S1 Regionalbahn Richtung Stendal (Symbolbild)
Die Regionalbahn konnte nach dem Wildunfall nicht weiterfahren. Daraufhin verlor ein junges Paar die Fassung. Bildrechte: MDR/André Plaul

Altmark Paar attackiert Zugpersonal nach Unfall

Erst setzte ein Wildunfall eine Regionalbahn außer Gefecht. Dann sind zwei Fahrgäste auf das Zugpersonal losgegangen. Diese Eskalation endete am Mittwochabend für ein junges Paar auf der Dienststelle der Bundespolizei in Stendal.

S1 Regionalbahn Richtung Stendal (Symbolbild)
Die Regionalbahn konnte nach dem Wildunfall nicht weiterfahren. Daraufhin verlor ein junges Paar die Fassung. Bildrechte: MDR/André Plaul

Bei Stendal hat ein junges Paar den Zugführer einer Regionalbahn angegriffen. Wie die Bundespolizei mitteilte, hatte der Zug am Mittwochabend höhe Eichstedt zunächst einen Wildunfall. Bis ein Ersatzzug bereitgestellt werden konnte, beschimpften ein 24-Jähriger und seine 21-jährige Begleiterin den Zugführer. Später folgte ihm der junge Mann auch in den Führerstand, wo der Zugführer am Hals gepackt und zu Boden gedrückt worden sein soll.

Erst mit Hilfe eines Kollegen konnte der Zugführer den Angaben zufolge befreit werden. Danach habe das junge Paar auf beide Bahn-Mitarbeiter eingetreten, die sich daraufhin im Führerstand verschanzt hätten. Die alarmierte Bundespolizei nahm das junge Paar schließlich mit auf die Stendaler Dienststelle. Wieso sie auf die Mitarbeiter losgegangen waren, sei von ihnen jedoch nicht zu erfahren gewesen. Nun wird gegen sie wegen Nötigung, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Das Paar soll aus der Altmark stammen.

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter zunehmend

Zuletzt hatten im Mai vermehrte Angriffe auf Bahn-Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt für Aufsehen gesorgt. Den schwersten gab es in einer Regionalbahn bei Magdeburg: Hier hatte ein Mann einen Schaffner krankenhausreif geschlagen und getreten, als er seinen Fahrschein kontrollieren wollte. Daraufhin hatte die Gewerkschaft der Lokomotivführer besseren Schutz für Zugbegleiter gefordert. Die Bahn kündigte an, mehr Sicherheitspersonal einzustellen. Es war von bundesweit 500 zusätzlichen Stellen die Rede. Außerdem will das Unternehmen mehr auf Deeskalationsschulungen setzen und an Brennpunkten stärkere Teams einsetzen.

Nach  offiziellen Zahlen hat Gewalt gegen Zugpersonal zugenommen. Laut Bahn stieg die Zahl der Angriffe von 2015 bis 2016 bundesweit von 1.800 auf 2.300. Davon wurden 22 in Sachsen-Anhalt verübt. Mehr als die Hälfte der angegriffenen Mitarbeiter seien Sicherheitskräfte, die stets zu zweit im Einsatz seien. Ein Drittel seien Zugbegleiter.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07.09.2017 | 15:00 Uhr

Quelle: MDR/ap

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2017, 17:00 Uhr

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22 Kommentare

09.09.2017 16:54 Pegida-Nebel 22

Habt Ihr noch alle Latten am Zaun, hier herumzuspekulieren, welcher
Nationalität oder Religion die beiden Straftaeter angehören!?

Das ist ja widerlich!

Und voellig wurscht ist es obendrein.
Hier wurden Menschen grundlos koerperlich attackiert
- das ist das Thema.
Kann man denn zwischen Ostsee und Erzgebirge nicht mehr klar denken?

09.09.2017 09:54 Nicht mehr hinfahren 21

Und wieder ein krimineller Akt voellig enthemmter Figuren im nahen deutschen Osten.

Was ist dort eigentlich los?

Herrschen da noch Recht und
Gesetz, oder dominiert ein gänzlich hemmungsloser Poebel?

08.09.2017 01:44 Andreas 20

Das waren auf alle fälle Ausländer. Ich glaube das waren Sachsen. Deutsche würden so was bestimmt nicht machen. ( Ironie )

08.09.2017 19:26 Günter 19

Hallo Wilhelm II 18. Ich denke sie können davon ausgehen wenn die Personen bekannt sind und es wird nicht benannt oder irgendwie angedeutet das es keine Deutschen sind dann sind es Deutsche. Denn schließlich ist es doch so selbst wenn man auf Vermutungen angewiesen ist wird das ja benannt. Und die Redewendung“südländisches Aussehen“ sagt ja nur etwas über das Aussehen und nichts über die Nationalität.

08.09.2017 18:32 Wilhelm II 18

@11: niemand will Vorurteile" pflegen"! Gerade deshalb ist es wichtig, in Veröffentlicheungen die Nationalität zu nennen, so dass man sich ein Bild davon machen kann, wer was im Land begeht. Nur durch die Nennung der Herkunft/Nationalität ist das möglich und so entstehen keine Vorurteile.

08.09.2017 18:19 Anette 17

@12: Es ist wichtig zwischen Zugführer und Triebfahrzeugführer zu unterscheiden. Man will sich ja ein klares Bild davon machen, was geschehen ist.

08.09.2017 17:17 Günter 16

Also ich habe den Eindruck da gibt es unter den Deutschen mittlerweile ein großen Anteil an Psychopathen. In deren Vorstellungswelt sind natürlich für alles Böse und Schlechte und natürlich jede Gewalttat die Flüchtlinge verantwortlich. Und sie sehen es als ihre heilige Pflicht an den über 90 % ahnungslosen und naiven Bürgern darüber aufzuklären wie schlimm diese Flüchtlinge doch sind. Weil für sie eindeutig klar ist das jede irgendwie geartete Untat nur von Flüchtlingen begangen werden konnte. Und das obwohl sie niemals persönlichen Kontakt mit Flüchtlingen hatten. Deswegen auch die massive Nachfrage nach der Nationalität. Für sie ist klar das es Flüchtlinge waren das wird nur vertuscht.

08.09.2017 17:10 Andreas 15

5 Rasselbock . Klassenbester gewesen? Wir fassen es am besten kurz zusammen für Besserwisser und Erklärbären.
Zugpersonal wurde angegriffen!!!
Festnahme durch Polizei!!
Identität ist mir egal, da man so was nicht macht.
Hoffe treffen auch mal auf ebenbürtige Gegner damit man auch mal spürt was Angst heisst.

08.09.2017 16:15 Ex - Thüringerin 14

Man spürt hier förmlich den innigen Wunsch der hiesigen "Patrioten", dass die Täter - wenn schon keine Flüchtlinge - dann wenigstens ein "mörderisches mazedonisches Moslem-Pärchen", vielleicht "zugereist" aus Mannheim, sein mögen... - über langweilige Biodeutsche lässt sichs eben nicht so schön hetzen.

08.09.2017 15:17 Bernd 13

@5 eigentlich egal ob Zugführer oder Triebfahrzeugführer angreifen darf man beide nicht. Weiss gar nicht ob es generell noch den Zugfuehrer gibt. In der Regel sind das Zugbegleiter.

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