. Bienen sind wunderschöne und friedliche Tiere, ich freue mich über jede in meinem Garten. Aber Dank solcher Idioten und der ganzen Pestizide, gibt es ja nicht mehr viele dieser nützlichen Tiere.

01.03.2017 15:03 Rudi S. 29

Was soll aus solchen Strolchen werden,wenn sie Erwachsene sind ? Verbrecher!

01.03.2017 14:44 klaus p 28

Verurteilt diese Milchsnitten Mafiosos zu einem Jahr lange Pflanzen Befruchtung /Bienenarbeit pro Woche 7 Tage lang und macht sie finanziell strafbar!

01.03.2017 14:14 Irina Souza Otto 27

Ist denn bekannt ob die Täter für den Schaden aufkommen müssen? Im Artikel wird dies nicht genau thematisiert. Wenn Sie namentlich bekannt sind müsste es doch möglich sein, zumindest den monetären Verlust einzufordern? Sozialstunden wären mal das Mindeste!! Mein herzliches Mitleid dem armen Imker. Vielleicht kann diese Schule ja als Projekt in irgend einer Form Unterstützung leisten.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Sofern sie schon strafmündig sind, muss über die Strafe ein Gericht entscheiden.

01.03.2017 13:59 Lars Hildebrandt 26

Kein " Bock " auf Schule, Sport nein Danke - viel zu anstrengend ! Gerade keine Lust auf Computer - Spiele ! Was macht man da mit der Freizeit ? Man wird kriminell ! Und was macht der Staat als Reaktion darauf ? Anstatt einen schnellen Prozess folgen zu lassen, vergehen Monate. Als Ergebnis kommt Bewährung heraus. Zeitnah zu einer wieder gut machenden Arbeit "verdonnern" - das wäre ein echter ( ! ) Warnschuss !!! Aber so ? Die lachen darüber, brüsten sich mit ihrer Tat - sind Helden in den Kreisen unreifer Kinder ! Wenn es schon die Eltern nicht können oder wollen - dann muss der Staat die Aufgabe diesbezüglich übernehmen ! Die Strafe folgt auf die Tat - das müssen sie lernen ! Und die Opfer ? Kommen, wie immer, kaum zu Wort ! Und wenn doch - dann als Letzte !!!