Region Stendal

Gedenkstätte Isenschnibbe erneut geschändet : Grabkreuze als Nazi-Symbol angeordnet

Unbekannte haben die Gedenkstätte Isenschnibber Feldscheune bei Gardelegen erneut geschändet. Wie ein Sprecher der Polizei in Salzwedel am Montag mitteilte, wurden 18 Grabkreuze aus der Erde gezogen und als Nazi-Symbol angeordnet. Der Staatsschutz ermittelt.

Zweite Schändung innerhalb eines Vierteljahres

Gräberfeld mit weißen Kreuzen in der Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen (Sachsen-Anhalt).
Mehr als 1.000 Kreuze und Davidsterne erinnern in Isenschnibbe an die Opfer des Massakers von 1945.

Es ist bereits die zweite Schändung der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe innerhalb eines Vierteljahres. Erst Ende Oktober hatten Unbekannte 18 Ruhestätten von NS-Opfern beschädigt. Dabei waren metallene Grabmarkierungen, Kreuze und Schilder mit Buchstaben abgerissen worden. Einige der abgerissenen Grabzeichen trugen Davidsterne. Die Täter waren damals vermutlich gestört worden und hatten das Weite gesucht. Trotz umfassender Untersuchungen und des Einsatzes eines Fährtenhundes kamen die Ermittler ihnen nicht auf die Spur. Auch in diesem Fall hatte der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Mehr als 1.000 KZ-Häftlinge ermordet

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 13. April 1945, waren in der Isenschnibber Feldscheune vor den Toren von Gardelegen mehr als 1.000 KZ-Häftlinge ermordet worden. Sie waren zuvor in mehreren Todesmärschen aus KZ-Lagern in die Altmark-Stadt gekommen. Weil die Gefangenen aufgrund der näher rückenden Front nicht mehr abtransportiert werden konnten, wurden sie in die Feldscheune bei Isenschnibbe gesperrt und bei lebendigem Leibe verbrannt oder erschossen. Die am nächsten Tag eintreffenden US-Amerikaner zwangen Einwohner von Gardelegen dazu, die Leichen zu begraben. Der Friedhof für die Opfer von Isenschnibbe erhielt zunächst den Status eines Militärfriedhofs und wurde später zur Gedenkstätte ausgebaut.

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 16:44 Uhr

5. MDR_Redaktion:
@Markus Hollmann: Vielen Dank für ihren Hinweis. Wir haben eine entsprechende Änderung vorgenommen. Gegen Ihre Beleidigungen verwahren wir uns aber. @Hans Wurst: Manche Sachen müssen wir eben aushalten.
16.01.2013
10:17 Uhr
4. Hans Wurst:
@MDR Ich dachte Beleidigungen und Behauptungen sind verboten.. Was sollen dann die Kommentare unter meinem?
15.01.2013
19:21 Uhr
3. Optimum:
Nazis sind Menschenfeinde. Sie wollen Menschenrechte abschaffen !! Sie verherrlichen Gewalt und Krieg, dabei untergraben sie das friedliche Zusammenleben aller Menschen der Erde.- Wer Nazipropaganda verbreitet und gegen Minderheiten hetzt, kann sich niemals auf das Recht der freie Meinungsäußerung berufen !!
15.01.2013
11:54 Uhr
2. Markus Hollmann:
"Einige der abgerissenen Kreuze trugen Davidsterne." Aha, da hat die/der Schreiberling wohl etwas zu kurz gedacht und sich vor allem nicht das Bild angeschaut. Das nennt man dann wohl Qualitätsjournalismus, wie? Ich finde solches Geschluder in jedem Fall traurig, bei diesem Thema jedoch regt mich die Lustlosigkeit der Berichterstattung schon ganz schön auf!
14.01.2013
20:32 Uhr
1. Aileen Pretz:
Nur ein minderwertiger Geist ist zu solch minderwertiger Tat fähig
14.01.2013
20:09 Uhr

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