Nach "Meile der Demokratie" : Angriffe auf Polizisten in Magdeburg
Mit der "Meile der Demokratie" wollte Magdeburg am Sonnabend ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie setzen. Doch nach der friedlichen Veranstaltung eskalierte die Situation. Im Stadtteil Stadtfeld wurde die Polizei aus einem Haus attackiert. Ein Beamter wurde fast von einer Betonplatte erschlagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Die "Meile der Demokratie" am Sonnabend in Magdeburg hat einen gewaltsamen Ausgang genommen. Nachdem am Tag rund 10.000 Menschen friedlich ein Straßenfest gefeiert hatten, kam es am Abend im Stadtteil Stadtfeld zu Ausschreitungen.
Polizist fast von Betonplatte erschlagen
Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatten die Beamten Teile der linken Demo-Teilnehmer dorthin begleitet. Den Angaben zufolge wurden sie hier von einer Wohnung in der Alexander-Puschkin-Straße aus angegriffen. Demnach warfen mehrere Unbekannte Blumentöpfe und ein Waschbecken aus dem Fenster des fünften Stockes auf die Polizisten hinunter. Den Angaben zufolge wurde einer der Beamten nur knapp von einer 40 mal 20 Zentimeter großen Betonplatte verfehlt. Der Polizist konnte in letzter Sekunde zur Seite springen.
Die Polizei umstellte daraufhin mit rund 200 Beamten das Haus und forderte die etwa 40 Bewohner auf, sich zu stellen. Nach stundenlangen Verhandlungen, in die auch zwei Anwälte eingebunden waren, verließen die Bewohner, die aus dem linken Spektrum kommen sollen, das Haus und ließen ihre Personalien aufnehmen. Wer von ihnen tatsächlich Beamte angegriffen hat, steht der Polizei zufolge aber bislang nicht zweifelsfrei fest.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben wegen versuchten Totschlags gegen den Werfer der Betonplatte. Es gebe eine Personenbeschreibung durch einen Zeugen. Allerdings gestalten sich die Ermittlungen offenbar recht schwierig. Die Polizei begründete das mit unübersichtlichen Zeugenaussagen. Ein Sprecher sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, die Suche nach Tätern laufe auf Hochtouren. Insgesamt hätten sich jedoch 40 Personen in dem Haus aufgehalten. Jeder einzelne müsse nun intensiv befragt werden.
Die "Meile der Demokratie" fand insgesamt zum vierten Mal statt. Rund 10.000 Menschen beteiligten sich an dem bunten Treiben. Das Fest wurde von der Stadt Magdeburg zusammen mit 170 Vereinen, Parteien, Gewerkschaften, Schulen und Bands organisiert. Es ist der friedliche Protest gegen einen jährlichen Aufmarsch von Neonazis, die mit ihrer Aktion an die Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 erinnern wollen. Bei der diesjährigen "Meile der Demokratie" war auch hochrangige Polit-Prominenz vor Ort, darunter SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Bundeschefin Claudia Roth und Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch. Mehr als 2.000 Polizisten waren im Einsatz.
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