1. FC Magdeburg - Eintracht Frankfurt, emspor , v.l. Niklas Brandt (1.FC Magdeburg), Steffen Puttkammer (1.FC Magdeburg), Christopher Handke (1.FC Magdeburg), Branimir Hrgota (Eintracht Frankfurt) Magdeburg
Im vergangenen Jahr spielte der FCM im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Bildrechte: IMAGO

Eigene Gesetze Was beim DFB-Pokalspiel des FCM alles anders ist

Ein Start im DFB-Pokal bedeutet für die Vereine nicht nur besondere Spiele und Zusatzeinnahmen, sondern auch jede Menge Arbeit. Denn im Pokal gelten andere Regeln als in der Liga.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

 1. FC Magdeburg - Eintracht Frankfurt, emspor , v.l. Niklas Brandt (1.FC Magdeburg), Steffen Puttkammer (1.FC Magdeburg), Christopher Handke (1.FC Magdeburg), Branimir Hrgota (Eintracht Frankfurt) Magdeburg
Im vergangenen Jahr spielte der FCM im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Bildrechte: IMAGO

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Eine der am häufigsten verwendeten Phrasen im Fußball ist, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Gemeint ist damit, dass ein kleiner Verein in einem Pokalspiel auch mal einen großen schlagen kann. Zwar gibt es in jedem Jahr auch Pokalüberraschungen. Doch schaut man auf die Siegerliste der vergangenen Jahre, darf die Allgemeingültigkeit dieser Regel durchaus bezweifelt werden.

Unumstößlich ist dagegen, dass bei Pokalspielen tatsächlich eigene Regeln gelten. Spieler und Vereinsmitarbeiter, aber auch die Fans müssen sich deshalb auf einige Änderungen gefasst machen. MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, was beim Pokalspiel gegen Augsburg alles anders ist als bei normalen Ligaspielen des 1. FC Magdeburg:

SPORTLICH

Vierter Wechsel möglich

Die wohl wichtigste Regeländerung trat erst vor einigen Monaten in Kraft. Sollte das Spiel in die Verlängerung gehen, können beide Vereine einen vierten Spieler austauschen. Bislang waren nur drei Wechsel möglich. FCM-Trainer Jens Härtel begrüßt die Änderung: "Ich finde das gut. Weil es eine klare Regel ist, dass man den vierten Wechsel erst in der Verlängerung ziehen kann. Der Fußball wird immer intensiver und dann noch mal einen Wechsel zu haben, ist schon in Ordnung. Für unsere Spielvorbereitung ändert sich dadurch aber nichts."

U-23-Regel und Ausländerregel gilt nicht

Spielt der FCM im DFB-Pokal gegen Lizenzmannschaften, sprich gegen Erst- oder Zweitligisten, gelten zwei Regeln nicht, die normalerweise bei der Kaderzusammenstellung für die 3. Liga beachtet werden müssen: Die U-23-Regel und die Ausländerregel. Die U-23-Regel besagt, dass mindestens vier Spieler die zu Saisonbeginn jünger als 23 Jahre waren, im Kader stehen müssen. Aufgrund der Vielzahl von jungen Spieler wird der FCM aber wahrscheinlich trotzdem einhalten – auch wenn es nicht nötig wäre.

Zudem dürfen im Normalfall nur drei Nicht-EU-Ausländer im Kader stehen. Da der FCM mit André Hainault (Kanada) ohnehin nur einen solchen Spieler unter Vertrag hat, und der nach langer Verletzungspause noch nicht wieder fit ist, ist die Regel ohnehin hinfällig. Würde der FCM in einer späteren Pokalrunde auf einen anderen Drittligisten treffen, würden die Regeln wieder gelten.

Vierter Offizieller

Ein Drittligaspiel wird vom Schiedsrichter und zwei Assistenten geleitet. Im Pokal kommt zudem ein vierter Offizieller zum Einsatz, der zwischen sich den beiden Trainerbereichen aufhält.

Veränderung im Tor

Der Wechsel im Tor ist keine Regel, beim FCM aber doch regelmäßig zu beobachten. Jens Härtel gibt seiner Nummer zwei in Pokalspielen gerne den Vorzug. Seine Begründung: „Man weiß immer nicht, wie ein junger Torhüter unter Druck reagiert. Und das bekommt man am besten in solchen Spielen raus.“

Leopold Zingerle etwa konnte diese Chance vor einem Jahr nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Und diesmal? Stehen die Chancen gut, dass Alexander Brunst sein Pflichtspieldebüt für den FCM gibt. Zumal Stammtorhüter Jan Glinker derzeit nur individuell trainieren kann.

Torwart Alexander Brunst (1. FC Magdeburg)
Alexander Brunst gibt am Sonntag wahrscheinlich sein Pflichtspieldebüt für den FCM. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

ORGANISATION

Neutrales Stadion und andere Werbepartner

Schon seit Mittwoch laufen die Arbeiten im Magdeburger Stadion. Die LED-Werbebande ist verschwunden, genau wie die Werbetafeln dahinter. Die Werbung an dem Dach und an den Tribünen wird Schritt für Schritt hinter grüner Folie versteckt. Der DFB lässt das Stadion "neutralisieren". Hintergrund: Für den Wettbewerb hat der Verband eigene, exklusive Werbeverträge abgeschlossen. Deshalb dürfen am Spieltag auch nur diese Partner im Stadion zu sehen sein. Sämtliche Zeichen der FCM-Partner müssen entfernt oder verdeckt werden.

Größeres Medieninteresse

Normalerweise finden sich beim FCM-Heimspielen etwa 15 bis 20 Journalisten und Mitarbeiter im Pressebereich ein. Das Medieninteresse, insbesondere auch überregionaler Medien, ist bei DFB-Pokalspielen deutlich höher. Problem: Im FCM-Pressebereich gibt es nur 34 Plätze. Pressesprecher Norman Seidler erinnert sich: "Gegen Eintracht Frankfurt hätte ich auch 40 oder noch mehr Plätze vergeben können. Da musste ich einigen absagen." Gegen Augsburg ist er jedoch optimistisch, alle Medienvertreter unterzubekommen.

Änderungen am Trikot

Manche Vereine bestreiten Pokalspiele in eigens dafür angefertigten Trikots. Eine solches Sondertrikot gibt es beim FCM nicht. An der Spielkleidung ändern sich lediglich der Aufdruck des Ärmelsponsors – denn auch hier hat der DFB einen eigenen Werbepartner.

Prämien

Der Start im DFB-Pokal ist für Drittligisten und Amateurvereine auch deshalb so wichtig, weil er finanziell sehr lukrativ ist. Allein die Antrittsprämie beträgt 155.000 Euro. Hinzu kommen die Zuschauereinnahmen, die jedoch – nach Abzug der Kosten für Schiedsrichter, Sicherheitsdienst, Stadionmitarbeiter und einer Verbandspauschale von zehn Prozent – mit dem Gastverein geteilt wird. Übrig bleibt dennoch eine stolze Summe. Im vergangenen Jahr nahm der FCM insgesamt etwa eine halbe Million Euro ein.

FANS

Für die Fans im Stadion ändert sich nicht so viel. Was laut Veranstaltungsleiter Matthias Kahl auch damit zusammenhängt, "dass wir es mittlerweile gewohnt sind, 15.000 bis 20.000 Fans im Stadion zu haben." Aktuell rechnet der Verein mit etwa 21.000 Besuchern, auch die Tageskassen werden ganz normal öffnen.

Keine "Glocken vom Dom"

Die einzige spürbare Änderung im Stadion wird wohl die Einlaufzeremonie vor dem Spiel sein. Normalerweise begrüßen die FCM-Fans ihre Lieblinge zum Klang der "Glocken vom Magdeburger Dom". Diesmal wird stattdessen die Hymne des DFB-Pokals zu hören sein.

Fernsehen

Umdisponieren müssen auch die Fans vor dem Fernseher. Normalerweise sind die Drittligaspiele des 1. FC Magdeburg im MDR-Fernsehen oder im Livestream bei der Telekom zu sehen. Das DFB-Pokalspiel wird hingegen von Sky übertragen und deshalb auch in vielen Kneipen zu sehen sein. MDR SACHSEN-ANHALT berichtet live im Radio in Ausschnitten von der Partie.

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Bildrechte: IMAGO

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10.08.2017 | 17:20 Uhr

Quelle: MDR/olei

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2017, 18:52 Uhr

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2 Kommentare

12.08.2017 11:31 FCM66 2

Wenn man das ALLES lesen MUSS, fällt mir nur eins dazu ein: ist heute der 1. April ???
@1 ---> da geb ich dir recht !!!

11.08.2017 11:39 Fussball-Fan 1

Was hat diese Geldgier des DFB noch mit Fussball zutun! Dämlicher Fussball Bund !!!!!