Dessau-Roßlau : Kritik am "Masterplan Bauhausstadt"
Die Pläne zur Umbenennung von Dessau-Roßlau in Bauhausstadt Dessau stoßen auf massive Kritik. Stadtrat Klaus Tonndorf sagte am Donnerstag MDR INFO, bei der Fusion beider Städte vor fünf Jahren sei den Roßlauern versprochen worden, dass der Name nicht verloren gehe. Nun werde Roßlau faktisch aus dem Ortschild gestrichen.
Wirtschaft hofft auf Werbeeffekt - Roßlau will Doppelnamen behalten
Nach Ansicht von Tonndorf ist das Projekt "Masterplan Bauhaus" jedoch eine strategische Meisterleistung. Doch dabei müsse man aber die Roßlauer einbeziehen. Der Stadtrat hatte gestern den Masterplan beschlossen. Er sieht unter anderem vor, dass aus Dessau-Roßlau die Bauhausstadt Dessau wird. Dafür ist jedoch noch ein gesonderter Beschluss notwendig. Oberbürgermeister Klemens Koschig betonte, der Stadtrat habe die Entscheidung über den neuen Namen am Mittwoch bewusst offen gehalten. Koschig unterstrich, er habe sich von Anfang an für einen Bürgerentscheid eingesetzt. Die Roßlauer sollten wie vor fünf Jahren direkt über den neuen Namen abstimmen.
Vor allem die Wirtschaft drängt auf die Umbenennung. Sie hofft, die Stadt dann besser vermarkten zu können. Die Einwohner von Roßlau wollen dagegen nicht auf den Doppelnamen verzichten. Etwa 50 Bürger hatten am Mittwoch vor dem Rathaus protestiert. Die Demonstranten forderten mit Sprechchören und Plakaten die Stadträte auf, gegen den Plan zu stimmen. Bereits Anfang der Woche hatten sich mehr als 600 Roßlauer in der St. Marienkirche getroffen und ihrem Unmut Luft gemacht. Auch Unterschriften gegen den neuen Namen werden gesammelt.
Weltkulturerbe Bauhaus
Dessau beherbergte von 1925 bis 1932 das Bauhaus. Die wohl berühmteste Designschule des 20. Jahrhunderts war 1919 vom Architekten Walter Gropius (1883-1969) in Weimar als Gegenpol zu den bürgerlichen Kunstakademien eröffnet worden. Die Leitidee: Jedes Produkt soll eine Funktion erfüllen, preiswert und schön sein. Als sich die politischen Verhältnisse in Thüringen geändert hatten, zog das Bauhaus 1925 nach Dessau um. Einer der bekanntesten Bauhaus-Vertreter, der Maler Lyonel Feininger, sagte damals: " Es hat ausgeweimart, meine Herren, wir gehen jetzt dessauern." Ein Jahr später wurde das von Gropius errichtete Bauhausgebäude in Dessau eröffnet. Als die Nazis 1932 in Dessau an die Macht kamen, zog das Bauhaus ein weiteres Mal um, ehe es sich 1933 in Berlin endgültig auflöste. Seit 1996 gehören die Bauhausstätten in Weimar und Dessau zum UNESCO-Weltkulturerbe.
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Bekannte Bauhauskünstler
Zu den bekannten Bauhauskünstlern zählen Georg Muche (1895-1987), Oskar Schlemmer (1888-1943), Lyonel Feininger (1871-1956), Paul Klee (1879-1940), Wassily Kandinsky (1866-1944) und László Moholy-Nagy (1895-1946).


