Sachsen-Anhalt

Polizeigesetz in Sachsen-Anhalt : CDU lehnt individuelle Kennzeichnung von Beamten ab

Die CDU-Landtagsfraktion lehnt eine individuelle Kennzeichnung von Polizisten mit eindeutig zuordenbaren Nummern bei Großeinsätzen ab. Fraktionschef André Schröder sieht hier keinen Handlungsbedarf. Unstrittig sei jedoch, dass Beamte zum Beispiel im Streifendienst Namensschilder trügen, sagte er am Montag.

Kennzeichnung nur für Einsätze bis zehn Polizisten?

Schröder hält zudem bei geschlossenen Einsätzen wie der Begleitung von Demonstrationen eine Kennzeichnung der kleinen Einsatzgruppen mit maximal zehn Polizisten für ausreichend. Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt gegen Beamte lehnte er eine andere Regelung ab. Zuvor hatte die SPD in Sachsen-Anhalt erneut gefordert, das generelle Tragen von Dienstnummern unbedingt in das neue Polizeigesetz aufzunehmen. SPD-Landesfraktionsvize Rüdiger Erben hatte gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" erklärt, dass diese Kennzeichnung wichtig sei, um Straftaten von Beamten aufklären zu können.

Die eindeutige Identifikation von Polizisten bei sogenannten geschlossenen Einsätzen ist der umstrittenste Punkt in der Diskussion um eine generelle Kennzeichnung von Polizeibeamten in Sachsen-Anhalt. Innenminister Holger Stahlknecht hat zwar schon das Tragen von Namensschildern im normalen Dienst im Büro und beim Streifendienst auf der Straße angeordnet. Die Kennzeichnung von Beamten in kritischen Einsätzen mit wechselnden Nummern lehnt der Minister allerdings ab.

Bündnis 90/Die Grünen für generelle Kennzeichnungspflicht

Der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Sebastian Striegel, sagte am Montag: "Es gibt keine Gründe gegen eine anonymisierte und individuelle Kennzeichnung von Polizisten, viele aber, die dafür sprechen." Das habe auch die SPD-Fraktion erkannt. Die CDU-Fraktion sollte sich den Argumenten und den Erfahrungen öffnen, forderte Striegel. Schon im letzten Jahr hatte Striegel ebenfalls die Einführung der Kennzeichnung gefordert. Seiner Ansicht nach ist diese Pflicht ein Gebot der Transparenz und Bürgerfreundlichkeit, die das Vertrauen der Bevölkerung in polizeiliches Handeln stärke und zugleich die Polizei bei Fehlverhalten von einzelnen Beamten oder Beamtinnen nicht unter Generalverdacht stelle, weil sie individuelle Strafverfolgung überhaupt erst ermögliche.

Seit dem 1. April 2012 müssen Polizisten in Sachsen-Anhalt im täglichen Einsatz Namensschilder tragen. Ausgenommen sind unter anderem Demonstrationen. Bei solchen Einsätzen werden Hundertschaften einheitlich gekennzeichnet.

ein Polizeibeamter steht mit drei Männern auf einem Polizeirevier
Gibt es bald eine generelle Kennzeichnungspflicht für Polizisten oder nicht?

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2013, 19:07 Uhr

4. Herr Müller:
Liebe anja, es geht hier um die kennzeichnung mit wechselnden nummern bei demos. Dadurch werden keine kinder von polizisten gefährdet.
08.01.2013
16:47 Uhr
3. Anja:
Denkt mal an die Familien der Polizisten es ist so schon schwer mit einen Polizisten verheiratet zu sein. Die Angst ist immer sehr groß wenn er zur Arbeit fährt. Als Mutter muss ich mir nicht noch Gedanken machen das unsere Kinder angegriffen werden können, weil jeder den Namen kennt und damit auch dann die Adresse. Wer beschützt uns?
08.01.2013
07:12 Uhr
2. harz:
Jedes Auto auf deutschen Straßen muss ein Kennzeichen führen. Warum nicht auch unsere Ordnungshüter. Wovor hat der Polizeipräsident denn Angst? K.Harz
07.01.2013
21:49 Uhr
1. thomas:
Die CDU marschiert einmal mehr vorneweg wenn es um Rechtsstaatlichkeit und das Vertrauen in einen transparenten Staat geht.Danke Herr Stahlknecht,Danke Herr Schröder und die ganzen Wendehälse in der CDU!!!
07.01.2013
19:03 Uhr

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