Zwei Medaillen liegen auf einem Tisch
Das Ziel des Förderkonzepts: mehr Medaillen bei internationalen Wettbewerben gewinnen. Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Neues Förderkonzept Viel Geld für den Spitzensport

Hunderttausende Euro, hauptamtliche Stützpunktleiter, Trainerförderung und Sportstipendien: Sachsen-Anhalt will mehr Geld in den kommenden Jahren in den Spitzensport investieren. Gefördert werden die Disziplinen Rudern, Kanu, Schwimmen und Leichtathletik. Das Ziel ist, künftig wieder mehr Medaillen zu gewinnen.

Zwei Medaillen liegen auf einem Tisch
Das Ziel des Förderkonzepts: mehr Medaillen bei internationalen Wettbewerben gewinnen. Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Die Landesregierung wird zukünftig den Spitzensport in Sachsen-Anhalt zusätzlich mit 800.000 Euro jährlich fördern. Das ist das Ergebnis der Beratungen der Arbeitsgruppe Spitzensport. Sport- und Innenminister Holger Stahlknecht hat das neue Förderkonzept am Donnerstag vorgestellt. Er sagte, das Ziel sei, in Zukunft mehr Medaillen bei beispielsweise Olympischen Spielen zu gewinnen. "Wir haben die Weichen umgestellt, der Zug rollt in die richtige Richtung, doch ehe wir den Bahnhof erreichen, kann das vielleicht auch zehn Jahre dauern", so der CDU-Politiker.

August 2016 Olympiasiegerin Julia Lier

Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Die Olympische Goldmedaille ist der größte Traum eines jeden Sportlers. Bildrechte: MDR/O. Patlan
Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Die Olympische Goldmedaille ist der größte Traum eines jeden Sportlers. Bildrechte: MDR/O. Patlan
Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Ruderin Julia Lier hat ihn sich erfüllt. Doch solch ein Erfolg ist im Nachhinein mit viel Stress verbunden. Bildrechte: MDR/O. Patlan
Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Los geht der Tag im Landesfunkhaus Magdeburg bei MDR um 11. Als Unterstützung ist Annekathrin Thiele aus Leipzig dabei. Beide berichten von ihrer Goldfahrt. Bildrechte: MDR/O. Patlan
Olympia-Siegerin Julia Lier mit Moderator Elmer Emig
Weiter geht es im Radio: Moderator Elmar Emig begrüßt Julia Lier bei MDR SACHSEN-ANHALT. Bildrechte: MDR/Jan Lüdtke
Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Auch beim Fotoshooting auf der Hubbrücke hat die Olympiasiegerin noch gut lachen. Bildrechte: MDR/O. Patlan
Olympiasiegerin Julia Lier präsentiert ihre Goldmedaille auf der Hubbrücke in Magdeburg.
Geballte Frauenpower: Moderatorin Susi Brandt und Julia Lier im Studio. Zum Abschluss steht noch ein Termin bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE auf der Tagesordnung. Bildrechte: MDR/O. Patlan
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"Land bekennt sich zum Leistungssport"

Stahlknecht hatte sich in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Sport auf die Details des neuen Förderkonzepts verständigt. Beschlossen wurden außerdem vier hauptamtliche Stützpunktleiter für die Schwerpunktdisziplinen Rudern, Kanu, Schwimmen und Leichtathletik. Allein dafür will das Land mehr als 200.000 Euro jährlich ausgeben.

Andreas Silbersack
Silbersack: "Ein wichtiger Tag für Sachsen-Anhalt" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zudem sollen ab dem Jahr 2019 15 Sporttalente Stipendien für ihr Studium erhalten, wenn sie für einen sachsen-anhaltischen Verein starten. Auch die Bedingungen für Sportler und Trainer sollen so attraktiv gestaltet werden, dass sie im Land bleiben. So werde ein Trainerpool eingerichtet, um die Vereine bei der Talentförderung zu unterstützen.

Der Präsident des Landessportbundes, Andreas Silbersack, sprach bei der Vorstellung in Magdeburg von einem wichtigen Tag für Sachsen-Anhalt. Das Land bekenne sich klar zum Leistungssport, in einem Maße, wie es der Bund hoffentlich nach der Bundestagswahl auch tue. Die Auswirkungen der Investitionen sollen laut Silbersack bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris erkennbar sein, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT im Interview.

Berkhahn: "Vorreiterrolle in Deutschland"

Bernd Berkhahn
Berkhahn ist begeistert von der Arbeitsgruppe. Bildrechte: dpa

In der Arbeitsgruppe Spitzensport waren neben Silbersack, weiteren Sportfunktionären und Sportminister Holger Stahlknecht auch der ehemalige Spitzenschwimmer Paul Biedermann und der Schwimmtrainer des SC Magdeburg, Bernd Berkhahn. Er zeigte sich begeistert von der Arbeitsgruppe. "Für mich ist das Land damit in einer absoluten Vorreiterrolle in Deutschland." Gerade, dass man Stützpunktleiter bekomme, sei unbedingt notwendig, um die Trainer zu entlasten. "Trainer gehören an die Sportstätte, an den Athleten. Derzeit ist es so, dass wir viele administrative Sachen übernehmen müssen."

Das Landeskonzept mache den Spitzensport in Sachsen-Anhalt unabhängiger von den künftigen Bundesentscheidungen.

Magdeburg als Bundesstützpunkt für Freiwasserschwimmen

Zu den von Schließung bedrohten Bundesstützpunkten für Schwimmen in Magdeburg und für Rudern in Halle sagte LSB-Präsident Silbersack, man kämpfe weiterhin um beide. Die Gespräche liefen noch. Die Rahmenbedingungen, die jetzt im Land geschaffen worden seien, seien aber gute Argumente, um auf Bundesebene klar zu sagen, man habe hier seit 25 Jahren Doppelstützpunkte, die ihre Berechtigung haben. Allerdings ist sein Verein besonders abhängig von Entscheidungen auf Bundesebene: Magdeburg kämpft darum, Bundesstützpunkt für Freiwasserschwimmen zu werden. Scheitere das, sei die Schwimm-Erfolgsgeschichte in Magdeburg faktisch tot.

Aktuelle Stützpunkte
Stützpunkt Sportarten  
Magdeburg Kanu-Rennsport, Leichtathletik, Rudern  
Halle Leichtathletik, Rudern, Rythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Turnen Männer, Wasserspringen  

Auch Sportminister Stahlknecht sagte: "Wir sind der Auffassung, dass der Bundesstützpunkt Schwimmen in Magdeburg als zwingend notwendig erachtet werden muss." Die Athleten des SCM waren in den letzten Jahren die international erfolgreichsten Starter des Deutschen Schwimmverbandes.

Die Arbeitsgruppe Spitzensport hatte seit dem Herbst vergangenen Jahres Veränderungen bei den Strukturen und der Sportförderung erörtert. Auslöser waren die schwachen Medaillenausbeuten bei den vergangenen Olympischen Spielen und die von der Bundesregierung angeschobene Reform des Spitzensports in Deutschland. So hatte der Bund mehr Geld zugesagt, wenn die Verbände ihre Strukturen mehr auf Medaillenerfolge ausrichten.

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Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. September 2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 16:39 Uhr

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1 Kommentar

21.09.2017 17:24 Sebastian Jokisch 1

In Deutschland haben wir schon die auf der Welt am stärksten verflechtete Sportorganisation. Wir haben beinahe mehr Sportvereine als wir Arbeitsplätze haben und dann noch Butter bei den Fischen? Sport kann man auch ohne einen Verein betreiben, jeden Sport, vom Stockfechten über Steineweitwurf bis zum ganz normalen Umdiewettelaufen. Der Versuch, die Deutschen über Sport in die gewünschte Gesellschaft zu integrieren, hat schon immer Fehlgeschlagen und zum Mangel bei Wichtigerem geführt. Ja, die DDR hat jede Menge Spitzensportler gehabt, aber Geld von der Welt gab es dadurch auch nicht mehr. Es gibt auch nicht zuwenig Sport in Deutschland. Kaum wird man 18 Jahre alt, ob Sportler oder nicht, dann wird Autogefahren und die Gelenke und Muskeln verrosten, egal welches Gewicht man hat. Schlechte Prozessorganisation in den Betrieben unserer tollen (Ironie) Unternehmen führen zu mehr Gesundheitsschäden als der Sport kurieren könnte. Anstatt die Menschen mal wieder etwas mehr laufen, doch Zeit...