Fall Wiesenhof : Zwei Beamtinnen im Visier der Ermittler
Im Fall des wegen schwerer Hygienemängel in die Schlagzeilen geratenen Geflügelschlachtbetriebs Wiesenhof in Möckern wird jetzt gegen zwei Mitarbeiterinnen des Landesverwaltungsamtes Halle ermittelt. Wie die Magdeburger "Volksstimme" berichtet, sollen sie den Schlachtbetrieb im Jerichower Land über Jahre hinweg nicht ausreichend kontrolliert haben. Zudem hätten sie über fehlende Betriebsgenehmigungen hinweggesehen.
Anfangsverdacht gegen Beamte
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Magdeburg sagte dem Blatt, aufgrund einer Strafanzeige vom August des vergangenen Jahres gebe es einen Anfangsverdacht gegen die beiden Beamtinnen. Dem Bericht zufolge werden die Frauen verdächtigt, Beihilfe zu Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz sowie zum Betrug geleistet zu haben. Bei den beiden Frauen handle es sich um eine Abteilungsleiterin und eine Referentin des Landesverwaltungsamtes, die seit Jahren in der Lebensmittelüberwachung tätig sind. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg, so der Zeitungsbericht, würden nahe legen, dass die Beamtinnen bei ihren Kontrollen nicht so genau hingeschaut hätten.
Umfangreiche Ermittlungen
Seit März dieses Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug und Untreue gegen leitende Angestellte und Eigentümer von Wiesenhof. Die Firma mit Stammsitz im niedersächsischen Visbek weist sämtliche Vorwürfe zurück. Der Wiesenhof-Betrieb in Möckern steht außerdem wegen angeblicher Mängel bei der Hygiene in der Kritik. Unter anderem hatte das Magazin "Stern" im vergangenen Jahr von Schwarzschimmelbefall an Wand und Decke in Möckern berichtet.
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Wiesenhof
Wiesenhof zählt im Jerichower Land zu den wichtigsten Arbeitgebern. Das Unternehmen ist Marktführer bei Geflügelfleisch in Deutschland mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. In den insgesamt 24 Betrieben sind rund 2.800 Mitarbeiter beschäftigt. In Möckern arbeiten etwa 450 Beschäftigte, dort werden täglich über 100.000 Hühner geschlachtet.
