Sachsen-Anhalt

Stichwahl wahrscheinlich : Umfrage vor der OB-Wahl in Halle

Noch führt eine SPD-Oberbürgermeisterin Sachsen-Anhalts einwohnerstärkste Stadt. Doch am 1. Juli wird in Halle ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Wen die Einwohner wählen würden, wenn am Sonntag bereits Wahl wäre, was die wichtigsten Aufgaben in Halle sind und wie wohl sich die Menschen dort fühlen, hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des MDR SACHSEN-ANHALT und der "Mitteldeutschen Zeitung" gefragt.

Bernhard Bönisch und Kay Senius

Wer Halles neuer Oberbürgermeister wird, wird sich voraussichtlich in einer Stichwahl zwischen den Kandidaten der CDU und der SPD entscheiden. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des MDR SACHSEN-ANHALT und der "Mitteldeutschen Zeitung" ergeben.

So antworteten im Juni 36 Prozent auf die Frage, wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag die Oberbürgermeisterwahl wäre: Bernhard Bönisch von der CDU. SPD-Kandidat Kay Senius landete mit 18 Prozent auf Platz zwei. Beide Kandidaten sind in der Saalestadt laut Infratest dimap auch mit 87 Prozent bzw. 65 Prozent die bekanntesten Bewerber für den Posten des Oberbürgermeisters.

Sonntagsfrage | Wahlabsicht Juni 2012 im Vergleich zu Mai

Grüne, Piraten und NPD sind abgeschlagen

Für den Einzelkandidaten Bernd Wiegand würden sich derzeit rund 15 Prozent der befragten Hallenser entscheiden. Der Hallesche Innendezernent verlor im Vergleich zur Umfrage im Mai jedoch zwei Prozentpunkte. Ein zweistelliges Ergebnis erreichte auch Linke-Kandidat und Stadtratsmitglied Swen Knöchel mit zwölf Prozent der Stimmen. Abgeschlagen sind hingegen der Bewerber der Grünen, Oliver Paulsen, mit acht Prozent, Christian Kunze von den Piraten mit fünf Prozent und die Einzelbewerber Antje Schwarz und Ingolf Schöppe sowie der Kandidat der NPD, Andreas Karl, mit zusammen sechs Prozent.

Bekanntheit und Wahlinteresse steigen

Bekanntheit der OB-Kandidaten - Umfage.
Bekanntheit der Oberbürgermeister-Kandidaten

Nicht nur die Bekanntheit der Kandidaten, auch das Interesse an der Oberbürgermeisterwahl in Halle ist innerhalb der vergangenen vier Wochen gestiegen. Zwar gaben mit insgesamt 52 Prozent noch immer mehr als die Hälfte der Befragten an, sich weniger oder gar nicht für die Wahl zu interessieren, im Mai waren es jedoch mehr als 60 Prozent. Ein starkes Interesse an der Wahl zeigen mit 37 Prozent mittlerweile mehr als ein Drittel der Hallenser. Im Mai waren es nur 32 Prozent. Gefragt wurde auch nach der wirtschaftlichen Lage der Stadt. Mit ihr ist die Mehrheit der befragten Hallenser unzufrieden. So bezeichneten sie 51 Prozent als weniger gut, 13 Prozent sogar als schlecht und nur 30 Prozent als gut. Für ein "sehr gut" entschied sich niemand.

Straßenbau ist Hallensern wichtig

Welche Bau- und Sanierungsprojekte müssten in Halle angegangen werden? Auch danach fragte das Meinungsforschungsinstitut. Als wichtigste Aufgabe sehen die Hallenser das Sanieren von Straßen und den Straßenbau in der Innenstadt (23 Prozent). Auf Platz zwei folgt der Ausbau der Autobahn 143, der so genannten Westumfahrung der Saalestadt (15 Prozent). Auch Rad- und Gehwege (elf Prozent), die Altbausanierung in der Innenstadt sowie der Ausbau von Kitas und Schulen (jeweils acht Prozent) sind den Hallensern wichtig.

Für die Umfrage waren von 18. bis zum 20. Juni 750 wahlberechtigte Hallenser von Infratest dimap befragt worden. Bereits im Mai hatte das Meinungsforschungsinstitut eine ähnliche Befragung im Auftrag des MDR SACHSEN-ANHALT und der "Mitteldeutschen Zeitung" gestartet. Auch damals lief alles auf eine Stichwahl hinaus.

Am 1. Juli wird in Halle ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Termin für eine mögliche Stichwahl ist der 15. Juli. Die Saalestadt wird in jedem Fall ein neues Stadtoberhaupt bekommen, denn SPD-Amtsinhaberin Dagmar Szabados tritt nicht noch einmal an. Der neue Oberbürgermeister zieht für sieben Jahre ins Rathaus.

Beiträge zur Oberbürgermeisterwahl in Halle

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2012, 19:33 Uhr

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Details zur Umfrage von Infratest dimap

Untersuchungsanlage:
* Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Halle (EU-Bürger ab 16 Jahren)
* Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
* Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
* Fallzahl: 750 Befragte
* Erhebungszeitraum: 18. bis 20. Juni 2012
* Fehlertoleranz: 1,6* bis 3,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5% ** bei einem Anteilswert von 50%

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