Milzbrand im Landkreis Stendal : Zahl der verendeten Rinder auf zwölf gestiegen
Die Zahl der an Milzbrand verendeten Rinder im Landkreis Stendal hat sich zu Wochenbeginn auf zwölf erhöht. Bis Freitag waren elf Tiere an der Infektionskrankheit gestorben.
Der Sprecher des Agrarministeriums in Magdeburg, Detlef Thiel, sagte am Montag, die anderen Rinder der Herde würden mit Antibiotika behandelt. Seinen Angaben zufolge gehen die Behörden davon aus, dass die Infektionskrankheit nun abklingt, nachdem die Herde auf eine andere Weide getrieben wurde. "Sonntag- und Montagfrüh gab es keine weiteren Fälle, was bei diesem Krankheitsbild schon als Erfolg zu sehen ist", sagte Landratsamt-Sprecher Edgar Kraul. Seinen Angaben zufolge kontrollieren Amtstierärzte mehrmals täglich den mehr als 40-köpfigen Bestand. 50 Menschen, die direkten Kontakt zur Herde und den gestorbenen Tieren hatten, werden weiterhin mit Antibiotika behandelt.
Am Mittwoch werde mit der Ankunft von Tierseuchen-Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts gerechnet, sagte der Sprecher weiter. Sie sollen auf der Weidefläche der Herde nach Anthrax-Sporen suchen. Es wird vermutet, dass sich die Tiere über ihr Futter mit den gefährlichen Sporen infiziert haben.
Milzbrand wird durch ein Bakterium verursacht und befällt meist Paarhufer. In Deutschland gab es die letzten Fälle 2009 in Bayern.
Milzbrand
Milzbrand (Anthrax) wurde das letzte Mal 2009 in Bayern nachgewiesen. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst. Sie befällt meist Paarhufer wie Ziegen, Schafe und Rinder. Der Erreger ist ein sporenbildendes Stäbchenbakterium. Die Sporen können unter Umständen Jahrzehnte überleben. Auch Menschen, die hohen Dosen der Milzbrandsporen ausgesetzt sind, können befallen werden. Risikogruppen sind Bauern, Tiermediziner und Schlachthofmitarbeiter. Symptome sind je nach Art der Erkrankung Ausschlag, Husten, Fieber oder Durchfall. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch kam bisher nicht vor. Falls der Milzbrand rechtzeitig erkannt wird, kann er mit Antibiotika bekämpft werden. Im schlimmsten Fall führt er zum Tod.



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