Solarindustrie : Keine Transfergesellschaft für Sovello
Neue Hiobsbotschaft aus dem "Solar Valley": Das insolvente Solarunternehmen Sovello kann seine 500 gekündigten Mitarbeiter nicht in einer Transfergeselleschaft unterbringen. Dies gab das Unternehmen am Freitag bekannt.
Finanzelle Lage schlimmer als befürchtet
Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther sagte, die finanzielle Lage des Unternehmens sei weit schlimmer als befürchtet. Geld für die angekündigte Auffanggesellschaft sei nicht vorhanden. Flöther sagte weiter, die Lage sei ernst, vorerst könne der Geschäftsbetrieb aber fortgesetzt werden. Es werde weiter mit Hochdruck nach einem Investor gesucht. Sollte das jedoch kurzfristig nicht gelingen, drohen weitere Entlassungen und Produktionskürzungen. Den 500 betroffenen Mitarbeitern riet er, sich umgehend arbeitslos zu melden.
Betriebrat kritisiert Land
Der Betriebsrat kritisierte das Scheitern der Transfergesellschaft. Der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte er, die betroffenen Beschäftigten seien tief enttäuscht, dass die Gesellschaft nicht zustande gekommen sei. Aus Sicht der Arbeitnehmer sei es unverständlich, warum das Land als größter Gläubiger die Beschäftigten im Stich lasse. Zudem werde durch die absehbaren Klagen der Beschäftigten gegen die Kündigung die Suche nach Investoren erschwert.
Geschäftsführer gibt auf
Zudem warf der bisherige Geschäftsführer Reiner Beutel das Handtuch. Insolvenzverwalter Flöther teilte mit, dass Beutel sich auf eigenen Wunsch von seinen bisherigen Aufgaben hat entbinden lassen.
Für Freitagnachmittag war den Planungen zufolge für die verbleibenden Mitarbeiter eine Betriebsversammlung angesetzt. Wie Flöther MDR INFO mitteilte, sollte ihnen dort mitgeteilt werden, dass obwohl das Insolvenzgeld ausgelaufen ist, die Bezahlung der Mitarbeiter bis Ende August gesichert ist. Ab dem 1. September kann der Betrieb nur fortgesetzt werden, wenn ein Investor gefunden wird.
Neustart mit der Hälfte der Mitarbeiter geplant
Ursprünglich wollte das Unternehmen mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen mit der Hälfte der zuletzt rund 1.000 Mitarbeiter einen Neustart versuchen. Die andere Hälfte sollte zunächst in der geplanten Transfergesellschaft unterkommen. Einen ersten Tiefschlag gab es dabei bereits vom Amtsgericht, das die Insolvenz in Eigenverwaltung der Manager ablehnte und den Insolvenzverwalter bestellte.
Sovello ist die Abspaltung des benachbarten früheren Weltmarktführers Q-Cells und produziert Solarzellen in einem speziellen Verfahren.
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