Stephan Schulz und Kerstin Palzer im Gespräch mit André Schröder (CDU)
Der "Herr" über die Zahlen - Finanzminister Schröder (CDU) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Absage Finanzminister will nicht noch mehr Lehrer einstellen

An Sachsen-Anhalts Schulen fehlen jede Menge Lehrer. Die Landesregierung hat das Problem erkannt und will zusätzliches Personal einstellen. Das hat der Landtag vor einigen Wochen so beschlossen. Anfang der Woche hat sich eine Volksinitiative gegründet. Sie fordert das Land auf, deutlich mehr Lehrer an die Schulen zu holen als bisher vorgesehen. Doch Finanzminister André Schröder von der CDU hat den Wünschen eine Absage erteilt.

Stephan Schulz und Kerstin Palzer im Gespräch mit André Schröder (CDU)
Der "Herr" über die Zahlen - Finanzminister Schröder (CDU) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (CDU) lehnt es ab, 2017/2018 zusätzlich noch mehr Lehrer einzustellen. Schröder sagte am Donnerstag MDR SACHSEN-ANHALT, man könne den Lehrkräftebedarf mit dem beschlossenen Haushalt decken. Die Landesregierung sei dabei, die nötigen 14.500 Lehrer für allgemeinbildende Schulen auszubilden und aufzubauen. Das brauche aber Zeit. Der Bildungsbereich habe finanzpolitische Priorität.

Unterschriften für noch mehr Lehrereinstellungen

Eine Volksinitiative will bis Mitte September 30.000 Unterschriften in Papierform für bessere Bildung sammeln. Diese Zahl ist notwendig, damit sich der Landtag mit dem Thema beschäftigt. Die Volksinitiative will erreichen, dass das Land 1.000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter zusätzlich einstellt.

Die Vorsitzende des Grundschulverbandes Sachsen-Anhalt, Thekla Mayerhofer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie rechne mit zwei großen Unterschriftenwellen zum Ende dieses und zum Anfang des neuen Schuljahres. Sie hoffe, dass man an jeder Schule seine Unterschrift abgeben könne. Man wolle zeigen, dass es wichtig sei, dass die Kinder in Sachsen-Anhalt eine gute und faire Bildung erreichen.

Ein Lehrer vor Schülern im Klassenzimmer
An vielen Schulen ist die Personaldecke dünn. Bildrechte: Colourbox

Eva Gerth, Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, sprach von einem symbolischen Auftakt am Donnerstag mit einem Knall vor dem Landtag. Sie sei zuversichtlich, die nötigen Unterschriften bis September gesammelt zu haben, sagte Gerth im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT.

Die GEW warnte vor einer weiteren Arbeitsverdichtung für Lehrer. Zudem müsse jede fertig ausgebildete Lehrkraft auch eingestellt werden.

Tullner: Durch Haushalt gebunden

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er begrüße die Diskussion darüber, ob mehr Ressouren im Bildungsbereich wichtig seien.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU)
Minister Marco Tullner Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir kämpfen um jeden Lehrer, den wir in die Schulen kriegen können.

Marco Tullner, CDU, Bildungsminister Sachsen-Anhalt

Tullner erklärte, er sei aber durch Haushalt und Koalitionsvertrag gebunden. Wenn sich in Zukunft mehr Ressouren ergäben, werde er sich nicht ärgern.

Landtagsdebatte zu fehlenden Lehrern und Haushalt

Der Lehrermangel ist am Freitag erneut Thema im Landtag von Sachsen-Anhalt. Auf Antrag der SPD wird über die Bildungspolitik und die Unterrichtsversorgung in den Schulen diskutiert. Fraktionschefin Katja Pähle forderte bereits im Vorfeld neue Ideen, um dem Lehrermangel zu begegnen. So könnten Referendare frühzeitig mit Jobangeboten angesprochen werden oder Schulen stärker bei der Suche nach geeigneten Bewerbern eingebunden werden.

Auch über den Landeshaushalt wird debattiert. Weil Geld im laufenden Betrieb eingespart werden muss, gelten bereits Sparauflagen des Finanzministers. Die Linksopposition kritisiert, der Haushalt sei bereits jetzt Makulatur.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT| 05.05.2017 | ab 5:00 UHR

Quelle: MDR/düs

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2017, 09:47 Uhr