Weinbau-Bilanz 2012 : Saale-Unstrut: Wenig Wein - aber fein
Mit geschätzten 2,7 Millionen Litern haben die Weinbauern an Saale und Unstrut im vergangenen Jahr einen ihrer ertragsärmeren Jahrgänge eingefahren. Das gab die Winzervereinigung Freyburg am Sonnabend bekannt. "Ein gutes Weinjahr sieht sicherlich anders aus", sagte Verbandspräsident Siegfried Boy. Schließlich seien im vorangegangenen Spitzenjahr 2011 noch fast doppelt so viele Trauben in die Keller gebracht worden.
Geringe Menge von hoher Qualität
Die magere Ernte treffe die Weinbauern an Saale und Unstrut in einer Phase, in der ihre Produkte immer stärker gefragt seien, bedauerte Boy das Ergebnis. Vor allem der harte Winter 2011/12 sowie Frost und Wetterkapriolen zur Blütezeit der Rebstöcke im Frühjahr hätten die Ausbeute erheblich geschmälert. Zudem seien in der Vegetationsphase viel zu wenig Niederschläge gefallen. Auch hätten sich Stare, Dachse und Mäuse an den Rebstöcken und Trauben schadlos gehalten.
Trotzdem gibt es für die Weinbauern in Deutschlands nördlichster Weinbauregion auch Grund zu verhaltener Freude: Denn der geringen Erntemenge steht eine besonders hohe Qualität der gelesenen Trauben gegenüber. So lag das durchschnittliche Mostgewicht der 2012er-Ernte mit 84 Oechsle deutlich über dem des Vorjahreswertes mit 79 Oechsle.
Nördlichstes Weinbaugebiet Deutschlands
Im Weinbauverband Saale-Unstrut, zu dem auch die Winzervereinigung Freyburg gehört, sind derzeit 55 Weingüter und fünf Agrargenossenschaften organisiert. Die gleichnamige Weinregion ist das nördlichste deutsche Qualitätsanbaugebiet. Es erstreckt sich über die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Mit seinen etwa 765 Hektar Rebfläche rangiert es nach seiner Größe im hinteren Drittel der 13 deutschen Weinbaugebiete.
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