Neues Sportfördergesetz : Weniger Bürokratie für Sportvereine
Nach der mageren Medaillen-Ausbeute bei Olympia 2012 will Sportminister Holger Stahlknecht die Mittel für die Sportförderung gezielter einsetzen. Dafür hatte sein Ministerium bereits im Sommer ein neues Sportfördergesetz auf den Weg gebracht. Darin bekennt sich das Land zu den Schwerpunktsportarten Rudern, Kanurennsport, Schwimmen und Leichtathletik. Das Gesetz kann seit Montag praktisch in Kraft treten.
Die neue Sportförderung in Sachsen-Anhalt kann jetzt praktisch in Kraft treten. Nachdem das Gesetz im Dezember vom Landtag verabschiedet wurde, hat Innenminister Holger Stahlknecht am Montag die entsprechende Ausführungsverordnung des gesetzes unterzeichnet.
Nur noch ein kurzes Formular für Förderung
Die Verordnung regelt konkret, wie die Fördergelder für den Sport verteilt werden sollen. Stahlknecht betonte, dass mit der Verordnung vor allem Bürokratie abgebaut und mehr Raum für die eigentliche Sportarbeit geschaffen werde. So sollen Institutionen künftig pauschal nach eindeutigen Kriterien unterstützt werden.
Der für den Sport zuständige Abteilungsleiter Klaus-Dieter Liebau bestätigte, dass ab sofort nur noch ein kurzes, leicht verständliches Formular notwendig sei. Künftig müssten keine Wirtschaftspläne, Verwendungsnachweise oder Anträge auf Rücklagenbildung mehr vorgelegt werden. Damit sollen vor allem die vielen ehrenamtlichen Mitglieder in den Sportvereinen entlastet werden.
Schwimmen, Rudern und Leichtathletik werden schwerpunktmäßig gefördert
Mit der Verordnung soll sich künftig mehr auf Leistung konzentriert werden, sagte der Minister. Das Land will auf Sportarten der sogenannten Kategorie I setzen. Dazu zählen Kanurennsport, Rudern, Leichtathletik und Schwimmen. Es sei sinnvoll, sich auf bestimmte Sportarten zu konzentrieren, da im Sport nur Leistung zähle.
Klaus-Dieter Liebau sagte, dass um jeden Posten hart gerungen worden sei. Laut einer Berechnung des Innenministeriums fließen in diesem Jahr rund 110.700 Euro in den Kanurennsport, 84.711 in das Rudern, 119.227 Euro in die Leichtathletik und 144.806 Euro in das Schwimmen.
Die Konzentration auf Schwerpunktsportarten war für Stahlknecht eine Konsequenz aus der mageren Olympia-Bilanz im Sommer 2012. Stahlknecht sagte nach dem enttäuschenden Abschneiden der Olympioniken des Landes, man dürfe nicht vergessen, dass viel Steuergelder in die Förderung des Leistungssports geflossen seien. Er kündigte damals an, die Mittel sollten künftig gezielter einzusetzen.
Landesportbund verteilt Fördergelder an Vereine
Der Präsident des Landessportbundes, Andreas Silbersack, begrüßte die Verordnung. Für die Vereine bestünde jetzt Rechtssicherheit, Gelder zu bekommen. Die Ausführungsverordnung sei nicht für Jahre in Stein gemeißelt. Sie solle jedoch erst einmal in der Praxis getestet werden. Der Landesportbund bekommt mit der neuen Verordnung kaum finanzielle Autorität. Wie die Mitteldeutsche Zeitung schreibt, verteilt er nur bei der Vereinsförderung die Fördergelder. Alle anderen Mittel reiche das Inenministerium über die Investitionsbank weiter.
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