Ein Mann mit Brecheisen an einer Tür.
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Statistik für Sachsen-Anhalt Viele Einbrüche, aber auch hohe Aufklärung

Innere Sicherheit ist ein allseits beliebtes Wahlkampfthema – ganz vorne dabei: der Aspekt Wohnungseinbrüche. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrein-Westfalen hat das Thema eine große Rolle gespielt. In Sachsen-Anhalt sind Wohnungseinbrüche im gesamten Jahr 2016 gestiegen, in den ersten Monaten 2017 gingen sie zurück. Bei der Aufklärung der Delikte stehen die Ermittler in Sachsen-Anhalt gut da.

von Patrick Eicke, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Mann mit Brecheisen an einer Tür.
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Sachsen-Anhalt gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen die Zahl von Wohnungseinbrüchen 2016 gestiegen ist. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Landeskriminalamts hervor. 2016 gab es demnach insgesamt 3.061 registrierte Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl, knapp 270 mehr als im Jahr davor. Davon konnte knapp ein Viertel der Fälle aufgeklärt werden – im bundesweiten Vergleich ein guter Wert.

Wie werden Fälle erfasst? In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden alle angezeigten Verbrechen registriert. Bei Einbrüchen sind das sowohl vollendete als auch beim Versuch gescheiterte.
Das LKA definiert Fälle als "aufgeklärt", in denen ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Ob er angeklagt, verurteilt oder freigesprochen wurde, wird nicht erfasst.

Sachsen-Anhalts Innenministerium verweist auf Tücken der Statistik: Die Zahl der Einbrüche sei zwar gestiegen, allerdings seien auch mehr Einbruchsversuche gescheitert. Dementsprechend habe es nur marginal mehr "vollendete" Einbrüche gegeben: 2016 waren es 1.648, 2015 1.612.

Entwicklung über Jahre

Dennoch ist es nicht erst seit vergangenem Jahr ein Phänomen, dass die Zahl der Einbrüche und Versuche steigt. In Sachsen-Anhalt hat es seit 2010 Jahr für Jahr kontinuierlich mehr Einbrüche gegeben. Die meisten Fälle werden in den größten Städten Halle und Magdeburg gezählt – dort gibt es auch die meisten Menschen.

Uwe Petermann von der Gewerkschaft der Polizei sagte MDR SACHSEN-ANHALT, "eine Ursache für die negative Entwicklung des Wohnungseinbruchsdiebstahls im Land ist die mangelnde Präsenz der Polizei, insbesondere im ländlichen Raum. Die verfügbaren Kräfte sind zu annähernd 100% mit Pflichtaufgaben belegt, sodass es kaum Präsenzstreifen gibt."

Besonders auffällig im vergangenen Jahr: der Salzlandkreis, in dem mit rund 370 Einbrüchen und Versuchen nur knapp 40 weniger gezählt wurden als in Magdeburg und Halle. Dafür konnte die Polizei dort auch deutlich mehr Tatverdächtige ermitteln – und zwar 152.

Infrastruktur entscheidend?

Ein Faktor für Einbrüche auf dem Land scheint die Anbindung an eine Autobahn zu sein. Diese These wird dadurch gestützt, dass aus dem Altmarkkreis Salzwedel – durch den keine Autobahn verläuft – konstant niedrige Zahlen gemeldet werden. Im vergangenen Jahr waren es 82, 2013 68 Fälle. Höchststand waren 90 registrierte Einbrüche im Jahr 2011.

Regionale Entwicklung der vergangenen Jahre

Kampf auf Bundes- und Landes-Ebene

Im Kampf gegen Einbrüche wird vor allem eins gefordert: mehr Personal. Gewerkschaftler Uwe Petermann sagt: "Die Polizei muss in die Lage versetzt werden, durch eine hohe Präsenz Wohnungseinbruchsdiebstähle zu verhindern und durch ausreichend Personal die Straftaten besser aufzuklären." Bereits im vergangenen Jahr hatte Innenminister Holger Stahlknecht angekündigt, das Thema Sicherheit in den Fokus zu stellen und die Zahl der Polizisten auf 6.400 aufzustocken.

Auch die Bundesregierung versucht, potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Das Kabinett hat beschlossen, dass Einbrüche in Wohnungen künftig mit mindestens einem Jahr Haft bestraft werden. Einen Spielraum für mildere Urteile soll es laut Gesetzentwurf nicht mehr geben. Begründet wird die Verschärfung damit, dass nach einem Einbruch "neben den finanziellen Auswirkungen gravierende psychische Folgen und eine massive Schädigung des Sicherheitsgefühls" bei Betroffenen auftreten können.

Etwas Hoffnung macht eine erste Zwischenbilanz für 2017. Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT gab das Innenministerium Zahlen für Januar bis April heraus. Danach gab es im Vergleich zu 2016 Rückgänge. Im April waren es im Vergleich zum Vorjahresmonat 7,9 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19.05.2017 | 06:00 Uhr

Quelle: MDR/pe/ru

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2017, 12:00 Uhr

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5 Kommentare

20.05.2017 16:12 Barbara 5

@ 3 die Aussage ist total falsch , diese hatt doch erst die gesamten Flüchtlinge und es werden noch mehr rein gelassen, da wären wenigstens die hälfte an Einbrecher weniger, weder Grüne noch Linke noch SPD usw. kann man noch wählen, alle die
reinste Katastrophe, man sollte sich überlegen wer an den ganzen Mißstände jetzt daran schuld haben, und das ist Merkel................... ohne ihr Volk zu fragen die, diese gewählt haben, wählt diese weiter der Untergang in ein paar Jahren und 5 Kolonie von den Türken ist in Anmarsch .

20.05.2017 10:04 Wolfis 4

Schön unter den Top dreien zu sein. Nehmen wir es sportlich lieber MDR.

19.05.2017 19:17 Richter 3

19.05.2017 13:05 Barbara
Seien Sie froh, dass Sie Merkel haben. Unter einem roten oder grünen Kanzler würden Sie sich 10 Merkel wünschen und zwar viel schneller als Sie glauben.

19.05.2017 13:05 Barbara 2

Also das stimmt nun wirklich nicht, hohe Aufkärungsraten, warum werden wir nur laufend so belogen von den Politiker, jeden Tag Einbrüche, nein
so etwas gab es noch nie, also unbedingt Merkel wieder wählen ............... aber ich glaube fest der Michel wählt diese wieder zu 60 % . braucht sich dann keiner mehr zu beschweren!!!!!!!!!!!!!
Im Knast sind 39 % Ausländer , große Klasse.....

19.05.2017 05:55 MiSt 1

Titel: "Viele Einbrüche, aber auch hohe Aufklärung"

Wenn man in der interaktiven Fallzahlen-Darstellung oben im Text zwischen den Jahren 2008 und 2016 hin- und herschaltet bleibt der Balken "aufgeklärt" praktisch unverändert, der Balken "Fälle" springt aber stark nach oben. Aufgeklärt wird mittlerweile nur noch ein Viertel der Einbrüche. Was ist daran eine hohe Aufklärung? Schämen müsste man sich bei der Präsentation und nicht die Arme hochreissen. Diese Polizei wurde von völlig verantwortungslosen Politikern Hand in Hand mit skrupellos karriereorientierten Polizeiführern sehenden Auges kaputt gemacht. Jeder Einzelne bezahlt jetzt dafür. Danke.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Im bundesweiten Vergleich ist die Aufklärungsrate hoch – da ist Sachsen-Anhalt unter den Top 3. Das haben wir mit der Überschrift gemeint.