Sachsen-Anhalt

Magdeburg gegen Rechts : Landesregierung ruft zur Meile der Demokratie auf

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat zur Teilnahme an der Meile der Demokratie gegen einen Neonazi-Aufmarsch am Sonnabend in Magdeburg aufgerufen. Innenminister Holger Stahlknecht sagte, nationalsozialistische Weltanschauungen, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit dürften keinen Platz in den Köpfen der Menschen bekommen. Kultusminister Stephan Dorgerloh wies auf die rassistische Mordserie des Zwickauer Trios hin. Dies zeige, wie nötig Widerstand gegen jegliches rechtsextremistisches Gedankengut sei.

Buntes Programm gegen Neonazi-Aufmarsch

Ein junger Mann trägt sich auf dem  "Plakat gegen Rechts" ein
"Gesicht gegen Rechts zeigen" lautet das Motto der vierten Meile der Demokratie.

Mit einen großen Straßenfest will Magdeburg gegen den rechten Aufmarsch protestieren. Die Stadtverwaltung und das Magdeburger "Bündnis gegen Rechts" erwarten mehrere Tausend Teilnehmer. Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, die Stadt wolle ein gemeinsames Zeichen setzen. Es gehe um Vielfalt und Toleranz in einer demokratischen Gesellschaft und ein "Nein" zur Umdeutung der Geschichte. Neonazis haben ebenfalls für Sonnabend einen Aufmarsch angekündigt. Anlass ist der Bombenangriff auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg, der sich in diesem Jahr zum 67. Mal jährt.

Nach Angaben von Trümper beteiligen sich etwa 170 Vereine und Gruppen an dem Programm gegen Rechts. Darunter seien auch elf Schulen. Geplant sind Konzerte, Lesungen und ein Theateraktionstag. Außerdem soll es in der Sebastianskirche eine "Gedenkzeit für die Opfer rechter Gewalt" geben sowie eine Kundgebung an der Synagogengemeinde. Den Abschluss bildet ein Umzug mit Lichtern und Laternen.

Zur Meile der Demokratie werden auch Grünen-Chefin Claudia Roth und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erwartet. Teilnehmen wollen ebenfalls der niedersächsische Landesbeauftragte des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Sadiqu Al-Mousllie, Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff und der Direktor des Caritas-Verbandes des katholischen Bistums Magdeburg, Bernhard Brantzen.

Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs

Stadt und Kirchen gedenken am Sonnabend offiziell der Bombenangriffe auf Magdeburg. Auf dem Westfriedhof sind ein Schweigemarsch und eine Kranzniederlegung geplant. Magdeburg war 1944 und 1945 mehrfach Ziel von alliierten Luftangriffen. Beim schwersten Bombardement am 16. Januar 1945 wurde auch der Breite Weg in der Innenstadt fast komplett vernichtet. Er galt bis dahin mit seinen Gebäuden aus der Barockzeit als eine der prachtvollsten Straßen Europas.

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2012, 08:49 Uhr

2. Joachim Spaeth :
Warum wird Gesine Lötzsch nicht erwähnt? Siehe www.meile-der-demokratie.de/ Update Junge Meile/ Neben Claudia Roth und Sigmar Gabriel wird auf der Bühne morgen auch Gesine Lötzsch sprechen und damit das Programm durch bundespolitisch bereichern.
14.01.2012
09:45 Uhr
1. Lenz:
Das macht mich stolz auf Magdeburg, endlich mal eine gute Nachricht. Ein Aufschrei gegen rechten Hass und Gewalt. Das macht Mut und hebt das Image der Stadt. Und Nazis demonstrieren gegen die einstige Bombardierung, die ihre geistigen Vaeter zu verantworten haben, paradox. Die haben wohl nichts gelernt.
13.01.2012
21:28 Uhr

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