Colbitz-Letzlinger Heide : Grüne EU-Beschwerde gegen Schnöggersburg
Sachsen-Anhalts Grüne haben bei der EU-Kommission Beschwerde gegen den Bau der Truppenübungsstadt "Schnöggersburg" eingelegt. Umweltexperte Dietmar Weihrich sagte am Sonntag in Magdeburg, dass das betroffene Gebiet in der Colbitz-Letzlinger Heide als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen sei. Das Projekt widerspreche darum dem EU-Recht.
EU-Beschwerde als einzige Möglichkeit gegen "Schnöggersburg"
Weihrich sagte weiter, "wer die Rechtsprechung mit den Bedingungen vor Ort vergleicht, bemerkt sofort den Verstoß gegen das Europarecht". Auch die Bundeswehr müsse sich an die Vorgaben der EU-Naturschutzrichtlinien halten.
Weil die Grünen-Fraktion kein Klagerecht gegen den Bau von Schnöggersburg hat, ist die Beschwerde nach derzeitiger Einschätzung der Rechtslage die einzige Möglichkeit für seine Fraktion, gegen die Pläne vorzugehen.
Geplante Kampfstadt in der Heide
Die Bundeswehr hatte im November mit dem umstrittenen Bau der 6,25 Quadratkilometer großen Übungsstadt "Schnöggersburg" in der Colbitz-Letzlinger Heide begonnen. Bis zu 1.500 Soldaten sollen in "Schnöggersburg" künftig gleichzeitig den Einsatz in Krisengebieten trainieren können. Laut Bundeswehr bildet der Übungsplatz einen "kompletten urbanen Ballungsraum" nach.
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Truppenübungsplatz "Altmark"
Der 40 Kilometer nördlich von Magdeburg gelegene Truppenübungsplatz Altmark ist mit seinen 232 Quadratkilometern nach dem niedersächsischen Bergen und dem bayerischen Grafenwöhr der drittgrößte Truppenübungsplatz Deutschlands. Auf ihm befindet sich mit dem Gefechtsübungszentrum des Heeres das modernste Trainingszentrum seiner Art in Europa. Hier können Soldaten unter realistischen Bedingungen das sogenannte Gefecht der verbundenen Waffen, sprich den kombinierten Einsatz verschiedener Waffengattungen wie Infanterie, Panzer und Artillerie, erproben. Um möglichst realitätsnah zu trainieren, kommt modernste Simulationstechnik zum Einsatz. Die Soldaten üben mit ihren Waffen, aber ohne scharfe Munition. Treffer werden mittels modernster Lasertechnik registriert. Das Gefechtsübungszentrum wird sowohl von der Bundeswehr wie auch von befreundeten Armeen zur Vorbereitung auf Auslandseinsätze genutzt. An 250 Tagen im Jahr herrscht hier Hochbetrieb.
