Jahrestag Fischbeck erinnert an verheerenden Deichbruch

Mit einem Fest haben in Fischbeck Hunderte Menschen noch einmal den Helfern und Spendern der Hochwasserkatastrophe vor einem Jahr gedankt. Bürgermeister Bodo Ladwig sagte: "Mich persönlich berührt es immer wieder sehr, dass in Zeiten einer wirklichen Not Menschlichkeit und Herzlichkeit an erste Stelle treten." Bei einer Gedenkstunde in der Kirche erinnerte Superintendent Michael Kleemann an das schicksalhafte Ereignis und würdigte die große Solidarität.

Viele haben buchstäblich bei Nacht und Nebel alles Vertraute verlassen müssen. Andere sind als Retter und Helfer von zu Hause aufgebrochen.

Superintendent Michael Kleemann beim Gedenkgottesdienst in Fischbeck

An der ehemaligen Deichbruchstelle schilderte Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner am Nachmittag, wie künftig der Hochwasserschutz aussehen wird. Nach seinen Worten wird in spätestens vier Jahren ein neuer Deich vor Fischbeck stehen. Baubeginn für das 15 Millionen teure Projekt soll bereits im September sein.

Und kurz vor Mitternacht am Montag flossen dann noch einmal die Tränen. 60 Fischbecker und ihre Helfer waren in die kleine Kirche gekommen. Als dann 0:02 Uhr die Glocke der Kirche läutete, wurden bei vielen die Erinnerungen wach. Denn genau zu dieser Zeit vor einem Jahr hatte der Deich bei Fischbeck den Wassermassen nicht mehr standgehalten und war gebrochen. Im Gedenken an einen der wohl schlimmsten Momente in der Fischbecker Geschichte zündeten die Menschen in der Kirche Kerzen an und verharrten im stillen Gebet.

Im Juni 2013 hatten sich Hunderte Menschen auf dem Fischbecker Deich versammelt, um ihn zu retten. Kurz nach Mitternacht am 10. Juni war er nicht mehr zu halten. Fast ganz Fischbeck stand unter Wasser. Der Elb-Havel-Winkel wurde zur Seenlandschaft. Fünf Tage später wurden in einer deutschlandweit einmaligen Aktion Lastkähne vor der Deichbruchstelle versenkt, um das 90 Meter lange Leck zu verschließen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2014, 08:10 Uhr

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1 Kommentar

10.06.2014 12:14 Jens 1

Mir hat das Herz schon geblutet wenn man die Bilder im Fernsehen sah. Man kann sich da gar nicht vorstellen wie es wohl für die Betroffenen selbst ist! Glücklicherweise hält der Großteil bei so einer Katastrophe immer zusammen und man hilft sich gegenseitig! Das Mindeste was man machen kann ist spenden!