Sachsen-Anhalt

Mischkonzern Hanwha : Koreaner legen Angebot für Q-Cells vor

Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha will anscheinend den insolventen Solarzellenhersteller Q-Cells übernehmen. Ein Sprecher von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium bestätigte am Montag, dass ein dazu Angebot vorliege. Einzelheiten wollte er aber nicht nennen. Schon seit Tagen gab es Spekulationen um ein Interesse von Hanwha. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte berichtet, die Übernahme solle bis Ende September unter Dach und Fach sein. Doch auch der Sprecher des Insolvenzverwalters, Christoph Möller, wollte nichts dazu sagen: "Wir äußern uns grundsätzlich nicht."

Ziel des Landes: Standort Bitterfeld-Wolfen erhalten

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte: "Wir begrüßen es, dass mit Hanwha ein starker, international aufgestellter Konzern aus der Solarbranche an Q-Cells interessiert ist." Für das Land komme es darauf an, dass bei einer Übernahme von Q-Cells der Standort Bitterfeld-Wolfen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt. "Auch deshalb stehen wir mit dem Insolvenzverwalter in engem Kontakt", sagte er. Der Betriebsratsvorsitzende von Q-Cells, Uwe Schmorl, betonte ebenfalls, dass er alles begrüße, was den Standort erhält. Konkret jedoch wollte auch er sich nicht äußern: "Bevor eine Lösung auf dem Tisch ist, möchte ich nichts kommentieren", so Schmorl. Die Produktion bei Q-Cells laufe.

Seit Mai prüft der Konzern Q-Cells

Der Konzernsprecher von Hanhwa, Park Jang Woo, zeigte sich weniger zurückhaltend und bestätigte in Seoul das Interesse seiner Firma an Q-Cells. Er sagte, die Chemie-Tochter Hanhwa Chemicals habe seit Mai die Werke von Q-Cells in Deutschland und in Malaysia überprüft. Dahinter stehe die Absicht, bei dem Unternehmen einzusteigen. Die mögliche Übernahme des deutschen Unternehmens würde in die Wachstumsstrategie Hanwhas im Bereich der Solar-Energie passen, sagte Park. Mit der Übernahme des Werks in Malaysia könnte Hanhwa zudem Antidumping-Zölle der US-Behörden auf chinesische Produkte umgehen. Hanhwa hat ein Werk in China. Die Hanwha-Gruppe hatte 2010 die chinesische Solarfun Power Holdings übernommen, die jetzt unter dem Namen Hanwha SolarOne Photovoltaik-Module herstellt. Medienberichten zufolge ist Hanwha mit einem Jahresumsatz von 32 Milliarden Dollar - das sind etwa 25,6 Milliarden Euro - eines der größten Unternehmen Südkoreas.

Q-Cells hatte im April Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen zog damit die Konsequenzen aus den anhaltenden Millionenverlusten angesichts der harten Konkurrenz aus China. Nach Angaben des Sprechers des Insolvenzverwalters, Möller, haben seitdem gut 100 Mitarbeiter Q-Cells verlassen. Derzeit seien noch 1.150 Mitarbeiter beim einstigen Weltmarktführer beschäftigt.

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2012, 15:09 Uhr

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Mischkonzern

Ein Mischkonzern ist ein großes Unternehmen mit Tochtergesellschaften, die in ganz unterschiedlichen Bereichen aktiv sind und dabei nicht miteinander konkurrieren. Konzerne mit derart breit gefächerten geschäftlichen Aktivitäten nennt man auch Multikonzern.

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