Ein Obdachloser schläft vorm Eingang des U-Bahnhofs Moritzplatz in Berlin
Fehlende warme Keidung kann für Obdachlose im Winter lebensgefährlich sein. Bildrechte: IMAGO

Einrichtungen wenig genutzt Notunterkünfte für Obdachlose bleiben leer

Obwohl es draußen zunehmend kalt wird, bleiben viele Plätze in Obdachlosenunterkünften leer. Gerade im Winter sollten die Mitbürger deshalb besonders aufmerksam sein und Obdachlosen helfen.

Ein Obdachloser schläft vorm Eingang des U-Bahnhofs Moritzplatz in Berlin
Fehlende warme Keidung kann für Obdachlose im Winter lebensgefährlich sein. Bildrechte: IMAGO

Notunterkünfte für Obdachlose werden in Sachsen-Anhalt derzeit wenig genutzt. Das ergab eine Umfrage bei verschiedenen Kommunen. Die Auslastung der Einrichtungen sei teilweise so gering, dass wie in Magdeburg und Quedlinburg Standorte zusammengelegt oder gar geschlossen würden, so die jeweiligen Sprecher. In Magdeburg steht eine Unterkunft mit 88 Plätzen zur Verfügung. Nur etwa 50 davon werden regelmäßig in Anspruch genommen.

Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, können sich an das Sozialamt in ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt wenden. Darüber informiert das Bürgerportal Sachsen-Anhalt. In den Sozialämtern gebe es verschiedene Beratungsangebote. Gegebenenfalls erhielten Betroffene dort auch finanzielle Unterstützung oder Hilfen in sozialen Einrichtungen.

Aufmerksamkeit hilft

Viele Menschen wollen oder wollten diese Hilfen jedoch nicht in Anspruch nehmen – und schlafen deshalb auch im Winter unter Brücken, in Bankfilialen und Abrisshäusern oder direkt auf der Straße. Suchthelfer und Obdachlosenverbände appellieren immer wieder an die Bürger, in solchen Fällen nicht wegzusehen. Den Obdachlosen helfe vor allem Aufmerksamkeit.

Für eine kleine Spende oder ein warmes Essen sind viele, die auf der Straße leben, sehr dankbar. Sieht man einen Obdachlosen, der sich längere Zeit nicht bewegt, sollte man sich nach seinem Befinden erkundigen. Insbesondere wenn sie falsch gekleidet sind oder ihnen ein warmer Schlafsack fehlt, kann das lebensgefährlich werden. Beobachter sollten dann Hilfe holen. Tagsüber sind auch hier die Sozialämter zuständig. Insbesondere in den Abendstunden und bei akuter Not kann man sich unter der Telefonnummer 112 aber auch an Polizei oder Feuerwehr wenden.

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Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Dezember 2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 13:52 Uhr

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13 Kommentare

07.12.2017 10:19 Mölle 13

An den MDR, das weiß ich, so war das auch nicht gemeint das sich durch den MDR oder durch die Kommentare etwas ändern wird. Ich habe meine Meinung zum Thema Kapitalismus und zum Thema DDR und andere Themen wie auch die Flüchtlings Politik, aber ich möchte bei solchen Kommentaren nicht als Rassist oder dergleichen Bezeichnet werden, und bevor ich eventuell akut beleidigend werde weil es mir zum Hals raus hängt wie hier die Ex DDR zerflückt wird Diktatur hin oder her und der Kapitalismus gehuldigt wird von Leuten die wohl noch nie in den Genuss von Hartz 4 und Geldmangel kamen klinke ich mich da aus. Der MDR ist mein Lieblingssender und wird es auch bleibe. Viele Dank MDR.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Danke für Ihr Lob, das freut uns.

07.12.2017 09:32 Mölle 12

Mölle an Mediator,
Sie haben Recht. Ende. Ich werde mich in Zukunft auch nicht mehr an solche Kommentaraktionen des MDR beteiligen, denn ich habe dazu keine Lust mehr dazu, denn es wird sich ohnehin nie etwas ändern in diesem Staat. Die DDR war für viele ein Unrechtsstaat, was verständlich ist, aber für eben viele auch nicht, und da sind etliche bei die nicht in Partei und Stasi engagiert waren. Ich habe mich in der DDR wohl gefühlt, was ich aber bis heute als BRD Bürger noch nicht hinbekommen habe, egal ob ich Arbeit hatte oder nicht. Ich werde mit diesem kaltherzigem System einfach nicht warm. Ich habe zu DDR Zeiten nie das Gefühl gehabt auf der Arbeit versklavt zu werden, im Kapitalismus schon. Alle gute Mediator.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Ob und dass sich in diesem Staat etwas ändert, liegt nicht in unserer Hand.

06.12.2017 20:49 Mediator an Mölle (8) 11

Mensch Mölle, in der DDR haben viele die im Betrieb gar nicht gebraucht wurden trotzdem nicht ihren Job verloren. Alkoholiker gehörten da sicher auch dazu. Haben sie schon mal darüber nachgedacht was alles zum bankrott der DDR beigetragen hat? Alkoholismus war in der DDR ein massives Problem!

Warum sollte eine Firma heute betrunkene Mitarbeiter im Dienst dulden? Schon mal daran gedacht, dass es da auch Haftungsprobleme gibt? Wenn es gut läuft wird gefragt warum man säuft und es werden Regeln und Hilfen vereinbart. Wer leicht ersetzbar ist der wird abgemahnt und fliegt natürlcih schneller.

Warum jemand obdachlos wird kann tausend Gründe haben und Hilfen muss man in der Regel holen, solange man noch für sich selbst sorgen kann. Ob Alkohol eine Situation erträglicher macht, darüber kann man streiten und selbstverständlich kann man auch als Obdachloser die Krankheit Alkoholismus behandeln lassen.

Das Thema war jedoch: Obdachlose schlafen im Freien, trotz freier Unterkünfte

06.12.2017 18:53 Frauke Garstig 10

Solange man Drogen an jeder Ecke in Unmengen als "Genußmittel" frei kaufen kann, wird man sich auch mit Drogensüchtigen und mit den Auswüchsen von übermäßigen Alkoholkonsum arrangieren müssen!

05.12.2017 23:15 Sandra 9

Wo wären wir mit unserem Dreckssozialismus geblieben, wenn uns der Dreckskapitalismus nicht die Hand gereicht hätte? Man kann gerne nach CZ blicken und sich wundern für welche Stundenlöhne sich dort abgeschuftet wird. Übernachtungsplätze für Obdachlose sind reichlich vorhanden, ob sie jedoch angenommen werden ist der freie Wille dieser Menschen. Viele sind leider so kaputt, dass sie lieber auf der Straße erfrieren als sich an Regeln zu halten oder engeren sozialen Umgang mit problematischen Menschen ihres Backgrounds zu pflegen.
Wer drogensüchtig ist uns sich regelmäßig einen Schuß setzen muss, der tut dies auch nicht in einer Obdachloseneinrichtung. Bei uns in der Unterkunft gibt es in den Duschen z.B. nur Blaulicht damit man keine Venen findet.

Leuten die jetzt noch auf der Straße übernachten kann man nur mit Sozialarbeitern gut zureden. Zwingen kann man sie nicht!

05.12.2017 21:59 Mölle 8

Und Mediator, außerdem glaube ich daran, das viele Obdachlose in Deutschland unschuldig in diese Situation geraten sind, und eben nicht die richtige Hilfe erhalten haben die nötig gewesen wäre. Und außerdem denke ich das Obdachlosigkeit ohne Alkohol wohl kaum zu ertragen ist. Und wenn der Alkohol eine Rolle spielt um in diese Situation zu geraten, dann erinnere ich daran das diese Sucht eine Krankheit ist. Zu DDR Zeiten gab es auch Alkoholiker, aber selbst wenn das Bekannt war, hat so ein Mensch deswegen nicht gleich seinen Job verloren, so wie es heute Praktiziert wird.

05.12.2017 21:47 Mölle 7

Ach Mediator meldet sich immer zu Wort wenn man gegen diesen Staat wettert. Er ist wohl selbst ein Staatsdiener der sich wohl eben von meinem Kommentar auf dem Schlips getreten fühlt und wie immer nicht die Wahrheit vertragen kann.

05.12.2017 19:05 Mediator an Mölle(5) 6

Sie erlauben dass ich die statistische Relevanz der Aussage IHRES Obdachlosen anzweifle.

Auch in Obdachlosenheimen gibt es Schränke in denen man sein weniges Hab und Gut unterbringen kann.

Dass Alkohol und Drogen in solchen Einrichtungen nicht geduldet werden, dass versteht sich von selbst.
Oft sind es allein diese banalen zwei Regeln die Menschen dazu bringen nachts bei Kälte draussen zu schlafen. Suchtdruck ist schon etwas elendes!

Ansonsten überlassen sie es doch bitte unserem verfassungsgericht zu beurteilen, was gegen unser Grundgesetz verstößt und was nicht. sicher sollte man vieles in unserem Land verbessern, aber pauschale unfundierte Kritik ist sicher nicht dazu geeignet etwas zu verbessern.

05.12.2017 18:32 Mölle 5

Die Notunterkünfte bleiben leer, weil die die schon nichts haben, dort auch noch von ihren Leidensgenossen beklaut werden, das ist der Grund. Hat mir mal jemand Betroffener gesagt. Und was Username vergeben sagt stimmt auch. Dieser Dreckskapitalismus ist schuld daran. Ein Ex Bundeskanzler Schröder hat mal großspurig gesagt, das es mit Einführung von Hartz 4 in Deutschland keine Obdachlosen mehr gibt, und was Produzieren die Jobcenter täglich? Selber Obdachlose, auch wenn viele vielleicht auch selber Schuld sein mögen wenn Ihnen das ganze Hartz 4 gekürzt wird, aber das geht eindeutig zu weit und verstößt gegen das Deutsche Grundgesetz. Übrigens betrifft dieser Grundgesetzverstoß das ganze Hartz 4 Gesetz.

05.12.2017 18:03 Mediator an Username vergeben(1) 4

Brrrrrrr..... jetzt gehen mit ihnen die Pferde durch!
Haben sie den Artikel überhaupt gelesen? Ich nehme an nein!
Die Kommunen und private Initiativen halten ausreichend Plätze vorrätig, aber dieses Angebot wird von vielen Obdachlosen nicht angenommen.
Ich zitiere mal aus dem Artikel:
"Obwohl es draußen zunehmend kalt wird, bleiben viele Plätze in Obdachlosenunterkünften leer."
"Die Auslastung der Einrichtungen sei teilweise so gering, dass wie in Magdeburg und Quedlinburg Standorte zusammengelegt oder gar geschlossen würden, so die jeweiligen Sprecher."
Warum meiden also Obdachlose Heime in denen sie ein sauberes Bett, eine warme Dusche und Waschmaschinen zur Verfügung haben? Ganz einfach vielse sind so abgestürzt, dass sie weder die Gesellschaft von Menschen ertragen oder ohne Alkohol und Drogen auskommen. Da nutzt das beste Angebot nichts.
PS: Für die Mauertoten ist die DDR selbst verantwortlich. Deren Ermordung wird nicht durch andere schlimme Zustände auf der Welt besser.