Zwei Hühner picken im Gras
Endlich wieder picken und scharren Bildrechte: Colourbox.de

Vogelgrippe Stallpflicht in Sachsen-Anhalt aufgehoben

Seit Ende November hat die Vogelgrippe den Geflügelzüchtern in Sachsen-Anhalt zu schaffen gemacht. Damit sich der gefährliche H5N8-Virus nicht weiter ausbreitete, mussten Hühner, Enten und Co. im Stall bleiben. Doch die Geflügelpest ist auf dem Rückzug. Das Umweltministerium hat deshalb die landesweite Stallpflicht aufgehoben. Nur in Risikogebieten darf Geflügel weiter nicht ins Freie.

Zwei Hühner picken im Gras
Endlich wieder picken und scharren Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt ist die landesweite Stallpflicht für Geflügel aufgehoben worden. Das teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit. In Risikogebieten müssten die Tiere wegen der Vogelgrippegefahr aber weiterhin im Stall bleiben. Die Entscheidung darüber liege bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Zu den Risikogebieten gehören nach Angaben des Ministeriums bestimmte Feuchtgebiete (Ramsar-Gebiete), Wildvogelrast- und Sammelplätze sowie die Bereiche, in denen die Geflügelpest bereits nachgewiesen wurde.


Wie Ministerin Claudia Dalbert von Bündnis 90/Die Grünen erklärte, gab es seit Anfang Januar keine Verdachtsfälle mehr in Hausgeflügelbeständen. Seit 14 Tagen sei der hochansteckende Geflügelpesterreger nur noch bei Wildvögeln im Landkreis Börde und im Landkreis Mansfeld-Südharz nachgewiesen worden.

Claudia Dalbert
Claudia Dalbert Bildrechte: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt/Rainer Kurzeder

Da die Aufstallung eine starke Belastung für Wasser-und Geflügelzüchter darstellt und schon sehr lange andauert, lockern wir jetzt die Stallpflicht weiter.

Claudia Dalbert, B´90/Die Grünen, Umweltministerin

Das Ministerium rät Geflügelzüchtern und -haltern, sich bei Fragen an die zuständigen örtlichen Ämter zu wenden.

Stallpflicht galt monatelang

Gänse eines Zuchtbetriebes im Stall
Nur im Stall: Kein schönes Gänseleben Bildrechte: IMAGO

Bereits in der vergangenen Woche war die Stallpflicht im Landkreis Harz komplett aufgehoben worden, im Salzlandkreis zum Teil. Dort gilt die Aufhebung nur für Bereiche außerhalb von Risikogebieten, also zum Beispiel außerhalb einer 10 Kilometer-Zone um EU-Wildvogelrastgebiete.

Ende November 2016 war in Sachsen-Anhalt landesweit die Stallpflicht ausgerufen worden. Damit sich der gefährliche H5N8-Virus nicht weiter ausbreitete, durften Hühner, Enten oder Gänse nicht ins Freie.

Die Eier, die die Tiere legten, durften nach zwölf Wochen ohne Auslauf nicht mehr als "Freilandeier" verkauft werden. Das schreibt eine EU-Regel vor. Diese Eier mussten im Verkauf zu günstigeren Eiern aus Bodenhaltung umdeklariert werden. Betroffen waren mehr als 60 Großbetriebe im Land. Die Landwirte befürchteten deshalb Einbußen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.03.2017 | 05:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2017, 09:23 Uhr

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8 Kommentare

22.03.2017 10:25 Werner 8

Stallpflicht bzw.Hausarrest für alle unfähigen Entscheidungsträger ! !!
Für wie unwissend hält man ein Volk?
Aber das Volk hält ja still.
Die leidtragend sind in diesem Fall ja NUR die eingesperrten Tiere.
Wo bleibt eigentlich der so immer hoch gelobte Tierschutz bzw.Tierschutzverein alles nur leere Worte?!.
Volk halt still und denunziere alle die sich nicht an falsche Verordnungen halten.

21.03.2017 21:22 slusi 7

Ein Straftäter in Haft, hat mehr Ausgang als unsere Tiere.

21.03.2017 17:20 Bolle 6

Raus die Hühner rein die Hühner. Denn sie wissen nicht was sie tun!!!!!

21.03.2017 16:30 Jörg Aßmann 5

Hat die Vernuft entlich gesigt. Hier hat die Politik mehr Schaden gemacht als sie siech je vorstellen kann.

21.03.2017 14:52 Elvira Lemke 4

14.00 Uhr mit dem Veterinäramt in Stendal telefoniert laut Aussage besteht im Landkreis Stendal noch die Stallflicht

21.03.2017 13:51 akon 3

Das frage ich mich auch Herr Schönau. Da kann ich Ihnen nur Recht geben! Über 4 Monate Stallpflicht, wobei ich von vielen Bekannten weiß, dass sie aus baulichen Gegebenheiten heraus die angeordneten Biosicherheitsmaßnahmen nicht annähernd so umsetzen konnten (ich rede hier von können, nicht von wollen!), wie es verlangt war und trotzdem kein einziger Fall von Vogelgrippe bei denen. Dagegen sind aber reihenweise industrielle Großmast- und legebetriebe betroffen gewesen. Und die haben mit Sicherheit ganz andere Möglichkeiten wie die Kleinhalter!
Was sollte das Ganze Dann also??
Nichts als Augenwischerei und Aktionismus zugunsten der Geflügellobby!

21.03.2017 09:37 klamaburg 2

Da gibt es wohl ein internes Machtgerangel im FLI ?

21.03.2017 09:13 Frank Schönau 1

und was ist nun positives dabei raus gekommen, unterm Strich nix, die menschen gegeneinander aufgewiegelt, das Hobby vieler Geflügelzüchter zerstört und das alles wegen ein paar Lobbyisten die das FLI in der Hand haben!