Christian Beck und Björn Rother jubeln
Blaues Auge, breites Lächeln: Christian Beck hat sein erstes Saisontor erzielt. Bildrechte: IMAGO

Analyse FCM – Paderborn Wer Dritter ist ...

Nach der Niederlage in Zwickau hat der 1. FC Magdeburg in der dritten Fußball-Liga wieder gepunktet. Am Ende feierte Magdeburg nicht nur die Rückkehr seines Torjägers, sondern untermauerte auch den Anspruch nach Höherem.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Christian Beck und Björn Rother jubeln
Blaues Auge, breites Lächeln: Christian Beck hat sein erstes Saisontor erzielt. Bildrechte: IMAGO

Es ist eine der zentralen Marketing-Botschaften des DFB für die 3. Liga. Auf der Homepage des Verbands ist der Slogan zu sehen, genauso wie in fast jedem Stadion der Liga. Und vor fast jedem Spiel wird das entsprechende Video gespielt. "Wer Dritter ist, will Erster werden", heißt es darin. Vor dem Spieltag war der 1. FC Magdeburg Dritter und die Gäste aus Paderborn waren ungeschlagener Tabellenführer. Zwar stand schon vor dem Spiel fest, dass die Westfalen auch nach dem Spiel ganz oben stehen werden. Doch zumindest ist ihnen der FCM durch den 1:0-Heimsieg wieder gehörig auf die Pelle gerückt.

Als Dritter orientiert man sich nun mal nach oben, gibt auch FCM-Torhüter Jan Glinker zu. "Mit einem Sieg wäre Paderborn schon etwas weggezogen. Das wollten wir verhindern." Auch wenn er einschränkt, dass es nach neun Spieltagen sicher noch nicht so entscheidend sei, ob man Erster oder Zweiter ist.

Spiegelbild des Zwickau-Spiels

Fakt ist aber: Mit dem Sieg hat Magdeburg seinen Anspruch als Spitzenmannschaft untermauert. Und irgendwie wurde das Spiel zu einem Spiegelbild der Partie in Zwickau, aber diesmal mit dem besseren Ende für den FCM. Während am Freitag die Blau-Weißen das Ende einer Siegesserie erklären mussten, kassierte diesmal Paderborn die erste Niederlage der Saison. SCP-Kapitän Christian Strohdiek sagte dann auch: "Es ist klar, dass so eine Serie auch mal reißt. Am Freitag versuchen wir dann, eine neue zu starten." Magdeburg ist da eventuell schon einen Schritt weiter.

Und während sich der FCM in Zwickau zu sehr von den Westsachsen beeindrucken ließ, zwang er diesmal den Paderbornern sein Spiel auf. So erklärt Trainer Jens Härtel: "Wir sind sehr früh angelaufen und haben sie immer wieder gezwungen, lange Bälle zu spielen. Das wollten sie so eigentlich nicht spielen." Besonders stolz war er, dass seine Mannschaft nur zwei klare Chancen zuließ. In der 24. Minute lenkte Glinker einen Schuss von Marlon Ritter an die Latte. Und in der 70. Minute parierte er gegen den völlig frei stehenden Sven Michel.

Ansonsten schaffte es der FCM, das Tempospiel der Gäste zu unterbinden. "Die ganzen tiefen Läufe, die sie immer wieder machen, haben wir gut antizipiert. Da haben wir immer rechtzeitig eingeschoben und ihr Spiel dadurch kaputt gemacht" analysierte Härtel.

Jens Härtel
Jens Härtel war an der Seitenlinie immer in Bewegung. Bildrechte: IMAGO

Diagonalbälle machen sich bezahlt

Selbst konnte Magdeburg zunächst nur nach Standards Gefahr entwickeln. Auch das erinnerte an Zwickau. Auffällig war jedoch, dass Nico Hammann und Steffen Schäfer, der sein Heimdebüt beim Club gab, immer wieder mit Diagonalbällen die Seiten wechselten. Diese Verlagerungen waren Teil von Härtels Matchplan: "Paderborn spielt sehr ballorientiert mit der Viererkette. Dann ist klar, dass du auf den Außen immer wieder Platz kriegst. Deshalb wollten wir die Bälle so spielen, wenn sich die Chance ergibt."

Ein paar Mal misslang nach solchen Spieleröffnungen der finale Pass, in der 61. Minute ging der Plan jedoch auf. Björn Rother legte den Ball auf Michel Niemeyer raus. Der setzte sich im Strafraum durch und hätte auch selbst abschließen können. Entschied sich aber für den Pass auf Christian Beck und machte damit alles richtig. Der Torjäger erzielte in bester Beck-Mannier – halb im Fallen – sein erstes Saisontor. Obwohl er mit seinem blauen Auge vom Freitag immer noch schwer gezeichnet ist, strahlte Beck anschließend wie lange nicht mehr. Und freute sich vor allem, dass nun vorerst niemand mehr zählt, wie lange er ohne Tor ist.

Steffen Schäfer
Lange Diagonalbälle wie hier von Steffen Schäfer waren ein beliebtes Mittel. Bildrechte: IMAGO

Beck macht die wichtigen Tore

Auch Torhüter Jan Glinker war anschließend voll des Lobes zu Becks Leistung. "Er hat viel einstecken müssen und wurde viel kritisiert. Doch in den entscheidenden Spielen macht er die Tore. Dafür ist er halt da." Beim FCM wissen sie durchaus, was sie an ihrem Torjäger haben. Und der 1. FC Magdeburg wird noch einige Tore von Christian Beck brauchen, wenn er am Ende wirklich Erster werden will.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. September 2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2017, 07:25 Uhr

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