Ein Ruder-Vierer auf dem Wasser.
Der deutsche Doppel-Vierer hat sich zuletzt deutlich gesteigert. Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold

Ruder-WM Sachsen-Anhalt-Trio will für Furore sorgen

Drei Ruderer aus Sachsen-Anhalt starten bei der Weltmeisterschaft in Florida. Während Max Planer mit dem Achter Gold will, geht es für Philipp Syring und Max Appel um Erfahrungen. Oder vielleicht doch um mehr?

von Thomas Pasold, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Ruder-Vierer auf dem Wasser.
Der deutsche Doppel-Vierer hat sich zuletzt deutlich gesteigert. Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold

Mit Spannung haben die Ruderer auf diese Nachricht gewartet: Die Weltmeisterschaft in Florida, in der Nähe von Sarasota, kann trotz leichter Schäden an der Regattastrecke durch Hurrikan "Irma" wie geplant stattfinden. Das teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. Deutschlands Ruderer kämpfen ab 25. September bei ihrem Saisonhöhepunkt um Medaillen. Gerudert wird auf einer künstlichen Regattastrecke im Nathan Benderson Park. Im Nationalkader stehen auch drei Athleten aus Sachsen-Anhalt.

Maximilian Planer will Gold mit Deutschland-Achter

Mit dem Deutschland-Achter peilt der Bernburger Maximilian Planer die Goldmedaille an. Der 26-Jährige sitzt im deutschen Flaggschiff im "Maschinenraum" auf Position drei. "Meine Aufgabe ist es, möglichst kraftvoll durchzuziehen. Ich muss technisch das übernehmen, was vom Schlagmann vorgegeben wird, um es an die beiden Bugleute weiterzuleiten", erläuterte Planer.

Das ist die beste Saison, die ich bisher gerudert bin.

Max Planer

Das klappt in dieser Saison bestens. Der Achter legt derzeit ein Jahr der Superlative hin. Er wurde im tschechischen Racice Europameister. Danach erruderten die Männer um Trainer Uwe Bender den Weltcup-Gesamtsieg. Als Krönung gelang dem Achter mit Schlagmann Hannes Ocik in Poznan auf dem Maltasee einen neuen Weltrekord. Nach 5:18,680 Minuten war das Boot im Ziel. Noch nie war ein Achter schneller.

Ruderer
Die Männer vom deutschen Achter jubeln nach dem EM-Sieg in Tschechien. Bildrechte: IMAGO

"Habe die Ruder weggelegt"

In den USA will das deutsche Vorzeigeboot jetzt die Saison krönen. Planer: "Das ist die beste Saison, die ich bisher gerudert bin. Es macht einen riesen Spaß. Es wäre das i-Tüpfelchen, wenn wir das Ganze jetzt bei der WM krönen könnten. Wir wollen Weltmeister werden. Wir sind die klaren Favoriten, weil wir die Rennen bisher dominiert haben."

Der knapp zwei Meter große Athlet vom Bernburger Ruderclub ist 2014 bei der Weltmeisterschaft in Amsterdam schon einmal knapp an Gold vorbeigerudert. Danach hat er es bis 2017 nicht mehr geschafft, sich für den Achter zu qualifizieren. In Rio bei den Olympischen Spielen belegte er mit dem Vierer einen enttäuschenden 12. Platz. "Ich hatte lange an diesem Abschneiden zu knabbern. Für eine ganze Weile habe ich die Ruder erst einmal weggelegt. Ich habe viele andere Sachen gemacht und gewartet, ob die Lust am Rudern wiederkommt. Sie kam zurück. Ich habe wieder mit dem Training begonnen und mich auf Anhieb für den Achter qualifiziert. Jetzt sind wir Goldfavorit. Besser hätte es nicht laufen können", so Planer.

Ruderer
Nun soll WM-Gold eine perfekte Saison für den Achter krönen. Bildrechte: IMAGO

Neuformierter Doppelvierer will ins WM-Finale

Etwas anders ist die Ausgangslage für den Doppelvierer. Nach vielen Abgängen musste das olympische Gold-Boot von Rio neu besetzt werden. Zunächst saß nur der 20-jährige Philipp Syring aus Magdeburg drin. Allerdings verpasste der Modelathlet vom SC Magdeburg mit seiner jungen Crew bei der Europameisterschaft in Racice das A-Finale. Der Vierer wurde in Tschechien nur Achter. Der Doppelzweier mit seinem Vereinskollegen Max Appel schrammte mit EM-Platz vier knapp an einer Medaille vorbei.

Und wer weiß, stehen wir erstmal im Endlauf, ist alles möglich.

Max Appel

Bundestrainer Marcus Schwarzrock nahm eine Umbesetzung vor. Appel und Syring sitzen seitdem gemeinsam im Doppelvierer. Die beiden kräftigen Magdeburger sind für einen ordentlichen Vortrieb des Bootes verantwortlich: "Wenn man zwei Leute im Maschinenraum hat, die jede Menge Kraft einbringen, ist das erstmal ein großes Plus für unser Boot." Dies reichte jedoch noch nicht, um beim letzten Weltcup vor der WM in Luzern das Finale zu erreichen.

Sachsen-Anhalts Starter bei der Ruder-WM

Ein Mann schaut in die Kamera.
Maximilian Planer - 26 Jahre vom Bernburger Ruderclub
- seit 2011 lebt und trainiert er am Bundesstützpunkt in Dortmund
- er ist Athletenvertreter beim Deutschen Ruderverband
- 2014 erstmals im Deutschland-Achter – Vize-Weltmeister in Amsterdam
- studiert an der Uni in Dortmund Journalistik
Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold
Ein Mann schaut in die Kamera.
Maximilian Planer - 26 Jahre vom Bernburger Ruderclub
- seit 2011 lebt und trainiert er am Bundesstützpunkt in Dortmund
- er ist Athletenvertreter beim Deutschen Ruderverband
- 2014 erstmals im Deutschland-Achter – Vize-Weltmeister in Amsterdam
- studiert an der Uni in Dortmund Journalistik
Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold
Ein Sportler schaut in die Kamera.
Philipp Syring - 20 Jahre vom SC Magdeburg
- Deutscher Meister im Kleinboot 2016
- verpasste im Einer die Qualifikation für die Olympischen Spiel in Rio
- Ausbildung bei der Bundespolizei
- U23-Weltmeister im Doppelzweier
Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold
Ein Sportler schaut in die Kamera.
Max Appel - 21 Jahre vom SC Magdeburg
- Ausbildung zum Mechatroniker
- U23-Weltmeister im Doppelzweier
- 2017 EM in Racice Vierter im Doppelzweier
Bildrechte: MDR/ Thomas Pasold
Alle (3) Bilder anzeigen

Großer Schritt in den Erwachsenenbereich

Allerdings hat die Vierer-Crew danach in Trainingslagern – vor allem in der Ruderakademie Ratzeburg – viel gearbeitet. Gerade die Jüngsten im Boot, Syring und Appel, haben laut Chefbundestrainer Schwarzrock dabei enorme Fortschritte gemacht: "Sie sind gemeinsam U23-Weltmeister im Doppelzweier geworden. Dieser Vierer im Erwachsenenbereich ist jetzt für beide der nächste Schritt. Natürlich ist das eine große Herausforderung. Allerdings hat das gesamte Boot in den letzten Trainingswochen einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht."

Die Wettkampfstrecke in den USA ist für die Magdeburger und den Großteil der Nationalmannschaft noch Neuland. Was der Doppelvierer nach dem neugeschaffenen Trainingsoptimismus zu leisten in der Lage ist, weiß niemand. Der 21-jährige Max Appel gibt sich optimistisch: "Auf jeden Fall wollen wir das WM-Finale erreichen. Das wäre für uns schon ein großer Schritt. Und wer weiß, stehen wir erstmal im Endlauf, ist alles möglich."

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2017, 17:11 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.