Bergläufer Thomas Kühlmann
Thomas Kühlmanns Credo: "Laufen macht den Kopf frei." Bildrechte: Thomas Kühlmann

"Sachsen-Anhalt läuft" Thomas Kühlmann: Sachsen-Anhalts bester Bergläufer

Tausende Läufer werden 2017 bei Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt an den Start gehen. Und MDR SACHSEN-ANHALT läuft dieses Jahr mit. Mit "Sachsen-Anhalt läuft" soll gezeigt werden, wie aktiv die Sachsen-Anhalter sind. Im HÖRFUNK, FERNSEHEN und ONLINE gibt MDR SACHSEN-ANHALT Tipps und stellt Experten sowie Laufbegeisterte vor. Zum Beispiel den Bergläufer Thomas Kühlmann.

von Jörn Rettig, MDR SACHSEN-ANHALT

Bergläufer Thomas Kühlmann
Thomas Kühlmanns Credo: "Laufen macht den Kopf frei." Bildrechte: Thomas Kühlmann

Der Marathon ist für die meisten Laufsportler die Königsdisziplin. Doch es geht noch einen Zacken schärfer: Diese Marathondistanz von mehr als 42 Kilometern in den Bergen zu laufen. So ein Bergläufer ist Thomas Kühlmann aus Wernigerode – und zwar aus Leidenschaft.

Der 27-Jährige ist in Blankenburg geboren und lebt mittlerweile in Wernigerode. Im Training läuft er schon mal die knapp 30 Kilometer von seiner Haustür bis hoch zum Brocken. Laufen sei sein Hobby, sagt er über sich, und muss jedes Mal lachen, wenn man ihn dabei ungläubig ansieht. Auf die Frage, wie er denn dazu gekommen ist, holt Thomas Kühlmann weit aus. "Ich bin erst 2009 zum Laufen gekommen. Mein erster Wettkampf war in Elbingerode, 'Der Lauf in den Sommer'. Ich glaube, das war die 16-Kilometerstrecke." Und das Ergebnis? Er belegt prompt den zweiten Platz. Ohne Vorbereitung. "Ein Kumpel hat schon mehrfach dran teilgenommen und mich mal dahin mitgenommen. Er hat mich quasi zum Laufen überredet."

"Wir sind auf Sie aufmerksam geworden..."

Und vier Jahre später war es dann so weit. Thomas Kühlmann startet beim Karwendel-Berglauf Deutschland/Österreich. Das ist sein erster Berglauf. So beginnt seine Karriere als Bergläufer. Durch den Karwendel-Lauf 2013, weitere Erfolge 2014 und 2015 beim Zugspitzenlauf ist der Berglaufbeauftragte des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV), Kurt König auf ihn aufmerksam geworden. Thomas Kühlmann bekommt eine E-Mail vom Berglaufbeauftragten des DLV: "Wir sind auf Sie aufmerksam geworden..."

Bergläufer Thomas Kühlmann
Bildrechte: Thomas Kühlmann

Und dann hat mich der Berglaufbeauftragte gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für die Nationalmannschaft zu laufen.

Und ehe sich der Hobbyläufer besinnen kann, ist er auf einmal umgeben von Läufern in Nationaltrikots. 2015 feiert der beim Schweizer Zermatt-Marathon sein WM-Debüt und wird als bester Deutscher Neunter.

Hartes Training für das Hobby

Mit der Berufung in die Nationalmannschaft der deutschen Bergläufer ändert sich auch die Intensität des Trainings. Thomas Kühlmanns Trainingswoche sieht derzeit wie folgt aus: Er absolviert ungefähr acht Trainingseinheiten. Davon läuft er drei, vier Tage 15 bis 20 Kilometer halbwegs locker – im Erzähltempo. Einmal in der Woche trainiert er Intervalle auf der Bahn – für die Geschwindigkeit. Und ein bis zwei Tage bewältigt er eine längere – so um die 30 Kilometer – Distanz. Nach sechs Trainingstagen legt er immer einen Ruhetag ein.

Bergläufer Thomas Kühlmann
Berge zu erlaufen ist kein Zuckerschlecken. Bildrechte: Thomas Kühlmann

Unmittelbar vor einem Wettkampf trainiert der 27-Jährige deutlich weniger. Vor Bergläufen absolviert er immer nur kurze Distanzen in Intervallen, je eine Minute. Zwei Tage mal ein bisschen lockeres Laufen, Steigerungsläufe und das Lauf-ABC. Dann geht es in die Berge: Dort absolviert der Wernigeröder auch mal fünf Tage hintereinander jeweils 2.000 Höhenmeter. Damit wird die Kraftausdauer trainiert. Meistens fährt der Läufer aus Leidenschaft nach Garmisch-Partenkirchen – dort läuft er die Berge Kramer, Osterfelder und Wank rauf und runter.

"Ich setze mir keine großen Ziele"

Laufen ist zwar "nur" sein Hobby, aber dafür ist er ziemlich ambitioniert. Auf die Frage nach seinen sportlichen Zielen antwortete Thomas Kühlmann: "Das kann ich so gar nicht formulieren. Solange es Spaß macht, werde ich den Sport ausüben. Ich setze mir keine großen Ziele. Ich nehme es so, wie es kommt."

Im Juli dieses Jahres nimmt er Anlauf auf die Weltmeisterschaft am Comer See. Und 2018 setzt er seinen Fokus auf die Deutsche Meisterschaft im Berglauf. Das ist der Brockenlauf Anfang September – quasi ein Heimspiel für Thomas Kühlmann. Und natürlich bereitet sich der Wernigeröder auch auf die WM im kommenden Jahr vor. Die findet aller Voraussicht nach in Österreich statt – im Rahmen des Kaiser-Marathons. Diese Strecke ist eine reine Bergauf-Strecke, das liegt ihm deutlich besser als die Bergauf-Bergab-Strecken. Die Möglichkeiten, sich gute Platzierungen zu erlaufen, sind also vielfältig. Seine Chancen stehen gut. Thomas Kühlmann wird es nehmen, wie es kommt. Denn er ist Bergläufer aus Leidenschaft – Titel hin oder her.

Bergläufer Thomas Kühlmann
Thomas Kühlmann bei der Berglauf-WM 2016 Bildrechte: Benedikt Seidl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/jr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 10:01 Uhr

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