Bitterfeld-Wolfen : Tödliche Schüsse möglicherweise von Opfer provoziert
Die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen Mann in Bitterfeld sind möglicherweise vom Opfer selbst provoziert worden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hatte der getötete Tätowierer kurz zuvor bei Facebook angekündigt, dass es ihn bald nicht mehr geben werde. Außerdem entschuldigte er sich für einen Angriff auf seine Ex-Freundin. Die Polizei zweifelt mittlerweile nicht mehr daran, dass der 38-Jährige zuvor auf die Frau eingestochen und sie dabei schwer verletzt hatte.
Mit Säbel auf Polizisten eingeschlagen
Der Mitbetreiber eines Tattoo-Studios war am frühen Donnerstagmorgen vor seinem Laden erschossen worden, als er mit einer Art Säbel auf einen Streifenpolizisten losgegangen war, der den Mann stellen wollte. Ein Kollege des angegriffenen Beamten gab daraufhin mehrere Schüsse auf den Angreifer ab. Der angegriffene Polizist erlitt schwere Kopfverletzungen. Der 38-Jährige Tätowierer erlag noch am Tatort seinen Verwundungen. Wie viele Schüsse insgesamt auf den Mann abgegeben wurden, war auch am Freitag weiterhin unklar. Oberstaatsanwalt Christian Preissner sagte in Dessau-Roßlau, das Ergebnis der Obduktion liege noch nicht vor.
Ermittlungen gegen Polizisten
Gegen den 49-jährigen Polizeischützen wird derzeit wegen Totschlags ermittelt. "Wir gehen davon aus, dass er seinen Kollegen zu Hilfe kommen wollte", sagte Preissner. Daher werde auch geprüft, in wieweit Notwehr bei den Ermittlungen in Betracht kommen könnte. Beamte der Polizeibehörde in Magdeburg und des Landeskriminalamts untersuchen derzeit die Umstände des Falles, der zu den absoluten Ausnahmen in Sachsen-Anhalts Polizeialltag gehört. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der seit 2000 geführten Statistik über den Schusswaffengebrauch keine tödlichen Fälle vermerkt.
Freundin mit Messer schwer verletzt
Der getötete Tattoo-Studio-Betreiber hatte offenbar am Mittwochabend seine 27 Jahre alte Ex-Freundin mit mehreren Stichen in Bauch, Rücken und Brustkorb verletzt. Die Gründe für die Tat sind bisher unklar. Eine Anwohnerin hatte die Verwundete auf einer Straße gefunden und die Polizei informiert. Streifenpolizisten entdeckten daraufhin am Donnerstagmorgen vor einem Tattoo-Studio in der Bismarck-Straße ein Motorrad, das zuvor am Tatort gesehen worden war. Als die Beamten den mutmaßlichen Täter stellen wollten, kam es zu dem tödlichen Zwischenfall.
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