Magdeburg : Ein Dutzend Polizeiautos ausgebrannt
In Magdeburg sind am Montagmorgen mehrere neue Polizeiautos und ein weiteres Fahrzeug in Flammen aufgegangen. Wie ein Polizeisprecher MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT sagte, standen die zwölf neuen Funkstreifenwagen und ein Zivilfahrzeug der Polizei auf dem Gelände eines Autohauses. Vermutlich handele es sich um einen gezielten Anschlag auf die Fahrzeuge, die an diesem Dienstag den drei Polizeidirektionen des Landes übergeben werden sollten. Das teilte die Polizei in Magdeburg mit.
Ein Passant habe die Flammen bemerkt und den Notruf alarmiert. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Verletzt wurde niemand. Allerdings brannten sieben neue Funkstreifenwagen komplett aus. Ob die anderen fünf repariert werden können, ist ungewiss. Der Schaden wird auf mindestens eine halbe Million Euro geschätzt. Ein Polizeisprecher sagte, aufgrund der Spuren sei von einer Brandstiftung auszugehen. Ermittler des Landeskriminalamtes übernahmen die Spurensuche vor Ort und setzten auch einen speziellen Spürhund für Brandmittel ein. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht sah sich den Schaden noch am Montag Morgen an. Er wollte die Autos am Dienstag an die Polizeidirektion Nord übergeben. Stahlknecht bekräftigte, dass die Übergabe der Fahrzeuge wie geplant stattfinden werde. Voraussichtlich könnten 34 der ursprünglich 46 Streifenwagen ausgehändigt werden. Auf dem Gelände standen noch 21 weitere neue Streifenwagen sowie einige ältere Polizeiautos, die allesamt nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Der Brandanschlag auf die Autos war bereits der dritte Angriff auf die Polizei innerhalb weniger Tage. Am 16. Januar hatten Angehörige der linken Szene nach einer Demonstration gegen Neonazis in Magdeburg eine 40 mal 20 Zentimeter große Betonplatte aus dem fünften Obergeschoss eines Hauses auf Polizisten geworfen. Am Mittwoch vergangener Woche verübten Unbekannte dann einen Brandanschlag auf das Polizeirevier in Dessau-Roßlau. Nun habe es erneut einen schweren Schlag gegen die Polizei in Sachsen-Anhalt gegeben, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Jens Kolze. Dabei werde sogar der Tod von Polizisten in Kauf genommen. Das sei nicht hinnehmbar. "Wir müssen die Schützer unseres Staates besser schützen." Seine Partei wolle die Anschläge auf die Polizei im Innenausschuss zum Thema machen.
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