Sachsen-Anhalt

5. "Meile der Demokratie" : Magdeburg bekennt Farbe gegen Rechts

Bereits zum fünften Mal hat Magdeburg am Sonnabend mit einer "Meile der Demokratie" Gesicht gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen gezeigt. Etwa 12.000 Menschen beteiligten sich an dem Straßenfest in der Innenstadt. Die Polizei war mit über 2.000 Beamten vor Ort, um mögliche Ausschreitungen in den Griff zu bekommen. Vereinzelt wurden jedoch Beamte angegriffen.

Bürger laufen über die "Meile der Demokratie"

Als Zeichen gegen Rechtsextremismus sind in Magdeburg am Sonnabend erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie beteiligten sich an der fünften Auflage der "Meile der Demokratie", einem Straßenfest entlang des Breiten Weges mit zahlreichen Attraktionen. Wie die Organisatoren am Abend mitteilten, kamen rund 12.000 Gäste in die Innenstadt. Zunächst war von 10.000 ausgegangen worden. Eine Sprecherin des Magdeburger Bündnisses gegen Rechts wertete die Zahlen als "ziemlich gute Resonanz". Die Besucherzahl entspreche in etwa der vom Vorjahr. Anlass des Festes war ein zeitgleich stattfindender Aufmarsch von Rechtsextremen in der Landeshauptstadt. Sie wollten die Bombardierung der Stadt am 16. Januar 1945 für ihre Zwecke umdeuten.

"Wir wollen damit zeigen, die Stadt gehört nicht den Rechtsextremen. Wir wollen in Magdeburg rechtem Gedankengut keinen einzigen Fuß breit Platz bieten."

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper lobte die rege Beteiligung an der "Meile" und die friedliche Stimmung bei dem Fest. Es seien Magdeburger aller Altersgruppen sowie Familien gekommen. Zum Auftakt des Festes hatte Trümper vor Geschichtsverdrehern gewarnt und betont, dass Magdeburg mit dieser Ideologie nichts zu tun haben wolle. Landtagspräsident Detlef Gürth bekräftigte, man dürfe nicht zulassen, dass Rechtsextreme das Leid der Kriegsopfer missbrauchten.

Meile der Demokratie in Magdeburg: Buntes Treiben gegen Rechts

Rosa Luftballon und zwei Frauen Zuschaer betrachten, mit Bällen jonglierende Frau, die von Trommlern und Bläsern begleitet wird Rote Clownsnasen an den Gesichtern zweier Frauen

Bereits zum fünften Mal hat sich Magdeburg mit einer "Meile der Demokratie" Farbe gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen bekannt. Mitten in der Landeshauptstadt entstand ein bunter Aktionsreigen für jedermann. [Bilder]


Mehrfach Angriffe auf die Polizei

Anti-Neonazi-Protest in Magdeburg
Linke Demonstranten wollten den Aufmarsch der Neonazis blockieren.

Laut Polizei konnten größere Ausschreitungen zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten in Magdeburg verhindert werden. Am Nachmittag habe ein massives Polizeiaufgebot einen Marsch mit etwa 1.000 Neonazis durch den Süden der Stadt geleitet. Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, eine Gruppe von etwa 500 Gegendemonstranten sei weiter nördlich gestoppt worden, um eine Konfrontation zu verhindern.

Am Rande mehrerer Gegenveranstaltungen im Stadtgebiet seien allerdings mehrfach Polizisten von Aktivisten aus dem linken Spektrum angegriffen worden. So seien aus mehreren kleinen Gruppen heraus Flaschen gegen die Beamten geflogen.

Die Magdeburger Polizei hatte nach offiziellen Angaben mehr als 2.000 Mann im Einsatz. Dazu war bereits am Freitag Verstärkung aus anderen Bundesländern in Magdeburg eingetroffen. Die Beamten waren mit einer Reiterstaffel in der Stadt unterwegs. Für den Notfall stand ein Wasserwerfer bereit. Es handelte sich dabei um einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Sachsen-Anhalts.

Protestform: Streit um Sitzblockaden

Sind Blockaden ein legitimes Mittel, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen? Im Vorfeld der fünften "Meile der Demokratie" in Magdeburg hatte diese Frage für Streit gesorgt. Ursache war ein Papier der Kirche. [mehr]


Gedenken an 16. Januar 1945

Blick auf das im 2. Weltkrieg stark zerstörte Industriegebiet von Magdeburg.
Magdeburg nach seiner Zerstörung 1945

Am eigentlichen Gedenktag an die Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg, dem 16. Januar, finden auf Einladung von Stadt und Kirchen ein Schweigemarsch und eine Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer der Bombenangriffe statt. Die Elbestadt war 1944 und 1945 Ziel von alliierten Luftangriffen. Bei der schwersten Bombardierung durch die Royal Air Force am Abend des 16. Januar 1945 kamen mehr als 2.500 Menschen ums Leben. Etwa 190.000 wurden obdachlos. Bei dem 39 Minuten dauernden Angriff mit Luftminen, Spreng-, Brand- und Phosphorbomben wurden 90 Prozent der Innenstadt zerstört. 15 Kirchen und der Breite Weg - seinerzeit eine der prächtigsten Barock-Straßen Deutschlands - wurden fast vollständig verwüstet. Der Bombenangriff auf Magdeburg gehörte zu den verheerendsten des Zweiten Weltkrieges überhaupt.

Beiträge rund um die "Meile der Demokratie"

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2013, 21:46 Uhr

57. Erik der Wikinger:
Das demokratische System in Deutschland ist bei weitem nicht das Beste, aber immer noch besser, als in einer kommunistischen oder nationalistischen Diktatur um seine Freiheit oder sein Leben fürchten zu müssen, weil man anders denkt und fühlt. Ob 12.000 Besucher oder nicht, ich bin froh, dass es Leute gibt, die überhaubt, im Gegensatz zu diversen Kommentatoren, den Mumm haben, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen und gegen Diejenigen zu demonstrieren, die dem Anschein nach nicht mitgeschnitten haben, das das dritte Reich der größte Schandfleck in der deutschen Geschichte ist.
14.01.2013
13:22 Uhr
56. Erik der Wikinger:
Wenn ich das Rumgeheule in einigen Kommentaren lese, werde ich echt sauer! Manche Kleingartenrentner und Geschichtsverdreher sollten sich erstmal einen RechtschreibFÖÖÖÖHRRRERRR zulegen, anstatt meine Heimat mit ihren unqualifizierten Müll zu beschmutzen und meine Muttersprache dabei auch noch durch den Dreck zu ziehen. Ich habe auch meine Schmerzen mit linken Randalierern, aber warum man ohne Grund mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen halbe Kinder vorgehen muss, und damit auch noch Randale provoziert, und ausserdem den rechtsradikalen Spinnern auch noch freie Hand lässt, wenn diese in den Zügen Journalisten und andere Fahrgäste bepöbeln und attackieren, entzieht sich jeder Logik.
14.01.2013
13:06 Uhr
55. Rudi:
Der Feind der Demokratie steht nicht Links, Rechts oder in der Mitte. Er ist nicht Schwarz noch Gelb, Rot oder Grün, und er spricht auch keine fremde Sprache oder übt eine andere Religion aus. ... Der wahre Feind von Demokratie und Menschlichkeit ist Unwissenheit, Dummheit, Ignoranz und Angst davor für seine eigenen Rechte, aber vor allem auch die Freiheit Anderer einzutreten! Genau das Letztere ist dies worauf moderne Nazis bauen. Es sind Gewalt und Einschüchterung mit denen Sie sich ihre Freureäume schaffen. In mehr als einem Ort dieser Republik und diesem Planeten. Genau deshalb braucht es Signale wie die von Magdeburg, Halbe und auch Dresden die NEIN dazu sagen. Wer sich dadurch gestört fühlt befindet sich bereits auf dem Pfad in ein viertes Reich.
14.01.2013
07:53 Uhr
54. Bert:
Das der "Alleierte Bomben--Holocaust über d. Deutschen Städte" bis dahin "beispiellos i.d. Geschichte der Menschheit" WAR, ist ZUM GLÜCK dem deutschen Unvermögen zu verdanken gewesen ein ähnliches Arsenal an schweren Bombern aufzubieten, wie dies den Briten und Amerikanern am Ende des Krieges möglich war. Wie auch immer! Jedem Einzlnen hier, der nach wie vor an eine Opferrolle Deutschlands denkt, sollte sich wirklich mal fragen warum es soweit gekommen ist. Trauen Sie sich doch mal ganz unvoreingenommen einen Fuß in eine KZ-Gedenkstädte zu setzen. Versuchen Sie doch mal das System der fabrikmäßigen Vernichtung von Menschenleben zu begreifen und vergleichen Sie einmal den Wortgebrauch von damals mit den Hetztiraden und Einlullmethoden heutiger Nazis.
14.01.2013
07:50 Uhr
53. Larusso:
In unserer Demokratie darf eben NICHT jeder seine Meinung TOTAL FREI äussern. Wer eine Demo organisiert,um für Sex mit Kindern zu demonstieren,darf dies NICHT tun. Wollte ich nur mal anmerken... Und kurz angemerkt: 1.1945 galt immernoch Krieg(srecht) 2.Dieser Krieg ging von einer deutschen Volksmehrheit aus!!! Hitler wurde in der Weimarer Republik legal und demokratisch gewählt. 1932,da noch Vizekanzler.Dann 1933 schon durch Repressalien,Brandverordnung... 3.Unschuldige Kinder , Rentner, ... sterben im Krieg AUF BEIDEN SEITEN... Fragen sie doch mal die Zivilisten in Warschau,Leningrad,Stalingrad,Minsk,Moskau,Athen,Belgrad,Paris kam ja noch gut davon,Exeter,London,Coventry,Guernica(nicht 2WK aber auch Luftwaffen - Tat),Rotterdam,.... Für mich sind die Opfer des Bombenterrors auf deutsche Städte nicht die Opfer die durch englische Bomben umgekommen sind, sonder sie sind Opfer ihrer eigenen vorher selber gewählten Ideologie geworden.
13.01.2013
22:39 Uhr
52. Klaus Frieder:
@Don.corleone: Der Herr Professor der deutschen Geschichte hat wie seine Kameraden nicht nur keine Ahnung von ebenjener, sondern tritt auch die deutsche Rechtschreibung mit Füßen! Was habt ihr Braunen nur gegen unsere deutsche Sprache?
13.01.2013
19:45 Uhr
51. Karl:
Ich war in Magdeburg unter den Gegendemonstranten, und ich muss sagen es ist eine Unverschämtheit wie die Polizei gegen friedliche DemonstrantInnen vorgeht, sie einschüchtert, und willkürlich einzelne Rausgreift die NICHTS gemacht haben. Als sich die Demonstration aufgelöst hat und gerade noch 50 DemonstrantInnen übrig waren, entferte sich eine Gruppe aus gut 10 Leuten, die einfach nur (nach Stundenlager Blockade durch die Polizei in der Kälte) weg wollten. In diese Gruppe stürmten 2 BeamtInnen hinein und griffen einen Bannerträger heraus und schleppten ihn mit sich. DAS nennen einige "Gute Polizeiarbeit" ???
13.01.2013
19:30 Uhr
50. hmüller:
Zu 47 Wir Ossis sind halt leidvoller...Sie habem ´n recht die Aufbauleistung im Westen-klar mit amer. geld-ist gigantisch. Ich kenne Wesel,Rees ,Xanten usw. Und ich kenne Luftbilder nach der Bonbardierung- in Wesel stand nur noch die Kirche
13.01.2013
19:10 Uhr
49. Don.corleone:
Der Alleierte Bomben--Holocaust über d. Deutschen Städte ist beispiellos i.d. Geschichte der Menschheit ! Da , die dafür verantwortlich sind, waren nicht unsere Freunde, sondern unsere Feinde ! Ich erwähne nur d. englischen Militär "Bomber-Harris" , der f.d. zigtaussendfachen Mord an unbewaffnete Deutsche Zivilisten u.a. zu verantworten hat, dieser Verbrecher wurde sogar für diesen Terror geadelt ! Demonstrieren darf jeder Deutsche Staats-Bürger, ob Linker o. rechter ! Das sind wir d. Demokratie schuldig ! Wenn d. Deutsche angebl. "Demokratie" das nicht aushält , indem u.a. d. staatliche Zwangsmaßnahmen eingegriffen wird , dann gehört diese "Deutsche Demokratie " i.d. TONNE !
13.01.2013
15:17 Uhr
48. Inge:
@42. Martin: der von Ihnen gebrauchte Begriff "Gutmenschen" wurde von den Nazis für Menschen gebraucht, die sich gegen die Euthaniasie aussprachen.
13.01.2013
14:01 Uhr

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