Saalestadt im Minus : Zu teuer: Halles Sparberater abgelehnt
Die Stadt Halle muss vorerst weiter ohne Sparberater auskommen. Das Landesverwaltungsamt lehnte es ab, den Wirtschaftsberater Jens Rauschenbach zu akzeptieren. Aus Sicht der Behörde wäre Rauschenbach in einen Interessenskonflikt geraten, da er bereits für die Stadt tätig war. Zudem verfüge er nicht über genügend Erfahrung und seine Bewerbung sei zu spät eingegangen, hieß es. Weiterer Streitpunkt war offenbar auch das angestrebte Honorar des neuen Beraters in Höhe von 150.000 Euro, einschließlich Erfolgshonorar.
Stadt will selbst über Kandidaten entscheiden
Der hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand will trotzdem an Rauschenbach festhalten. Wiegand sagte dem MDR SACHSEN-ANHALT, vorerst würde das Aufgabenfeld des Beraters kleiner gestaltet. Außerdem soll die Bezahlung des Sparberaters auf 15.000 Euro verringert werden. Über diese Summe darf der Rathauschef ohne Zustimmung der Aufsicht entscheiden.
Mitte Februar hatten sich die Stadträte Halles auf Rauschenbach als Sparberater geeinigt. Auf einer Sondersitzung des Vergabeausschusses votierten sie mehrheitlich für den Favoriten des Oberbürgermeisters.
Die Stadt Halle und das Landesverwaltungsamt hatten im vergangenen Jahr vereinbart, einen Sparberater einzustellen, um den Schuldenberg der Saalestadt abzubauen. Halle steckt mit mehr als 450 Millionen Euro im Minus. Innenminister Holger Stahlknecht hatte deshalb bereits vor einer drohenden Zwangsverwaltung der Stadt gewarnt. Oberbürgermeister und Stadtrat würden dann ihre Macht an einen Verwalter des Landesverwaltungsamtes verlieren.
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