Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) SC Magdeburg vs TV Huettenberg Magdeburg
Bennet Wiegert ist mit dem SCM-Saisonstart nur teilweise zufrieden. Bildrechte: IMAGO

Mäßiger SCM-Saisonstart Wiegert: "Hannover gehört zu den Besten"

Der Saisonstart von Handball-Bundesligist SC Magdeburg war durchwachsen, gibt Trainer Wiegert zu. Im Interview erzählt er, was er bisher vermisste. Auch geht es um die Rolle der Neuzugänge und um den kommenden Gegner Hannover Burgdorf. Die "Recken" haben nach einer missratenen Rückrunde einen Traumstart in die neue Spielzeit hingelegt. Die Fragen stellte Oliver Leiste.

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) SC Magdeburg vs TV Huettenberg Magdeburg
Bennet Wiegert ist mit dem SCM-Saisonstart nur teilweise zufrieden. Bildrechte: IMAGO

MDR SACHSEN-ANHALT: Der SC Magdeburg ist mit drei Siegen und zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?

Bennet Wiegert: Naja, durchwachsen. Wir haben unterschiedliche Gesichter gezeigt und uns noch nicht konstant genug präsentiert. Deswegen hält sich die Zufriedenheit noch in Grenzen. Uns fehlen auch zwei Punkte, ich hätte gerne alle Heimspiele gewonnen. Mit 6:4-Punkten ist das jetzt kein Weltuntergang, es ist noch eine lange Saison. Trotzdem habe ich das Gefühl, wir können und wir müssen uns steigern.

Woran machen Sie dieses Steigerungspotenzial fest? Oder anders gefragt: Woran lag es denn, dass zum Beispiel das Spiel gegen die Füchse Berlin verloren ging?

Wir waren nicht konzentriert genug und haben vor allem an dem Tag nicht unsere Leistung abrufen können. Vielleicht waren wir etwas übermotiviert oder verunsichert. Das tut weh, war aber am Ende nur ein verlorenes Spiel und nicht eine verlorene Saison. Wir müssen in der Mannschaft, aber auch im Umfeld Ruhe bewahren. Ich glaube, es tut allen gut, Vertrauen in unseren Kader zu haben.

Ein Sieg gegen die Füchse wäre früh in der Saison ein Big-Point gewesen. Ist das ein Zeichen, das man verpasst hat? Nach außen, aber vielleicht auch, um der Mannschaft zu zeigen: Jawohl, auch in diesem Jahr ist wieder sehr viel möglich.

Ich sehe das gar nicht als Big-Point. Ein richtig fettes Ausrufezeichen hätten wir in Kiel setzen können, wo ein Sieg auch möglich gewesen wäre. Zuhause gegen die Füchse sollte es unser Anspruch sein, auch gewinnen zu können. Ich glaube, dass wir in dieser fantastischen Arena jeden schlagen können. Darum wäre der Sieg für mich keine Riesenüberraschung gewesen. Da tut es mir eher leid, dass wir verloren und unsere Leistung nicht abgerufen haben. Aber wie gesagt, ein Sieg in Kiel, das wären drei richtig fette Ausrufezeichen gewesen.

Kommen wir noch zu den Neuzugängen. Wie haben sich die vier im Liga-Alltag gezeigt, wie zufrieden sind Sie mit deren Entwicklung?

Teils, teils. Carlos Molina kann noch nicht helfen. Er war von Anfang an verletzt und wird wahrscheinlich noch zwei Wochen ausfallen. Deshalb kann ich das nicht richtig einschätzen. Piotr Chrapkowski hat schon gezeigt, dass er uns helfen kann. Ihm fehlt jetzt noch die Konstanz – aber das ist so, wenn man in einem neuen Land und einer neuen Liga spielt. Von ihm erwarte ich noch mehr, aber da wird auch noch mehr kommen.

Des besten Eindruck bis jetzt hat sicher Lukas Mertens hinterlassen. Er funktioniert immer. Wenn er spielt, hat er trotz seines jungen Alters sein Zeug gemacht und abgezockt agiert. Darüber freue ich mich sehr. Carlos und Gleb Kalarash werden noch etwas brauchen. Sie haben noch nicht die Erfahrung. Es ist ihr erstes Mal im Ausland. Neben der neuen Liga kommt auch eine neue Sprache hinzu – das braucht noch etwas.

Trainer Bennet Wiegert und Co-Trainer Yves Grafenhorst posieren mit den Zugängen Lukas Mertens (hinten Mitte), Gleb Kalarash, Carlos Molina und Piotr Chrapkowski (vorne, v.l.n.r.).
Die SCM-Neuzugänge konnten bislang noch nicht völlig überzeugen. Bildrechte: MDR/Daniel George

Nun geht es am Sonntag nach Hannover. Die Recken sind, etwas überraschend, mit vier Siegen gestartet, unter anderem gegen Kiel und Flensburg. Was erwartet den SCM da?

Dort erwartet uns eine gute Mannschaft, die gerade eine Welle reitet und den Flow genießt und wo sicher einiges leichter von der Hand geht, als im vergangenen Jahr. Ich freu mich auf dieses Spiel. Das sind Spiele für die wir jede Woche trainieren, um uns gegen die Besten zu beweisen. Und sie zählen zur Zeit sicher zu den besten Mannschaften der Liga.

War es vor der Saison zu erwarten, dass Hannover so gut spielt?

Ich will nicht klugscheißen. Aber für mich kommt das nicht so überraschend. Wenn eine Mannschaft so viel Mist in einer Serie fressen muss, wie Hannover im vergangenen Jahr, dann wird sie sich verbessern. Weil sie sowas dann nicht mehr möchte. Dass es nun so explodiert, war vielleicht nicht zu erwarten. Aber der Kader gibt es her, dass sie um Plätze 4 und 5 mitspielen. Und wenn es gut läuft, vielleicht sogar um Platz 3.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | Sachsen-Anhalt Heute | 17. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 11:31 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.