Die Zuschauer der Preisverleihung schauen auf die Bühne
Die Verleihung des Medienkompetenzpreises stieß auf großes Interesse. Bildrechte: punctum/BKober

Zwei Preisträger aus Sachsen-Anhalt Medienkompetenzpreis verliehen

Im MDR-Landesfunkhaus in Magdeburg wurde der Medienkompetenzpreis verliehen. Der Preis ehrt Projekte aus der Region, die einen bewussten und kritischen Umgang mit Medien nahe bringen. Unter den Gewinnern sind auch Kinder und Jugendliche aus Sachsen-Anhalt.

Die Zuschauer der Preisverleihung schauen auf die Bühne
Die Verleihung des Medienkompetenzpreises stieß auf großes Interesse. Bildrechte: punctum/BKober

Die Gewinner des Medienkompetenzpreises Mitteldeutschland sind am Samstag im MDR-Landesfunkhaus in Magdeburg ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung werden herausragende Projekte gewürdigt, die Medienkompetenz an Kinder, Jugendliche und Erwachsene vermitteln.

Zuschauer applaudieren
MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille (3. v. r.) bei der Preisverleihung. Bildrechte: punctum/BKober

Die Intendantin des MDR, Prof. Dr. Karola Wille, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass sie die Medienkompetenz als eine Aufgabe für die Medien und die gesamte Gesellschaft sehe. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den Auftrag zur inhaltlichen und technischen Medienkompetenz beizutragen. Das versuchen wir mit Qualität zu tun." Der MDR und die Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten richten den Wettbewerb alle zwei Jahre aus.

Für den Medienkompetenzpreis waren 37 medienpädagogische Projekte nominiert. Die Gewinner erhielten Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.500 Euro. Zwei Preisträger kommen in diesem Jahr aus Sachsen-Anhalt.

Projekt "Lesekino Magdeburg" vom Offenen Kanal

Einen Film komplett selbst machen – das konnten Kinder beim Projekt "Lesekino Magdeburg", das federführend vom offenen Kanal in Magdeburg organisiert wurde. Es richtete sich vor allem an Kinder aus einkommensschwachen Familien. Zunächst konnten sich die Kinder in der Stadtbibliothek Bücher aussuchen. Mit Hilfe einer Medien- und einer Theaterpädagogin erstellten sie anschließend Drehbücher, übten als kleine Schauspieler die Rollen ein und filmten sogar selbst. Dafür nutzen sie Tablets, die über Fördermittel für das "Lesekino Magdeburg" angeschafft wurden.

Eine Gruppe von Kindern und einige Erwachsene freuen sich über ihren Preis
Die Gewinner der Kategorie "Medienkompetenz mit Kindern bis 12 Jahre" Bildrechte: punctum/BKober

Theaterpädagogin Sandy Gärtner hat das Projekt mit geleitet: "Die Kinder bekommen zwar die Hilfe: Wie agiert ein Schauspieler, wie macht man das mit dem Tablet, mit dem Ton und den Kameraperspektiven? Aber das Besondere ist, dass die Kinder wirklich alles allein machen." Nur den Schnitt der insgesamt sechs Filme übernahm die Medienpädagogin.

Preisträger Lesekino Magdeburg

Eine Gruppe von Kindern steht auf einer Bühne. Zwei halten eine Urkunde in den Händen.
Bildrechte: punctum/BKober
Eine Gruppe von Kindern steht auf einer Bühne. Zwei halten eine Urkunde in den Händen.
Bildrechte: punctum/BKober
Kinder bei einem Dreh. Sie haben Kopfhörer auf, halten ein Aufnahmegerät und filmen.
Bildrechte: MDR/Natalie Helka
Ein Junge filmt mit einer Kamera wie andere Kinder schlafen
Bildrechte: MDR/Natalie Helka
Kinder sitzen auf dem Boden in einer Bibliothek und hören einer Erwachsenen zu
Bildrechte: MDR/Natalie Helka
Kinder umringen eine hockende Frau
Bildrechte: MDR/Natalie Helka
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Entstanden sind sechs Kurzfilme, die im Offenen Kanal ausgestrahlt wurden. Deren Leiterin, Bettina Wiengarn, freut sich, dass die Arbeit nun belohnt wurde: "Der Medienkompetenzpreis ist das Höchste, was man in diesem Bereich in Sachsen-Anhalt gewinnen kann. Das motiviert uns natürlich auch, weiterzumachen. Es ist sowieso unser Plan, noch mehr mit Kindern zu machen. Die ganze Technik ist noch da und das wird auf jeden Fall im nächsten Jahr weitergehen!"

Projekt "HistoryCraft" aus Wittenberg

Vier Jugendliche und zwei Erwachsene lachen in die Kamera und halten ihre Urkunde hoch
Das Projekt HistoryCraft holte den Preis in der Kategorie "Jugendliche bis 19 Jahre" Bildrechte: punctum/BKober

Bei dem Projekt „HistoryCraft“ haben sich Jugendliche mit Hilfe des Computerspiels „Minecraft“ mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Zunächst besuchten sie die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin. Anschließend erstellten die Jugendlichen mit ihrem Wissen am Computer einen virtuellen Rundgang durch die Gedenkstätte, erklärt Projektleiter Tobias Thiel: "Minecraft sind quadratische Klötzchen. Man kann es sich wie virtuelles Lego vorstellen. Damit haben die Jugendlichen das Schloss nachgebaut.“ Außerdem haben die Jugendlichen Aufgaben entwickelt, die Nutzer auf dem virtuellen Rundgang lösen müssen. So lernen sie etwas über die Geschichte des Ortes und die Menschen, die dort Gefangene waren.

Preisträger HistoryCraft

Zwei Jungs nehmen Maß von einem Schlossmodell
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Zwei Jungs nehmen Maß von einem Schlossmodell
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Eine Gruppe Jugendlicher steht auf einer Bühne. Zwei halten eine Urkunde in den Händen.
Bildrechte: punctum/BKober
Fünf Jugendliche stehen und sitzen um einen Tisch herum
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Mehrere junge Menschen sitzen an Tischen, auf denen Laptops stehen
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Jugendliche sitzen vor mehreren Computerbildschirmen
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
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Zwei Jungs nehmen Maß von einem Schlossmodell
Bildrechte: Sammlung Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin

Dem Projekt waren Diskussionen vorangegangen, ob die Nutzung eines Spiels dem ernsten Thema gerecht wird. Die Organisatoren der Evangelischen-Akademie Sachsen-Anhalt kamen schließlich zum Ergebnis, dass die Möglichkeiten überwiegen. Am Projekt war auch die Leiterin der Gedenkstätte, Melanie Engler, beteiligt: "Jugendliche spielen Minecraft. Warum nutzen wir das nicht, um sie mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu konfrontieren und über dieses Spiel einen Zugang zu schaffen." Die entstandene virtuelle Minecraft-Umgebung können sich andere Spieler kostenlos herunterladen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10.06.2017 | 17:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/sp

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2017, 14:03 Uhr

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4 Kommentare

12.06.2017 20:06 ascanier 4

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Können Sie das konkrete Medium benennen, auf das Sie sich beziehen?

Ja sicher, in diversen Meldungen der Radionachrichten vom MDR beziehen sie sich auf Meldungen der "Funke-Mediengruppe". Sicher fällt es Ihnen nicht schwer, bei den Kollegen vom MDR Sachsen Anhalt Hörfunk einmal nachzufragen, sitzen sicher in einem Gebäude, oder?

11.06.2017 23:52 Agnostiker 3

Mit Themen wie "Integration" und "Holocaust" kann "Mensch" bei "öffentlich-rechtlichen Kompetenzbeweisen" gar nicht verlieren!

@ mdr: Warum noch keine Kommentare?
Hatte bisher noch keiner etwas "positives" zu Ihrer Initiative beizutragen? ;)

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Es hat einfach niemand kommentiert.

11.06.2017 22:57 HERBERT WALLASCH, Pirna 2

Die Kinder und die Jugend haben noch Illusionen, doch im Leben gilt "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!";, auch wenn das öffentlich geleugned wird.

11.06.2017 21:00 ascanier 1

Na zumindest ist nicht die "Funke Mediengruppe" darunter. Die hat schon ihren eigenen "Preis" bekommen. "Die verschlossene Auster"

ZITAT MEDIA :„Nach Ansicht von Netzwerk Recherche untergraben die Preisträger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien“, heißt es in der Erklärung der Journalistenvereinigung. „Mit irreführenden Schlagzeilen, falschen oder erfundenen Texten, fehlender Nachfrage bei den Betroffenen, Manipulationen von Fotos und nicht selten der Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die Bereitschaft zur freiwilligen Korrektur von falscher Berichterstattung fehlt häufig.“

Und wie häufig bezieht sich gerade der MDR auf diese Funke-Gruppe. Mehr muss man in Bezug auf Glaubwürdigkeit eines Nachrichtenportals wohl nicht sagen.

Ich gehe aber eh davon aus, sie veröffentlichen diesen Kommentar sowieso nicht.............

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Können Sie das konkrete Medium benennen, auf das Sie sich beziehen?