Schild vor der Zentralen Notaufnahme der Klinik für Unfallchirurgie der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg
Bildrechte: IMAGO

Verdi fordert Lohnangleichung Warnstreik an der Uniklinik Magdeburg

Die Gewerkschaft Verdi hat zum Donnerstag die Mitarbeiter des Magdeburger Uniklinikums zum Warnstreik aufgerufen. Sie fordert eine Angleichung der Gehälter auf das Niveau der Bediensteten im öffentlichen Dienst der Länder. Leidtragende des Streiks sind die Patienten. Sie müssen mit langen Wartezeiten rechnen.

Schild vor der Zentralen Notaufnahme der Klinik für Unfallchirurgie der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg
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Auf lange Wartezeiten und ausfallende Behandlungen müssen sich am Donnerstag die Patienten des Uniklinikums Magdeburg einstellen. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi hat knapp 3.000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen. Unter ihnen sind neben den rund 1.000 Schwestern und Pflegern auch das medizinisch-technische Personal, Azubis sowie Mitarbeiter der Verwaltung.

Diese werden nach dem bisherigen Plan zwischen 7 und 11 Uhr ihre Arbeit niederlegen, um für einen besseren Lohn zu demonstrieren. Konkret fordert Verdi eine Angleichung der Gehälter auf das Niveau der Bediensteten im öffentlichen Dienst der Länder. Derzeit gilt an der Klinik ein Haustarifvertrag.

Streik erwischt Klinikleitung kalt

Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums, Jan Hülsemann, geht davon aus, dass viele Behandlungen verschoben oder sogar ganz ausfallen werden. Wie er MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, gelte das besonders für ambulante Behandlungen. Es werde nach Dringlichkeit entschieden. Länger werde es ebenfalls bei der stationären Patientenaufnahme dauern. Eine Notfallversorgung sei aber gewährleistet.

Trotz allem erwischt der Warnstreik die Klinikleitung kalt. Sie ist laut Hülsemann von der kurzfristigen Streik-Ankündigung überrascht worden. So habe sie nur zwei Tage vorab und zunächst nur über Flugblätter von dem bevorstehenden Warnstreik erfahren. Auf Engpässe zu reagieren, sei deshalb nicht möglich gewesen. Hülsemann geht zwar davon aus, dass mit dem Ende des Streiks um 11 Uhr der Klinikbetrieb sich wieder normalisiere. Allerdings lasse sich noch nicht sagen, inwieweit Behandlungen dann nachgeholt werden könnten.

Februar-Einigung gescheitert

Bereits im Februar war ein Gehaltsplus von insgesamt 4,35 Prozent bis 2018 beschlossen worden. Darauf war die Klinikleitung nach Angaben des Ärztlichen Direktors Hülseman jedoch nicht eingestellt; es lasse sich nicht finanzieren. Die Gespräche über eine Lösung dieses Problems habe Verdi aber nach der ersten Runde abgebrochen.

MDR SACHSEN-ANHALT sagte Verdis Landesbezirksfachbereichsleiter Bernd Becker, das Angebot der Klinikleitung von einem Gehaltsplus von 2 Prozent sei völlig unzureichend. Es seien zwar weitere Gesprächstermine vorgeschlagen worden, ein verbessertes Angebot habe es aber nicht gegeben. Deshalb erhöhe die Gewerkschaft jetzt den Druck.

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07.06.2017 | 17:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mkl

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2017, 19:57 Uhr

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4 Kommentare

08.06.2017 14:13 pudd'nhead 4

meine sympathie gehört den streikenden, aber solange nur um bessere arbeitsbedingungen und bezahlung gestreikt wird, wird sich nichts ändern. die für die ökonomisierung des gesundheitswesens verantwortlichen müssen beim namen genannt und zur verantwortung gezogen werden, und das sind bekanntlich unsere sogenannten volksvertreter, die in der mehrzahl eigentlich kapitalvertreter heißen sollten. ob sich dafür die heutigen gewerkschaftsfunktionäre eignen wäre eine frage wert, denn diese situation besteht ja schon seit jahrzehnten.

08.06.2017 10:46 Streiker 3

Dieser Streik war schon längst überfällig. Und für den Klinikumsvorstand soll es eine Warnung sein, denn wir können es noch besser. Die Versorgung der Patienten ist ein ewiges, moralisches Druckmittel. Wir haben es satt so behandelt zu werden Ärzte und die Beschäftigten der Anstalt gehen mit viel mehr Geld nach Haus und das in einer gemeinsamen Einrichtung. Wir arbeiten seit Jahren für unsere Patienten bis zur Erschöpfung und das haben wir gern getan. Wir werden es auch in Zukunft, nur die Änderung der Bedingungen unter denen wir arbeiten , nehmen wir jetzt selbst in die Hand. ES REICHT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

08.06.2017 10:41 Peter Funk 2

Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt konnte ich sehen, wie hart die wenigen Schwestern arbeiten müssen. Mehr Geld lockt vielleicht mehr junge Leute in diesen Beruf. Aber auch kurzfristig wünsche ich den Mitarbeitern im Gesundheitswesen Entlastung durch mehr Personal. Ich als Patient wünsche viel Erfolg beim Streik !

08.06.2017 09:26 Streiker 1

Hallo Redaktion,
sicher müssen die Patienten in der Zeit Einschränkungen hinnehmen.
Wenn sich jedoch an der personellen Situationen auch auf Grund von schlechter Bezahlung nichts ändert werden die Patienten noch viel länger die Leidtragenden sein.So wie die letzten Jahre auch.Viele Jahre haben die Angestellten verzichtet damit die Klinik wirtschaftlich bleibt.