Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt : Stahlknecht will Polizeireiterstaffel

Für Innenminister Holger Stahlknecht ist der Aufbau einer Polizeireiterstaffel trotz Kritik noch nicht vom Tisch. Allerdings würde sie nicht einfach zusätzlich eingerichtet, sondern in neue Polizeistrukturen eingepasst, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Magdeburg. "Wir werden aufgrund der weniger werdenden Beamten über andere Strukturen in unserer Polizei nachdenken müssen." Inzwischen gebe es sogar ein Arbeitspapier, auf dessen Grundlage über eine Reiterstaffel diskutiert werden soll.

Einsatz bei Demonstrationen und Fußballspielen

Mitglieder einer Reiterstaffel der Polizei trainieren mit ihren Pferden einen Einsatz
Erfahrungen zeigen, dass eine Reiterstaffel viele Vorteile bietet.

Neben der normalen Streifentätigkeit im ländlichen Raum kann sich der Innenminister den Einsatz von Polizeireitern bei Demonstrationen und im Umfeld von Fußballspielen vorstellen. Bei der "Meile der Demokratie" anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Magdeburgs waren laut Stahlknecht etwa 1.100 Beamte im Einsatz gewesen. Das habe das Land insgesamt 531.000 Euro gekostet. "Da muss man auch über andere Einsatzmöglichkeiten nachdenken können." Andere Länder hätten mit Reiterstaffeln auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Neben der Wirtschaftlichkeit hätten die Polizeipferde einerseits einen präventiven, abschreckenden Effekt, zum Beispiel bei Ausschreitungen. Andererseits seien sie Sympathieträger, was den Umgang mit den Bürgern angehe.

Stahlknecht will sachliche Debatte

Erst Ende Mai war ein Versuch, sächsische Polizeireiter bei einem Weinfest in Bad Kösen im Burgenlandkreis einzusetzen, an den Protesten der Veranstalter gescheitert. Um das künftig zu verhindern, muss laut Innenminister eine sachliche Debatte geführt werden. Davon erhoffe er sich den Abbau von Unverständnis und Vorurteilen. Was er nicht wolle, sei eine Reiterstaffel gegen den Willen der Menschen.

In Niedersachen und Sachsen sind Polizisten bereits hoch zu Ross im Einsatz. Niedersachsen hat in Hannover eine Reiterstaffel mit 30 Pferden und in Braunschweig eine mit 20. In Sachsen stehen 18 Pferde für Einsätze zur Verfügung. Den Erfahrungen der beiden Länder zufolge kostet der Unterhalt eines Pferdes mit Futter, Tierarzt und Hufschmied rund fünf Euro am Tag. Bei 15 Pferden seien das 75 Euro pro Tag und im Jahr rund 27.000 Euro Kosten, sagte Stahlknecht. Mit Unterbringung und Transport rechnet er mit Kosten in Höhe von rund 70.000 Euro.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2012, 15:56 Uhr

3. micha:
also ist super dan haben die [...] endlcih mal respekt vor der polizei wo anderst gehts auf warum sollte mann es nicht mal in sachsen anhalt ausprobbieren :-) [Löschung eines Schimpfworts - MDR.DE_Redaktion]
16.06.2012
10:28 Uhr
2. Heiko:
Ich finde dieser Nutzer sollte ausgeschlossen werden da er sich nicht an die Kommentar - Richtlinien hält und versucht andere ihre Meinung zu beinflussen.
15.06.2012
16:33 Uhr
1. Heinz Faßbender:
Soll die teure Reiterstaffel dann auch Stahlknecht – Pferdchentreter heißen? Die Kosten pro Tag und Pferd plus Personal und Gebäude halte ich für masslos und unverantwortlich nach unten gerechnet. Der soll sich doch ein eigenes Pferdchen anschaffen - dann weiss er auch wie teurer das ist!
15.06.2012
14:59 Uhr

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