Insolvente Solarfirma : Sovello entlässt die Hälfte der Belegschaft
Der insolvente Solarmodulhersteller Sovello aus Bitterfeld-Wolfen streicht rund die Hälfte seiner Stellen. Das hat das Unternehmen am Donnerstag der Öffentlichkeit mitgeteilt. Sovello könne sich den anstehenden Herausforderungen kurzfristig nur noch mit 495 Beschäftigten stellen, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Reiner Beutel. Die von der Entlassung betroffenen 475 Mitarbeiter sollen Beutel zufolge in einer Transfergesellschaft unterkommen. Allerdings sei die Finanzierung der Gesellschaft, die die Mitarbeiter beschäftigen, qualifizieren und vermitteln soll, noch nicht abschließend geklärt.
Sovello setzt auf Investorenlösung
Zur Zukunft von Sovello erklärte Beutel: "Um wieder wettbewerbsfähig und profitabel wirtschaften zu können, müssen wir die technologischen Stärken mit Unterstützung eines passenden Investors weiter ausbauen." Man führe Gespräche mit möglichen Interessenten. Eine Investorenlösung müsse allerdings "innerhalb weniger Wochen" unterzeichnet sein, um die 495 Arbeitsplätze und die Perspektiven für den Solarstandort Bitterfeld-Wolfen zu erhalten. Derzeit sei aber noch nicht abzusehen, ob zum 1. August die Verhandlungen mit einem Investor erfolgreich abgeschlossen werden können.
Ursprünglich 1.250 Beschäftigte
Sovello hatte Mitte Mai wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Damals waren noch etwa 1.250 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig gewesen, von denen ein Teil mittlerweile einen neuen Job gefunden hat. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit wurden der stockende Verkauf und der massive Preisverfall bei Solarmodulen genannt. Sovello hatte bereits in den vorangegangenen Jahren einen Millionenverlust angehäuft. Dennoch kam die Insolvenz einigermaßen überraschend. Erst im Januar hatte Geschäftsführer Beutel für die kommenden zwei Jahre 35 Millionen Euro an Investitionen angekündigt. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen setzen die Bitterfelder nicht nur auf die Herstellung von Teilkomponenten, sondern produzieren sowohl Wafer- und Solarzellen als auch Solarmodule unter einem Dach.
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