Messergebnisse von Umweltschützern : Salz gefährdet Leben in der Bode
Das Sodawerk Stassfurt soll zu viel Salz in die Bode leiten. Das sagen die Umweltschützer des Vereins VSR-Gewässerschutz. Damit werde die Artenvielfalt der Bode maßgeblich beeinträchtigt. Der Umweltverein spricht sogar von sogenannten "toten Zonen". Den Angaben zufolge haben Messungen ergeben, dass der Wert der Chloride in der Bode hinter Neugattersleben fast fünf Mal höher ist, als es der allgemeine Richtwert vorgibt. An dieser Stelle leitet das Sodawerk Stassfurt seine Abwässer in die Bode.
Forderung: Salzwasser-Pipeline in die Elbe
Zum Schutz der Artenvielfalt fordert der Umweltverein darum eine Pipeline der Abwässer in die Elbe. Im Gegensatz zur kleinen Bode könne die Elbe die Salzmengen besser aufnehmen und die Artenvielfalt der Bode würde enorm entlastet.
Laut "Mitteldeutscher Zeitung" hat das Magdeburger Umweltministerium das Problem bestätigt. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte dem Blatt, man sei "bereits mit dem Sodawerk im Gespräch". Bis Ende 2021 müsse eine Regelung gefunden werden, um die geltende Wasserrichtlinie umzusetzen. Dabei würden auch technische Lösungen wie eine Pipeline diskutiert, um das salzhaltige Abwasser zu einem leistungsfähigeren Gewässer, der Saale oder der Elbe, abzuleiten.
Ökologisch intakte Gewässer bis 2015
Die Wasserrichtlinie der EU gilt seit dem Jahr 2000. Sie fordert, dass bis 2015 alle Gewässer in einem ökologisch intaktem Zustand sind. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Umweltschutz hatte herausgefunden, dass bereits bei einer Chlorid-Konzentration von 200 mg je Liter die Artenvielfalt in den Flüssen halbiert wird. Bei den erlaubten 400 Milligramm je Liter sterben drei Viertel der Kleinstlebewesen. In der Bode haben die Umweltschützer zum Messzeitpunkt im September eine Konzentration von 2.450 Milligramm je Liter gemessen.
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