Gutachten : Saalekanal vor dem endgültigen Aus?
Dem Projekt Saalekanal droht offenbar das endgültige Aus. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hält den Bau für unwirtschaftlich. Es kommt zu dem Schluss, dass die zu erwartenden Transportmengen auf dem Kanal weit unter den Prognosen der Landesregierung von Sachsen-Anhalt liegen. Mit dem 150 Millionen-Euro-Projekt sollte die Saale kurz vor der Mündung umschifft und auch für schwere Lastkähne befahrbar gemacht werden.
Sachsen-Anhalt hält bisher am Bau des Saale-Kanals fest. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel hat am Mittwoch weitere Gespräche angekündigt, um die Bundesregierung von dem Projekt zu überzeugen. Über den in Sachsen-Anhalt heftig diskutierten Bau des Kanals von der Elbe zur Saale werde in der kommenden Woche erneut verhandelt. Webel sagte, vorher wolle er sich zu Gutachten über die Wirtschaftlichkeit eines Kanals nicht äußern. Sachsen-Anhalt geht von zehnmal höheren Transportmengen auf dem Fluss aus, als der Bund schätzt.
Jahrelange Debatte
Der 7,5 Kilometer lange Saalekanal soll zwischen Calbe und der Saalemündung in die Elbe auf der linken Flussseite verlaufen und den Engpass auf der Saale mit zu geringen Tiefen überwinden. Der Bau des Kanals wird seit Jahren von Umweltaktivisten kritisiert, die einen Eingriff in die Fluss- und Auenlandschaft befürchten. Bis auf eine rund 20 Kilometer lange Strecke ist die Saale bereits für Schiffstransporte ausgebaut. Die Realisierung des letzten Abschnitts war wegen des Zweiten Weltkriegs nicht vollendet worden.
Ausbau der Saale
Der Saalekanal zwischen Calbe und Barby im Salzlandkreis soll nach seinem Bau eine bessere Verbindung zur Elbe sichern. Auf diese Weise könnte der Hafen Halle ganzjährig für große Frachtschiffe befahrbar werden. Bereits in den 1930er Jahren waren bei Klein Rosenburg der Bau einer Staustufe mit Schleuse und Wehr vorgesehen.



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