Bohrschlammgrube in Brüchau
Anwohner nennen die Giftgrube "Silbersee" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Proteste vor dem Landtag Bürgerinitiative demonstriert gegen Giftdeponie in Brüchau

Die Bohrschlammdeponie in Brüchau im Altmarkkreis Salzwedel ist undicht. Messungen im Grundwasser hatten ergeben, dass Schadstoffe aus der Deponie austreten. Anwohner fordern seit Jahren, die Deponie zu sanieren. Am Donnerstag befasst sich der Wirtschaftsausschuss des Landtages mit dem Thema. Draußen, vor dem Landtag, will eine Bürgerinitiative mobil machen.

Bohrschlammgrube in Brüchau
Anwohner nennen die Giftgrube "Silbersee" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Streit um die Sanierung der Giftschlammdeponie Brüchau demonstriert am Donnerstag eine Bürgerinitiative vor dem Landtag. Sie fordert, die in der früheren Lehmgrube eingelagerten Gifte in eine dafür geeignete Deponie zu bringen. Nur so könne die Anlage bei Brüchau wirklich saniert werden. Messungen im vergangenen Jahr hätten ergeben, dass die Grube in der Altmark undicht sei. Das Grundwasser sei deshalb radioaktiv verseucht und mit Salzen belastet.

Betreiber sagte Teilnahme ab

Im Landtag von Sachsen-Anhalt befasst sich am Donnerstag der Wirtschaftsausschuss mit dem Thema. Zu dem Termin war auch der Betreiber der Deponie, der französische Konzern ENGIE, früher Gaz de France Suez, eingeladen worden. Er hatte aber kurzfristig mit der Begründung abgesagt, es gebe keinen neuen Stand.

Der Landtagsabgeordnete der Linken, Andreas Höppner, sagte dem MDR, er sehe diese Absage sehr kritisch. Das sei ein Affront gegen den Ausschuss und diene nicht der Aufklärung.

Giftcocktail aus 40 Jahren Bergbau

In die ehemalige Lehmkuhle Brüchau wurden über 40 Jahre lang giftige Abwässer aus dem Bergbau und der Chemieindustrie eingeleitet. Dort lagern unter anderem 250 bis 1.000 Tonnen Quecksilber, radioaktive Schlämme, Cyanide, Salzsäuren und andere Stoffe. Der Betreiber hat bislang zugesagt, das toxische Wasser abzupumpen und die Oberfläche zu versiegeln. Die festen Giftstoffe würden damit in der Grube bleiben.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16.02.2017 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2017, 12:11 Uhr

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6 Kommentare

18.02.2017 08:42 Gregorsamsa 6

Na wenn es in der tagesschau und im mdr kam, muss es einfach wahr sein. Oder sind es doch alles unbewiesene behauptungen wie der mdr unten zugibt?

17.02.2017 17:54 Eulenspiegel 5

Zitat von tagesschau.de 20.04.2016 :
„In der Bohrschlammgrube Brüchau in Sachsen-Anhalt lagern gefährliche Öl- und Gasabfälle, hochgiftig und radioaktiv. Schon seit Mitte 2000 wusste der französische Energiekonzern GdF Suez, dass die Grube undicht war. Trotzdem blieb die Grube in Betrieb.“
Steven Arndt. Ich frage mich dann was soll der Satz
“Bohrschlamm kann, in Abhängigkeit der Bohrspülung sowie des erbohrten Gesteins völlig harmlos sein, im Idealfall sogar ein bodenverbesserndes Substrat darstellen.“
Ich frage mich im welchen Interesse schreiben sie hier?

17.02.2017 14:32 Jürgen Döschner 4

Mehr Hintergrund-Informationen zur Bohrschlammgrube Brüche gibt es hier: https://www.tagesschau.de/inland/bohrschlamm-107.html

17.02.2017 14:01 Steven Arndt 3

@ #2

Nein, der mdr hat nicht immer recht. Er widerspricht sich sogar in diesem Artikel.

Einleitend ist von einer Bohrschlammgrube die Rede, weiter unten heßt es jedoch, dass auch Abfälle aus der chemischen Industrie eingelagert worden sind.

Zudem ist die Antwort auf Herrn Klatt, bei Bohrschlamm handele es sich um ein "giftiges Abfallprodukt" nicht korrekt. Bohrschlamm kann, in Abhängigkeit der Bohrspülung sowie des erbohrten Gesteins völlig harmlos sein, im Idealfall sogar ein bodenverbesserndes Substrat darstellen.

Die wohl korrekteste Bezeichnung vor die Brüchauer Grube wäre wohl Sondermülldeponie.

Dass sich der MDR und andere gerne zuspitzender Begrifflichkeiten bedienen ("BI-Sprech"), ist zutreffend. Hier ist beispielsweise von "radioaktiver Verseuchung" die Rede. Werte, die diese kühne Behauptung stützen, sind jedoch Fehlanzeige.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Es ist korrekt, dass Bohrschlamm harmlos sein kann, in diesem Fall ist er es aber nicht.

Die Behauptung, das Grundwasser sei radioaktiv verseucht, stammt nicht von uns, sondern von der Bürgerinitiative, was aus dem Text klar hervorgeht.

16.02.2017 18:22 Gregorsamsa 2

@2 der mdr hat eben immer recht.

16.02.2017 15:42 Carsten Klatt 1

Lieber MDR, seriöse Berichterstattung bedeutet, das man nicht jede umgangssprachliche Bezeichnung übernimmt. Es reicht, wenn wir so ein Quatsch täglich in der BILD lesen müssen. Brüchau ist keine Giftmülldeponie sondern immer noch eine Bohrschlammdeponie. Sie ist als Bohrschlammdeponie genehmigt und wird als Bohrschlammdeponie entsorgt.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Dass es sich um eine Bohrschlammdeponie handelt, steht auch gleich im ersten Satz unter der Überschrift. Dieser Bohrschlamm ist aber auch ein giftiges Abfallprodukt. Aus diesem Grund ist die Verkürzung in der Überschrift nicht falsch.